Rosenheim – Die Vorfreude ist groß: Seit über einem Monat läuft der Ticketverkauf des Festivalpasses für das Rosenheimer Sommerfestival. In einem halben Jahr werden wieder Tausende Besucher in den Mangfallpark strömen. Worauf sie sich freuen können, welche Verbesserungen es gibt – und welche Herausforderungen die Fußball-Weltmeisterschaft mit sich bringt, erklärt Florian Englert, Geschäftsführer der Rosenheim Event GmbH, im OVB-Interview.
Seit Anfang Dezember läuft der Verkauf der Festivalpässe. Wie läuft es?
Es ist sehr gut angelaufen. Wir sind zufrieden – vor allem mit Hinblick darauf, dass uns aktuell ja noch ein Teil des Programms fehlt. Das zeugt von großem Vertrauen unserer Besucherinnen und Besucher. Die gute Nachricht für Spätentschlossene: Es gibt noch Festivalpässe zu kaufen.
Viele werden den aber vermutlich erst kaufen, wenn der sechste Künstler feststeht.
Möglich. Das ist ja auch eher ungewöhnlich, dass wir den noch nicht bekannt gegeben haben. Auch, da es immer unser großes Ziel ist, zum Start des Festivalpasses, das komplette Line-up präsentieren zu können.
Was also ist schiefgelaufen?
Schiefgelaufen ist aus meiner Sicht nichts. Das Ziel, vor Weihnachten zum Verkaufsstart des Festivalpasses mit allen Vertragsverhandlungen fertig zu sein, ist ein sehr ambitioniertes Ziel, das wir in diesem Jahr eben nicht erreicht haben. Viele Europa-Tourneen werden teilweise recht kurzfristig geplant und stehen vor Weihnachten oft noch nicht fest. In diesem Jahr sind leider Vertragsverhandlungen zu einem Künstler, den wir sehr gerne auf dem Sommerfestival gesehen hätten und den wir fest eingeplant hatten, dann doch kurzfristig gescheitert, da wir leider doch nicht in dessen Tourplan gepasst haben. Dadurch haben wir in der Programmgestaltung ein paar Wochen verloren. Wir führen aber Gespräche mit einigen Künstlern.
In welche Richtung wird es gehen?
Aus meiner Sicht würde ein internationaler Künstler das Programm abrunden. Ich hoffe, dass wir nun in Kürze auch den letzten Künstler bekannt geben können.
Wie wird das Programm für das Sommerfestival in der Regel zusammengestellt?
Das ist immer ganz unterschiedlich. Unser Ziel ist es, dass unser Programm eine breite Zielgruppe abdeckt. Wir brauchen Künstler, die den älteren Besuchern gefallen und die, die die Jüngeren abholen. Wir wollen also gerne ein bisschen Schlager, was Rockiges, was zum Schmusen. Auch italienische und österreichische Musik kommen bei uns immer gut an. Und dann muss man natürlich schauen, welche Künstler 2026 überhaupt unterwegs sind.
Das engt den Kreis wahrscheinlich schon ein.
Richtig, vor allem mit Blick auf die internationalen Künstler. Wir haben natürlich auch eine Wunschliste mit Künstlerinnen und Künstlern, die wir unbedingt zu uns aufs Sommerfestival holen wollen. An einigen sind wir bereits seit mehreren Jahren dran. Und was man natürlich auch nicht vergessen darf: Im kommenden Jahr findet die Fußball-Weltmeisterschaft statt.
Was hat die mit dem Sommerfestival zu tun?
Managements überlegen natürlich, inwieweit es sinnvoll ist, während einer Weltmeisterschaft auf Tour zu gehen, wenn als Konkurrenzveranstaltung beispielsweise das Halbfinale stattfindet. Viele verlegen deshalb ihre Touren in Länder, in denen der Fußball keinen so hohen Stellenwert hat. Auch deshalb war es heuer deutlich schwieriger, ein Programm für 2026 zusammenzustellen.
Sind Sie trotzdem zufrieden?
Natürlich. Da reicht es ja, einfach nur einen Blick auf unser Programm zu werfen. Mit Peter Maffay haben wir gleich zum Auftakt einen absoluten Höhepunkt. Er stand schon bei meinem Vorgänger auf der Wunschliste. Mit „Edmund“ und „Rian“ haben wir zwei Österreicher im Programm, die sicherlich ordentlich für Stimmung sorgen werden. Sarah Connor war schon einmal in Rosenheim. Viele schwärmen noch immer von ihrem Konzert damals im Mangfallpark. „SDP“ wird für eine „Wahnsinnsparty“ sorgen und „Kool & the Gang“ ist ein weiteres musikalisches Highlight.
Die Preise für die Festivalpässe sind heuer gleich geblieben.
Genau. Besitzer eines Festivalpasses sparen damit wieder um die 50 Prozent im Vergleich zu den Einzeltickets.
Blicken wir kurz auf 2025 zurück. Wie zufrieden waren Sie mit dem Sommerfestival?
Sehr zufrieden. Meiner Ansicht nach war 2025 mit 2023 das ausgewogenste Festival, sowohl von den Musikrichtungen als auch vom Verhältnis national zu international. Natürlich ist Musik aber immer Geschmackssache und individuell. Organisatorisch hatten wir einige Neuheiten, unter anderem wurde zum allerersten Mal jedes Ticket gescannt. Im Vorfeld wussten wir tatsächlich nicht, wie gut das funktionieren wird. Es herrschte also eine gewisse Unsicherheit. Aber es hat wirklich hervorragend geklappt. Noch nie war der Einlass so schnell wie in 2025. Was sicherlich auch daran lag, dass wir zusätzlich unser Einlasspersonal nahezu verdoppelt haben.
Gibt es auch Dinge, die man verbessern könnte?
Gibt es immer, zum Beispiel die Toilettenkapazität. Das haben wir weiterhin im Blick. Ein oder zwei weitere Toilettencontainer könnte das Festival gut vertragen, aber leider bieten die aktuellen Wasserleitungen keinen Spielraum für Erweiterungen. Generell sind wir stetig bemüht, besser zu werden und auch an kleinen Stellschrauben zu drehen. Aber eines wäre schon wünschenswert: Ich hätte nichts dagegen, wenn es 2026 etwas wärmer und trockener wird (lacht).
Anna Heise