Rosenheimerin geht mit Tanzgruppe auf TikTok viral

von Redaktion

Die Videos der Rosenheimer Tanzgruppe „Offmaskcrew“ gehen auf TikTok viral. Eine Tänzerin ist Aliya Karajic (19), der in den sozialen Medien über 11.000 Menschen folgen. Sie erzählt, wie es sich anfühlt, auf der Straße erkannt zu werden, und ob sie wirklich Influencerin werden will.

Rosenheim – Model, Tänzerin und bald Influencerin? Die 19-jährige Aliya Karajic aus Rosenheim hat auf TikTok inzwischen über 11.000 Follower. Die Videos ihrer Tanzgruppe erzielen auf der Plattform Millionen von Aufrufen, der meist gesehene Clip wurde 70 Millionen- mal geklickt. Für Karajic sieht es so aus, als könnte sie damit durchstarten. Doch will sie das überhaupt?

Aliya Karajic ist gebürtige Rosenheimerin und lebt in Happing. „Gerade studiere ich an der Fachhochschule in Kufstein“, erzählt sie im Gespräch mit dem OVB. Doch schon seit Längerem läuft nebenbei noch Social Media mit. Für sich selbst hat sie einen eigenen Account, gemeinsam mit der Rosenheimer Tanzgruppe „Offmaskcrew“ schmeißt sie ein weiteres Konto auf TikTok. „Damit haben wir im Oktober 2024 angefangen“, erinnert sie sich.

Beim Tanzen kann sie
den Kopf ausschalten

Karajic selbst tanzt schon, seit sie klein ist. „Zuerst habe ich vier Jahre Ballett getanzt, danach Hip-Hop“, erzählt sie. Für sie ist es eine Leidenschaft. Beim Tanzen könne sie den Kopf ausschalten, ihre Gefühle herauslassen. „Durch die Gruppe bedeutet es für mich auch Verbundenheit und Teamgeist“, fügt sie hinzu.

Die „Offmaskcrew“ hat auf TikTok mehr als 157.000 Follower. Anfangs postete die Gruppe unregelmäßig Tanzvideos ohne Hintergedanken. „Dann sind die ersten Videos so richtig viral gegangen“, erinnert sich Karajic. Sie und die anderen Mädchen würden oft gar nicht realisieren, dass so viele Leute ihre Videos anschauen. „Es ist einfach eine Zahl“, sagt sie. Für die Gruppe sei das dennoch der Wahnsinn und vor allem ein Ansporn gewesen. „Seitdem ziehen wir das durch und posten regelmäßig“, erzählt die Hobbytänzerin.

Schon als kleines Mädchen habe sie ihren Laptop oder ihr Tablet genommen und es vor sich aufgestellt. „Ich habe so getan, als wäre ich Youtuberin“, sagt sie sich lachend. Ihr sei immer klar gewesen, dass sie in dieser Richtung tätig werden wolle. Ihre ersten Posts waren Tanzvideos oder sogenannte Lipsync-Clips. Dabei werden bereits existierende Audios oder Lieder mithilfe von Lippensynchronisation nachgemacht.

„Irgendwann kam die erste Kooperationsanfrage von einem Unternehmen“, erzählt Aliya Karajic. Seitdem postet sie regelmäßig.

Menschen in der Region
erkennen sie

„Meine Inhalte fallen in eine bestimmte Nische: Fashion, Beauty und Lifestyle“, erklärt die Rosenheimerin. Anfangs habe es sie viel Überwindung gekostet, Videos zu drehen, bei denen sie in die Kamera spricht. Mittlerweile ist sie glücklich darüber, diesen Schritt gegangen zu sein.

Auf Instagram hat ihr das inzwischen 1.200 Follower eingebracht, auf TikTok über 11.000. Und auch in der Region ist sie mittlerweile bekannter. „Ich bin schon oft auf meinen Account angesprochen worden“, erzählt Karajic. Für sie sei das anfangs „sehr krass“ gewesen, doch eigentlich sei es ein schönes Gefühl. Wenn sie draußen unterwegs ist, blendet sie den Gedanken, dass sie jemand erkennen könnte, einfach aus. „Es fällt eher den anderen auf als mir“, sagt sie.

