Rosenheim – In Rosenheim war die Silvesternacht alles andere als ruhig: 60 Einsätze, darunter zwölf Brände, hielten Feuerwehr und Polizei auf Trab. Besonders dramatisch: ein Balkonbrand in der Burgfriedstraße. Die Bewohner des Hauses mussten evakuiert werden.
60 Notrufe gingen in der Silvesternacht bei der Rosenheimer Polizei ein. Das Einsatzspektrum reichte von Ruhestörungen über kleinere Verkehrsunfälle bis hin zu mehreren Brandfällen. Das neue Jahr war noch keine fünf Minuten alt, da ging schon der erste Notruf ein. Im Bereich der Burgfriedstraße wurde ein Brand auf einem Balkon gemeldet. „Die Feuerwehr Rosenheim war schnell vor Ort und konnte verhindern, dass sich das Feuer auf die Wohnung ausbreitete“, informiert Stadtbrandrat Hans Meyrl.
Bewohner müssen
ihre Wohnungen verlassen
Auf dem Balkon im vierten Stock eines Mehrfamilienhauses waren mehrere Gegenstände – darunter hölzerne Balkonmöbel – durch Feuerwerkskörper in Brand geraten. „Als die Feuerwehr eintraf, stand der Balkon bereits in Flammen. Ein Fenster war zerborsten. Das Feuer drohte, auf die Wohnung überzugreifen“, so Meyrl. Die Bewohner der betroffenen Wohnung waren nicht zu Hause. Nach polizeilichen Erkenntnissen sind sie derzeit im Ausland. Alle anderen Hausbewohner hatten das Gebäude rechtzeitig verlassen. Verletzt wurde zum Glück niemand.
Die Einsatzkräfte begannen sofort mit den Löscharbeiten von außen. Gleichzeitig verschaffte sich ein Atemschutztrupp Zugang zur Wohnung, um diese zu kontrollieren. „Mithilfe einer Drehleiter konnte der Brand auf dem Balkon schnell vollständig gelöscht werden“, berichtet Meyrl. Die Wohnung wurde zwar stark verraucht, blieb aber vom Feuer verschont. Anschließend überprüfte die Feuerwehr auch die übrigen Wohnungen sowie die Hausfassade, um sicherzugehen, dass sich weder Feuer noch Rauch weiter ausgebreitet hatten.
Die Polizei nahm die Ermittlungen zur Brandursache auf und stellte fest: Der Balkon geriet durch eine fehlgeleitete Silvesterrakete in Brand. Der Sachschaden beläuft sich auf mindestens 10.000 Euro.
Böllerbeschuss während
der Löscharbeiten
Auf die ausgelassenen Silvesterpartys in der Umgebung hatte der Feuerwehreinsatz offenbar keinen Einfluss. „Während der laufenden Löscharbeiten wurden in der Umgebung weiter Feuerwerkskörper gezündet“, macht der Stadtbrandrat das Unverständnis der Einsatzkräfte deutlich. Seine Bilanz: „Der Jahreswechsel war für die Rosenheimer Feuerwehren sehr einsatzreich.“ Insgesamt mussten die Kameraden zu zwölf Bränden ausrücken.
Unter anderem brannten wieder Hecken und Müllcontainer. Schon am Silvesterabend (20 Uhr) wurde die Feuerwehr in die Oberwöhrstraße gerufen, wo ein Altpapiercontainer brannte. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 1.500 Euro.
Kurz nach Mitternacht (0.15 Uhr) brannten in der Münchener Straße mehrere Altpapiercontainer. Der Sachschaden wird auf rund 1.000 Euro geschätzt. Gegen 0.45 Uhr gingen Notrufe aus der Finsterwalderstraße ein, da an einer Wertstoffinsel die Altpapiercontainer brannten. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand löschen und ein Ausbreiten verhindern. Der Sachschaden wird auf rund 3.000 Euro geschätzt.
Gegen 0.55 Uhr standen an der Lechstraße mehrere Müllcontainer vor einem Hochhaus in Flammen. Das Feuer griff teilweise auf die hölzerne Verbauung der Müllablagestelle über. Die Feuerwehr konnte eine Ausweitung des Brandes verhindern. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 2.000 Euro geschätzt. An einer Wertstoffinsel in der Pfaffenhofener Straße brannten gegen 2.20 Uhr sechs Container teilweise komplett ab. Der Schaden: 3.000 Euro. Die Rosenheimer Polizei geht von Branddelikten aus. „Überwiegend dürften die Brandfälle durch achtlos weggeworfene pyrotechnische Gegenstände verursacht worden sein, teilweise gehen wir aber von Vorsatz aus“, informiert ein Sprecher der Polizeiinspektion Rosenheim. Entsprechende Ermittlungsverfahren seien eingeleitet worden.