Tuntenhausen – Nächste Woche geht es wieder los. Dann muss Benny Weber zurück ins Krankenhaus. Er hat seine dritte Chemotherapie vor sich. Doch derzeit ist der 42-Jährige daheim und erholt sich. Für drei Wochen durfte er nach Hause. „Mir geht es gut“, sagt er am Telefon. „Ich konnte mich gut erholen und fühle mich auch wieder fit.“
Benny Weber bekam vor wenigen Monaten die Diagnose Krebs. Im Januar 2025 hatte der 42-Jährige eine Operation vor sich und musste dafür einige Tests machen lassen. Beim Hausarzt zeigte sich, dass einige Werte nicht gut waren. Doch er ließ diese nicht weiter untersuchen. Erst im Oktober suchte Weber einen neuen Hausarzt auf, weil er Magenprobleme bekam. Nachdem seine Hausärztin ihm Blut abgenommen hatte, schickte sie ihn besorgt zum Hämatologen, um sein Knochenmark überprüfen zu lassen. „Dann bekam ich die Diagnose akuter Blutkrebs“, sagt Weber.
Passende Spenderin
gefunden
Nun wartet Benny Weber auf seine dritte Chemotherapie. Und auch auf eine passende Stammzellenspende. Um ihn dabei zu unterstützen, hat die Firma Eder, bei der er arbeitet, im Dezember eine Registrierungsaktion gestartet. Dafür trat die Firma aus Tuntenhausen mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) in Verbindung und bekam zahlreiche Stäbchen zugeschickt. „DKMS schätzt, dass wir circa 80 Registrierungen erreichen werden“, erklärt Geschäftsführerin Angela Eder, die zusammen mit Marketingleiter Klaus Kunert die Aktion initiiert hat. „Wir haben 186 Personen gefunden.“
Sie erzählt weiter, dass sie durch ihre Aktion viele Leute erreicht und auf das Thema aufmerksam gemacht haben. „Ich habe einen Anruf einer Feuerwehr aus Niederbayern erhalten, die sich jetzt auch zu so einer Aktion entschlossen hat“, sagt Eder. Und auch für Benny Weber gibt es einen „Hoffnungsschimmer“. Denn es wurde ein passender Spender gefunden – Bennys Schwester.
„Meine Schwester war bereits registriert und es hat sich dann gezeigt, dass alles übereinstimmt“, erzählt Weber. Mitte Februar stehen die Voruntersuchungen an. „Am 9. März kommt es zur Spende“, sagt der 42-Jährige. Dafür wird seine Schwester von Schweden hierher reisen, wo sie seit einigen Jahren lebt.
Großer Respekt vor
der Transplantation
Schon früh habe man die Geschwister von Benny Weber ins Visier genommen. „Bei meiner ersten Chemotherapie hat man mich schon nach meinen Geschwistern gefragt“, erinnert er sich. Bei der Schwester habe sich schnell gezeigt, dass sie als Spenderin passt. Doch noch mehr habe man gehofft, dass der Bruder passt. „Man hat mir erklärt, dass man immer die männlichen Geschwister bevorzugt. Denn meine Schwester war bereits schwanger und dadurch können sich Antikörper bilden“, so Weber. Der Bruder kam allerdings nicht infrage. Umso erleichterter ist er, dass es mit seiner Schwester klappt.
Doch die Erleichterung hielt nicht lange. Zu viele Fragen und Sorgen kamen in den nächsten Wochen und Monaten dazu. Denn eine Transplantation sei nicht ohne. Und bis zur Stammzellenspende sind es nicht mal mehr zwei Monate. „Ich war damals sehr erleichtert, aber ich hatte mir bis dato kein richtiges Bild von der Transplantation gemacht“, so Weber. „Damit wird eine der größten Sachen, die ich wahrscheinlich je erleben werde, auf mich zukommen“, sagt er. Denn sein Gesundheitszustand werde in dieser Zeit sehr stark belastet werden.
Die Transplantationsstation hat er bereits kennengelernt. Er weiß, dass er hier gut aufgehoben ist, dennoch mache der Ort ihm auch Sorgen. Er werde komplett von allen isoliert und habe zunächst nur Kontakt zu den Krankenschwestern und den Ärzten, die nur mit Kittel, Maske, Haube und Handschuhen zu ihm dürften. Die Luft werde stets gefiltert.
Dankbar für die
Teilnahme an der Aktion
„Ich glaube, das wird für mich vor allem mental herausfordernd“, so Benny Weber. „Das wird eine härtere Nummer.“ Denn auch wenn die Operation gut verläuft, heißt es nicht, dass die Stammzellen der Schwester sich auch wirklich mit seinem Knochenmark vertragen. Es könnten aber auch andere Komplikationen auftreten, die sich dann auf den Rest seines Körpers oder auf seine Organe auswirken, erklärt er.
Und auch wenn Benny Weber weiß, dass bald ein „krasser Prozess“ mit einem langen Krankenhausaufenthalt auf ihn zukommt, ist er auch froh, eine Hoffnung auf Heilung zu haben. Zudem wünscht er sich, dass auch seine Schwester die Entnahme der Stammzellen gut übersteht.
Dass sich so viele an der Registrierungsaktion der Firma Eder beteiligt haben, ist für ihn kaum zu glauben. „Es war ein riesiger Erfolg, und zwar für alle, die diese Hilfe brauchen, und ich bin froh, dass ich mein Gesicht für diese tolle Aktion hergeben und darauf aufmerksam machen darf“, sagt Weber. Es sei ihm wichtig, dass sich viele registrieren, sodass Krankenhäuser stets auf eine große Datenbank zugreifen können.