Ihr Freund etwa bemerkt oft, wenn sie von anderen Menschen angesehen wird. Und er wird sogar regelmäßig darauf angesprochen, wie er erzählt. „Ich bin stolz darauf, dass ihre Arbeit Menschen erreicht“, sagt et in dem Zusammenhang. Social Media sei gerade für junge Menschen ein „wichtiges Zukunftsthema“. Durch ihre Präsenz auf TikTok und Co. sei Aliya Karajic extrovertierter geworden, knüpfe leichter Kontakte und vernetze sich mit ganz unterschiedlichen Menschen. Dennoch fühlt sich die 19-Jährige dadurch nicht unter Druck gesetzt, wie sie selbst sagt. „Am Ende des Tages soll es in erster Linie Spaß machen und eine Leidenschaft sein“, erklärt sie.

Sie kann sich gut vorstellen, ihren Account weiter auszubauen. „Ich werde Social Media nie aus den Augen verlieren.“ Im Vordergrund steht für sie derzeit aber ihr Studium. Selbst wenn sie mal von ihrem Influencer-Dasein leben könnte, wird es wohl nie ihr einziger Beruf bleiben, in dem sie tätig ist, ist sie überzeugt.

19-Jährige hat einen
vollen Terminkalender

Das ist auch jetzt schon so, denn Aliya Karajic jobbt neben der Uni. Bereits mit 15 habe sie angefangen zu arbeiten. Zuerst im Einzelhandel, dann in der Gastronomie. Zur Arbeit kommen Hobbys hinzu, etwa das regelmäßige Tanztraining mit der „Offmaskcrew“. „Früher habe ich auch noch ein Instrument gespielt, war in einer Band und habe Kampfsport gemacht“, erzählt die Rosenheimerin. Seit einiger Zeit modelt sie außerdem öfter mal für einen regionalen Trachtenhersteller.

Ihr Terminkalender ist voll, doch das stört sie nicht, wie sie betont. „Wenn einem etwas Spaß macht, nimmt man sich auch die Zeit dafür“, sagt Karajic. Und wenn es ihr zu viel wird, schaltet sie einfach einen Gang runter. Ihre Motivation, immer auf Achse zu sein, habe sie wahrscheinlich von ihrer Mutter. „Sie ist auch so“, sagt Karajic.

Dass ihre Tochter auf Social Media längst keine Unbekannte mehr ist, weiß auch ihre Mutter. Oft werde diese darauf angesprochen. „Sie steht aber voll hinter mir. Und auch von meinen Freunden bekomme ich viel Unterstützung“, sagt Karajic.

Enge Freundinnen
in der Tanzgruppe

So auch von ihrer Tanzgruppe. Einige ihrer engsten Freundinnen tanzen dort mit ihr zusammen. „Wir blicken sehr positiv auf Aliyas Social-Media-Präsenz“, erzählen die Mädchen. Auch für sie hat Aliya Karajics wachsende Bekanntheit Auswirkungen. „Tatsächlich werden wir als Freundinnen häufig auf sie angesprochen.“. Das zeige, dass Karajic mittlerweile viele Menschen erreiche – gerade in Rosenheim.

Authentische Inhalte
kommen gut an

Das Posten auf Instagram und TikTok kann die 19-Jährige gut mit ihrem Alltag verbinden. „Ich hätte es am Anfang niemals gedacht, aber die Leute mögen authentischen Content.“ Deshalb teilt Karajic einfach ihr Leben auf Social Media. Theoretisch könnte sie alles filmen und posten, was sie erlebe. Etwa wenn sie zum Tanztraining geht und mit „ihren Mädels“ ein weiteres Video aufnimmt. Eines, das womöglich wieder Millionen Menschen auf der ganzen Welt sehen werden.

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