Rosenheim – Den Start ins neue Jahr hätte sich ein Rosenheimer sicherlich anders vorgestellt. In der Silvesternacht gegen 2 Uhr erhielt der Hausmeister der Wohnanlage an der Westerndorfer Straße einen Anruf von einem Studenten. Der teilte ihm mit, dass in der Gemeinschaftsküche des Studentenwohnheims eine Feuerwerksbatterie gezündet wurde. „Es war eine Batterie mit 36 Schuss“, sagt der Hausmeister am Telefon.
Ein Bild der
Verwüstung
Er wohnt selbst in der Anlage. Gehört hat er von dem Vorfall in der Küche jedoch nichts. „Auch weil zur gleichen Zeit draußen geböllert wurde“, sagt er. Kurz nach dem Anruf habe er sich auf den Weg zur Gemeinschaftsküche gemacht. Dort habe ihn ein Bild der Verwüstung erwartet. „Durch das Feuerwerk ist eine wahnsinnige Hitze entstanden. Die komplette Küche muss generalsaniert werden“, sagt er. Auf dem Fußboden seien überall eingebrannte Löcher, ein Teil der Küchenfront sei noch immer mit Ruß überdeckt. Überall liegen Überreste der Pyrotechnik. Derzeit sieht es danach aus, als ob auch die Küchenfenster ersetzt werden müssen.
Hauptkommissar Robert Maurer schätzt den Schaden insgesamt auf rund 7.000 Euro. Er und seine Kollegen haben direkt nach der Tat mit den Ermittlungen wegen vorsätzlicher Brandstiftung begonnen. So hätten Zeugen geschildert, dass sie am 1. Januar gegen 2 Uhr zwei Personen vor dem Anwesen an der Westerndorfer Straße beobachten konnten. Sie entsorgten eine Plastiktüte an einer angrenzenden Wiese. Plötzlich liefen aus dem Haus zwei weitere Personen. Die vier liefen in unbekannte Richtung davon. „Unmittelbar danach kam es im Studentenhaus zu mehreren Knallgeräuschen, verursacht durch die gezündete Feuerwerksbatterie“, schildert Maurer.
Täter zwischen
20 und 25 Jahre alt
Von den Tätern liegt ihm zufolge eine vage Beschreibung vor. Sie seien zwischen 20 und 25 Jahre alt und dunkel gekleidet gewesen. „Es war keiner der Bewohner. Die würden so etwas nicht machen“, ist der Hausmeister überzeugt. Er vermutet, dass Vandalen sich Zutritt zu dem Gebäude verschafft haben, in die Küche gelangt sind und dort die Feuerwerksbatterie gezündet haben. „Jeder kann in unser Studentenwohnheim. Wir sind eine offene Wohnanlage“, sagt er. Insgesamt sind in dem Gebäude 349 Bewohner zu Hause. Schon alleine deshalb sei die Tür nie verschlossen. „Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art“, fügt der Hausmeister hinzu. So würden immer wieder fremde Menschen ins Haus kommen und randalieren. Mal werden Tische umgeschmissen, mal Bilder von den Wänden gerissen. Eine Feuerwerksbatterie aber sei noch nie abgefeuert worden.
Der dadurch entstandene Schaden ist auch Tage später noch sichtbar. „Die Küche kann aber noch benutzt werden, Kühlschrank und Herd funktionieren beispielsweise noch“, sagt der Hausmeister. Trotzdem setzt er alles daran, den Raum so schnell wie möglich reinigen zu lassen.
Anna Heise