Prinzenpaar fiebert erstem Auftritt entgegen

von Redaktion

Ursula Smit (27) und Korbinian Schmitt (33) regieren die Rosenheimer Faschingssaison. Vor ihrem ersten großen Auftritt auf dem Rosenball am heutigen Samstag verrät das neue Prinzenpaar, warum für sie ein Traum in Erfüllung geht und was sie besonders nervös macht.

Rosenheim – Es gab eine Zeit, da konnte Ursula Smit (27) dem Fasching so gar nichts abgewinnen. „Ich habe erst neulich mit meiner Mama wieder darüber geredet. Sie musste mich damals quasi in meine Kostüme reinzwängen“, sagt sie und lacht. Mittlerweile ist die Situation eine andere. Und das schon seit einigen Jahren.

Über das Debütieren und die Zeit in der Rosenheimer Faschingsgilde habe sie den Fasching von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Sie entdeckte nicht nur ihre Leidenschaft fürs Tanzen, sondern auch, wie viel Spaß es macht, in verschiedene Kostüme zu schlüpfen.

Kein Feier- oder
Verkleidungsmensch

Hätte man ihr zu dieser Zeit erzählt, dass sie einmal Faschingsprinzessin wird, hätte sie aber wahrscheinlich trotzdem nur laut gelacht. Eine ähnliche Reaktion dürfte man auch von Korbinian Schmitt (33) bekommen haben. „Ich bin weder ein Feiermensch noch jemand, der sich gerne verkleidet“, sagt er. Was er am Fasching liebt, sei die Möglichkeit, zu tanzen und mit Menschen Zeit zu verbringen, die er schätzt.

Wie eben Ursula Smit. Die beiden tanzen bereits seit zehn Jahren zusammen. „Wir haben uns in der Tanzschule kennengelernt“, sagt die 27-Jährige. Sie tanzten auf dem Rosenball, waren beim Stadt- und Landball dabei und nahmen an diversen Auftritten der Faschingsgarde teil. „Wir haben uns vor sieben Jahren schon versprochen, dass wir uns irgendwann als Prinzenpaar bewerben“, verrät Korbinian Schmitt.

Beim ersten Mal
hat‘s nicht geklappt

Während sie ihr Versprechen kurzzeitig wieder aus den Augen verloren hatten, wollten sie es im vergangenen Jahr dann tatsächlich in die Tat umsetzen. „Da hat es aber leider nicht geklappt“, sagt Ursula Smit. Aufgeben kam für die 27-Jährige jedoch nicht infrage, stattdessen bewarb sie sich im darauffolgenden Jahr gleich noch einmal.

Die beiden wurden kurze Zeit später zu einem Gespräch eingeladen. Sie beantworteten Fragen über sich, erklärten, wieso sie gerne den Rosenheimer Fasching regieren wollen. Gleichzeitig bekamen sie einen Einblick, was es heißt, Prinzenpaar zu sein. „Uns wurde noch einmal deutlich gemacht, was alles dazu gehört“, sagt Korbinian Schmitt. Abschrecken ließen sich die beiden davon nicht. Im Gegenteil.

Im Juni erfuhren sie dann ganz offiziell, dass sie es geschafft haben. „Für uns hat sich damit ein Traum erfüllt“, sagt Ursula Smit. Doch statt mit Freunden und Familie zu feiern, mussten die beiden die Nachricht für sich behalten. „Erst am 11. November darf offiziell bekannt gegeben werden, wer das neue Prinzenpaar ist“, sagt Korbinian Schmitt.

Die beiden hätten es lediglich ihren Partnern verraten, bei Freunden und Familie hielten sie dicht. „Dadurch, dass wir auch davor schon ständig unterwegs waren, mussten wir uns auch nie Ausreden einfallen lassen“, sagt Ursula Smit. Denn mit der neuen Rolle folgten auch zahlreiche Aufgaben und Termine. Fotos müssen gemacht, Interviews gegeben werden. Es standen intensive Trainingseinheiten und Treffen bei der Schneiderin auf dem Programm, die an manchen Tagen bis tief in die Nacht dauerten.

Liedauswahl war die
schwerste Entscheidung

„Man muss sich sehr, sehr viele Gedanken machen“, sagt Ursula Smit. Sei es, welchen Stoff sie für ihr Kleid haben möchte oder zu welchem Lied sie und Korbinian Schmitt beim Rosenball tanzen wollen. „Das war sowieso die schwierigste Entscheidung“, sagt der 33-Jährige. Denn auch wenn sich die beiden auf der Tanzfläche blind verstehen, bei der Musik geht ihr Geschmack weit auseinander. „Ich denke aber, dass wir eine ganz gute Wahl getroffen haben“, sagt Ursula Smit. Mehr will die 27-Jährige aber noch nicht verraten.

Gleiches gilt für die Choreografie. Auch hier halten sie dicht. „Prinzipiell können wir aber sagen, dass unsere Vorbereitung nicht vergleichbar mit unserem normalen Tanztraining ist“, sagt Schmitt. Die beiden mussten verschiedene Figuren einstudieren, eine komplette Choreografie lernen und an der Technik feilen. „Wir hatten Glück, dass wir unsere Arbeits- und Trainingszeiten so gut unter einen Hut gebracht haben“, sagt Smit.

Denn die beiden sind nicht nur als Prinzenpaar aktiv, sondern arbeiten nebenbei auch noch in ihren normalen Jobs. Ursula Smit als Tanzlehrerin und Veranstaltungskauffrau, Korbinian Schmitt als Anlagenmechaniker für Heizung, Sanitär und Klima. Wenn Ursula Smit nicht tanzt oder arbeitet, sitzt sie bei der Schneiderin. „Montags ist meistens mein Prinzessinnentag“, sagt sie und lacht.

Entspannen kann die 27-Jährige auch am Abend nicht. Dann heißt es kleben. Denn jede Prinzessin muss ihre eigenen Strasssteinchen am Kleid befestigen. „Das entspannt mich, aber manchmal hat man das Gefühl, dass man überhaupt nicht vorankommt“, sagt Ursula Smit. Damit pünktlich zum Rosenball alles fertig ist, hat sie sich Unterstützung von ihrer Mama geholt.

Sobald die Hochphase des Faschings offiziell beginnt, muss die 27-Jährige vor den rund 80 Auftritten dann auch noch regelmäßig zum Friseur. „Das bleibt mir zum Glück erspart. Ich ziehe meine Hose und mein Sakko an und dann bin ich fertig“, sagt Korbinian Schmitt und lacht. Trotz des vollen Terminkalenders freuen sich die beiden darauf, wenn es endlich so richtig losgeht. Bisher hält sich die Aufregung noch in Grenzen.

Wollen jeden
Moment genießen

„Wir sind es gewohnt, vor vielen Zuschauern zu tanzen“, sagt Korbinian Schmitt. Was ihn deutlich nervöser macht, ist das ganze Drumherum. Händeschütteln, Interviews geben. „Beim Tanzen fühlen wir uns sicher“, betont auch Ursula Smit. Und trotzdem haben sich die beiden vorgenommen, jeden Moment zu genießen. „So etwas passiert im Leben nur einmal. Und es geht so schnell vorbei“, sagt die 27-Jährige.

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