Nach Unfall Suche nach Lösungen

von Redaktion

Lkw rauscht in Unterführung in Rosenheim – Höhe der Brücke ausreichend beschildert

Rosenheim – Ein paar Kratzer sind noch zu sehen. Ansonsten erinnert an der Bahnunterführung in der Schlößlstraße nichts mehr an den Unfall, der sich hier am Mittwochmittag, 14. Januar, zugetragen hat. Wie die Polizei mitteilte, missachtete ein 61-jähriger Lkw-Fahrer aus Polen die Höhenbegrenzung für die Durchfahrt der Bahnunterführung in Richtung Großkarolinenfeld. Dabei stieß der Anhänger gegen die Brücke, die Plane und das Gestell wurden zerstört (wir berichteten). An der Unterführung entstanden geringfügige Kratzer. Die Statik war nicht beeinträchtigt. Die Straße musste für mehrere Stunden gesperrt werden. Es ist nicht das erste Mal, dass Lkw-Fahrer in der Unterführung stecken bleiben oder dagegen fahren. Im November 2024 fuhr sich ein rumänischer Lkw-Fahrer unter der Brücke fest. Ein Spezialunternehmen musste zur Bergung angefordert werden.

„Eigentlich
schon ersichtlich“

Im Jahr zuvor war ein Lkw-Fahrer (53) aus Innsbruck gegen die Unterführung gekracht und hatte für einen Sachschaden in Höhe von 60.000 Euro gesorgt. „Die Höhe der Brücke ist eigentlich mehr als ausreichend beschildert, und der Großteil der Lkw-Fahrer erkennt, ob ihr Gefährt zu hoch für eine Unterquerung der Brücke ist oder nicht“, sagt Christian Baab, Pressesprecher der Stadt Rosenheim. Für ihn sei es nur schwer nachzuvollziehen, dass einige wenige Fahrer die Beschilderung übersehen oder schlichtweg ignorieren. „Zumal der Weg über die Ausfahrt Rosenheim Nord unwesentlich länger ist“, fügt er hinzu.

Auch beim Speditionsunternehmen Dettendorfer hat man von dem Unfall gehört. „Für jeden Lkw-Fahrer ist es eigentlich ersichtlich, dass man durch die Bahnunterführung in der Schlößlstraße nicht durchkommt“, sagt ein Sprecher des Unternehmens auf OVB-Anfrage. Bei der Routenplanung geht man nahezu bei allen Lkw von einer Höhe von vier Metern aus, die Brücke an der Schlößlstraße sei aber gerade einmal dreieinhalb Meter hoch.

In der Regel wird den Lkw-Fahrern von der Disposition eine Route unter Berücksichtigung der Lkw-Abmaße und deren Gewicht vorbereitet. „Strecken, auf denen sich Unterführungen unter vier Meter befinden, werden bei uns sofort aus der Route gestrichen“, erklärt der Sprecher.

Das bestätigt auch Josef Heiß. Er ist der Geschäftsführer der Befrachtungs- und Transportkontor (BTK) GmbH mit Sitz in Rosenheim. „Die Truck-Navigation berechnet mit allen Angaben zu Sender, Empfänger, Fahrzeug und Tour die beste Route. Unterführungen, Brücken und andere Engstellen werden umfahren“, sagt er auf OVB-Anfrage. Das System vermeide Hindernisse und setze sich in der Transportbranche immer mehr durch.

„Trotzdem sind Speditionen mit älteren Fahrzeugen oft noch ohne diese Systeme unterwegs“, sagt der BTK-Geschäftsführer. Hinzu kommt, dass Fahrer für zusätzliche Informationen – beispielsweise, wenn es zu einem Stau kommt – auf Alternativen wie Google Maps umsteigen. „Das birgt ein Risiko, denn die Informationen in diesen Systemen reichen für die Navigation der Lkw nicht aus“, sagt Heiß.

Ein Unfall dieser Art sei in der Geschichte der BTK noch nicht vorgekommen. „Generell sind unsere Fahrzeuge eher selten in Unfälle verwickelt“, sagt er. Eben auch, weil die Fahrer wüssten, wie hoch ihr Fahrzeug ist. „Grundsätzlich sind alle Brücken ausreichend gekennzeichnet. Sinnvoll wäre es, eventuell die Umfahrungen für Lkw früher, öfter und deutlicher anzukündigen“, sagt Josef Heiß.

Anbringung von
flexiblen Höhenkontrollen?

Bei der Bahnunterführung in der Schlößlstraße wird derzeit baulich geprüft, ob vor der Brücke flexible Höhenkontrollen angebracht werden können. „Dazu müssen wir uns mit dem Landkreis abstimmen, weil die Höhenkontrolle stadteinwärts nicht mehr im Stadtgebiet installiert würde“, sagt Christian Baab. Außerdem gilt es zu überprüfen, ob die Anbringung aufgrund von Entwässerungsrinnen baulich möglich ist. „Grundsätzlich sehen wir Höhenkontrollen positiv, zum Schutz der Anwohner und zur Aufrechterhaltung des Verkehrsflusses“, ergänzt der Sprecher der Stadt.

Das sagt die Deutsche Bahn

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