Rosenheim – Marina Pfeffermann hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Die 32-jährige Rosenheimerin eröffnet am Sonntag, 4. Januar, ihr eigenes Yoga- und Bewegungsstudio in der Herzog-Otto-Straße 8a. „Man könnte sagen, das Studio ist mir zugeflogen, quasi aus dem Nichts“, sagt sie. Sie sitzt auf einer Couch im Erdgeschoss ihres zweistöckigen Studios. Der Geruch von Räucherstäbchen liegt in der Luft, im Hintergrund läuft leise Musik.
Erste Einheiten
mithilfe einer DVD
„Ich mache schon sehr lange Sport und liebe Bewegung aller Art. Insbesondere das bewusste, langsame und intuitive Bewegen erdet mich und macht mich sensibler und ausgeglichener“, sagt sie. Über eine Freundin habe sie dann das Yoga für sich entdeckt. Sie habe eine DVD bestellt, sich die Übungen selbst beigebracht und zu Hause nachgemacht. „Schon damals habe ich bemerkt, dass das mehr für mich ist. Ich war wie gefesselt. Es ist eine Leidenschaft entstanden“, sagt sie. Nach den ersten Einheiten in den eigenen vier Wänden beschließt sie, verschiedene Kurse zu besuchen. „Es hat mir so gut gefallen, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Schon bald bemerkte ich die positive Wirkung auf mehreren Ebenen“, erinnert sich Marina Pfeffermann. Also beschloss sie, sich zur Yoga-Lehrerin ausbilden zu lassen. „Ich habe 300 Unterrichtseinheiten absolviert“, sagt sie. Ihr sei es wichtig gewesen, viel Zeit in ihre Ausbildung zu investieren. „Es gibt viele Dinge, die einen guten Unterricht ausmachen, man kann ja auch wirklich vieles falsch machen. Eine fundierte Ausbildung war mir deshalb sehr wichtig“, fügt sie hinzu.
Im vergangenen Jahr machte sich die 32-Jährige selbstständig, seitdem gibt sie unter anderem Yoga-Kurse am Happinger See und bietet Kurse in den unterschiedlichsten Studios an. „Im Hinterkopf hatte ich schon immer den Plan, mir irgendwann einen eigenen Raum zu mieten“, sagt sie. Doch nun ging alles schneller als gedacht. Durch Zufall sei sie über eine Anzeige in den sozialen Medien gestolpert. Angeboten wurde ein Studio in der Herzog-Otto-Straße. „Zu dieser Zeit war es überhaupt nicht mein Plan, ein eigenes Studio zu eröffnen“, erinnert sich Marina Pfeffermann. Trotzdem machte sie einen Besichtigungstermin aus. „Vor Ort habe ich mich direkt in die Räume verliebt“, sagt sie. Nur kurze Zeit später unterschrieb sie den Mietvertrag. Seitdem werkelt sie ununterbrochen an ihrem neuen Studio.
Sie hat neue und gebrauchte Möbel gekauft, Wände gestrichen, Lichter installiert und eine Garderobe gebaut. All das, während sie zeitgleich ihrem Vollzeitberuf bei einem Tapetenhersteller nachgegangen ist. „Ich habe zum Teil bis tief in die Nacht gearbeitet, aber es hat mir so viel Spaß gemacht. Es ist Wahnsinn, wie viel Energie man freisetzen kann, wenn man für eine Sache brennt“, sagt die 32-Jährige.
Am Sonntag, 4. Januar, wird ihr Studio offiziell eröffnet. Es gibt die erste Yoga-Klasse – die allerdings bereits mit Warteliste ausgebucht ist. Die gute Nachricht: Am Montag, 5. Januar, beginnen die regulären Kurse. „Ich freue mich schon so sehr. Es ist teilweise immer noch nicht greifbar, ich erfülle mir gerade meinen Traum“, sagt Marina Pfeffermann.
Neben Yoga-Stunden bietet die 32-Jährige auch Pilates in Kleingruppen an sowie Einzelstunden. „Ich glaube, dass mich dieses Rundum-Bewegungsangebot von klassischen Yogastudios unterscheidet“, sagt sie. Bei ihr sind alle willkommen, die sich eine Auszeit von der „schnelllebigen Welt“ nehmen wollen. „Yoga ist so ein wertvolles Tool“, sagt sie.
Es könnte einer der Gründe sein, warum Yoga immer beliebter und gefragter wird. „In den vergangenen fünf Jahren ist die Nachfrage gestiegen“, weiß auch Marina Pfeffermann. So helfe Yoga nicht nur dabei, Stress abzubauen, sondern verbessere auch die körperliche Gesundheit und das mentale Wohlbefinden. „Yoga wirkt auf so vielen Ebenen, man kann es direkt fühlen – immer und immer wieder“, sagt sie.
Zweite Neueröffnung
im Esbaum-Viertel
Das Yoga-Studio ist die zweite Neueröffnung an der Herzog-Otto-Straße innerhalb kürzester Zeit. Erst im August eröffnete dort der erste öffentlich zugängliche Makerspace „H3CKE“. Dabei handelt es sich um eine Werkstatt, die Menschen ermöglichen soll, sich handwerklich und künstlerisch auszuprobieren. Es gibt 3D-Drucker, eine Töpferwerkstatt und die Möglichkeit, mit Holz zu arbeiten. Christian Schneider und Julius Busch, die beiden Gründer des Makerspace, freuen sich über die Neueröffnung. „Wir haben es natürlich mitbekommen und wurden auch schon zur Eröffnung eingeladen“, erzählt Julius Busch am Telefon. Er und sein Kollege finden es gut, dass der Hinterhof belebter wird. „Das Gebäude war zwar davor nicht leer, darin befand sich ein Fitnessstudio“, erklärt er. Allerdings habe er eher Menschen erlebt, die nur ihre Fahrräder abstellten und dann wieder gingen.
„Wir sind gespannt, wie sich das Yogastudio entwickelt, und freuen uns auf die neuen Nachbarn“, sagt Busch. Die Makerspace-Gründer können sich sogar vorstellen, in Zukunft mit dem Yogastudio zusammenzuarbeiten. „Es ist noch nichts spruchreif. Aber wir hatten schon Ideen für Kombinationen, wie etwa Töpfern und Yoga“, verrät er.