Rosenheim – Schnee, Eis, Glätte: Der Winter zeigte sich in den vergangenen Wochen in der Region in seiner gesamten Bandbreite. Während Kälte- und Wintersport-Fans Spaß an den eisigen Bedingungen haben, müssen sich Haus- und Grundbesitzer um einiges kümmern. Denn sie müssen dafür sorgen, dass die Wege geräumt und sicher zu begehen sind.
Umweltfreundliche
Alternativen
Während einige dabei schon auf umweltfreundliche Alternativen zurückgreifen, nutzen andere immer noch Streusalz, obwohl dies in vielen Städten – so auch beispielsweise in Rosenheim – auf öffentlichem Grund nicht erlaubt ist. Der Grund: Umweltschutz. „Das Salz wird von den Wegen und Straßen irgendwann weggeschwemmt und dann geht es in den Untergrund beziehungsweise ins Erdreich, und dort gehört es in der Menge nicht hin“, macht Rainer Auer vom Bund Naturschutz in Rosenheim auf OVB-Nachfrage deutlich. „Das verändert dann auch die Vegetation oder beschädigt sie. Wir haben ja normalerweise keine Salzpflanzen bei uns in der Umgebung“, ergänzt er.
Auer sehe es allerdings nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus der Sicht eines Kommunalpolitikers. Denn als ehemaliger Bürgermeister Stephanskirchens hat er sich damals auch mit dem Thema Winterdienst auseinandergesetzt. Daher halte er es dennoch für sinnvoll, an besonders neuralgischen Stellen – wie im Gefälle – zu salzen. Für den privaten Einsatz weist Auer darauf hin, dass es in vielen Fällen gar nicht notwendig ist, zu streuen. Im Fall der Fälle könne man aber beispielsweise auch mit Asche aus unbelastetem Holz streuen. Doch Streusalz ist nicht nur für die Pflanzenwelt ein Problem. Auch Tiere leiden darunter. Besonders Haustiere, wie beispielsweise Hunde. „Die Pfoten der Hunde können austrocknen und dann gibt es oft Risse, die sich entzünden können“, erklärt Andrea Thomas, Vorsitzende des Tierschutzvereins Rosenheim. Doch nicht nur Entzündungen drohen den Hunden. Im schlimmsten Fall kann das Streusalz für die Tiere sogar tödlich enden. Denn: „Manche Hunde schlecken auch gerne Schnee mit Streusalz und können dann Magen-Darm-Probleme bekommen – für kleine Hunde kann das sogar tödlich sein“, erklärt Thomas.
Extra Pflege
erforderlich
Um die Vierbeiner im Rosenheimer Tierheim vor schmerzenden und entzündeten Pfoten zu bewahren, wird dort im Winter noch einmal extra Pflege betrieben. „Wir haben Pfotenbalsam für die Hunde im Tierheim“, erklärt Hundehaus-Mitarbeiterin Verena Dürnay. Eine Trainingspatin trainiere außerdem gerade mit ihrem Trainingspatenhund, Schuhe anzuziehen. Sollten die Hunde Probleme haben, werden die Pfoten nach dem Gassigehen abgeduscht und eingecremt. „Vaseline vorher bringt leider nicht sehr viel“, macht Dürnay deutlich. Und Thomas warnt im Hinblick auf die Gefahren im Winter noch vor einer weiteren Gefahrenquelle für Haustiere: Frostschutzmittel, das beispielsweise für die Windschutzscheibe am Auto genutzt wird. Sollte ein Tier die Reste auflecken, kann das „schon in kleinen Mengen bei Hunden und Katzen zum Nierenversagen führen und tödlich sein.“