Rosenheim – Es ist noch nicht lange her, da wurden die drei Männer einstimmig wiedergewählt. Bernd Perner als Vorsitzender, Willi Bonke als Zweiter und Abuzar Erdogan als Dritter. Nach vier Jahren voller Investitionen, Renovierungen und zukunftsorientierter Leitung soll es nun so weitergehen. Geplant haben die Vorsitzenden einiges.
Das hatten sie auch in den vergangenen vier Jahren. Mit rund 1,5 Millionen Euro, die sie investiert haben, wurde auch vieles umgesetzt. „700.000 Euro wurden für die Dachsanierung der Wolfgang-Pohle-Halle ausgegeben und die Sanierung der Laufbahn in der Pürstlingstraße hat 100.000 Euro gekostet“, erklärt Abuzar Erdogan.
Energetische
Maßnahmen
Auch in energetische Maßnahmen wurde investiert. So wurde etwa eine LED-Beleuchtung in der Pürstlingstraße eingebaut. „Jetzt bleiben die Lichter nicht mehr an, wenn sie nicht genutzt werden. Das spart uns ungefähr 15 bis 20 Prozent Verbrauch“, erklärt Bernd Perner. Auch den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß wollen sie mit solchen Maßnahmen reduzieren. Laut Bonke seien bereits 50 Tonnen davon eingespart und mit weiteren Investitionen sollen es insgesamt 96 Tonnen werden.
Das ist den dreien wichtig: Sie wollen an solchen energetischen Punkten investieren, um nachhaltig zu sein, aber auch Geld zu sparen. Das geht mit Änderungen wie der neuen Beleuchtung oder auch einer neuen Heizung am Campus. „An diesen Stellen geht das Geld einfach weg, aber wir brauchen es für den Sport“, sagt Perner. Das Geld soll sowohl in die Sportstätten als auch in Übungsleiter und Trainer fließen. Anlagen besitzt der Sportbund DJK Rosenheim mittlerweile zwei: den Campusbereich in der Pürstlingstraße und die Wolfgang-Pohle-Halle in der Schießstattstraße. „Auf unserem Campusbereich haben wir zum Beispiel American Football, Hockey, eine Laufbahn und Fußballplätze“, sagt Perner.
Die ganzen Flächen braucht der Sportbund, schließlich hat er aktuell 2.321 Mitglieder und 25 Abteilungen. „Im klassischen Breitensportbereich sind wir mittlerweile der stärkste Sportverein Rosenheims“, sagt Erdogan. Diese Mitgliederzahl findet auch Günter Ziegler beachtlich. Er war selbst einst Dritter Vorsitzender und Schatzmeister beim Sportbund DJK Rosenheim und ist aktuell Vorsitzender und Gründer des DJK Bavaria Rosenheim. „Es ist sehr erfreulich, was die Vorstandschaft alles plant und auch sicher zum Vorteil des Vereins und den Sporttreibenden in der Stadt verwirklichen kann“, sagt Ziegler. Doch beim Erreichen ihrer Ziele stehen dem Verein Hindernisse im Weg. Aktuell gibt es einige Abteilungen im Sportbund DJK Rosenheim, bei welchen es einen Aufnahmestopp gibt. „Etwa unsere Basketball-Damen U16: Wir können niemanden mehr aufnehmen, weil einfach keine Hallenzeiten da sind“, sagt Perner. Das sei in Rosenheim ein entscheidendes Problem: die Hallenbelegung. Jeder wolle, Perner zufolge, nach der Schule trainieren, und so werde es mit den freien Hallen knapp. „Wir mussten der neuen Handball-Abteilung sagen, dass wir ihnen nichts garantieren können, da wir keine zusätzlichen Hallenzeiten haben“, sagt Erdogan. Die Handballer müssen so in einer kleinen Halle trainieren, spielen ihre Wettkämpfe aber in einer großen Halle, so Erdogan.
Der Sportbund ist mit den fehlenden Hallenzeiten nicht allein. „Jeder Verein hat das Anrecht darauf, Hallenzeiten zu bekommen. Wären irgendwelche Zeiten frei, hätten wir das mitbekommen“, sagt der Zweite Vorsitzende, Willi Bonke. Hier ist sich die Vorstandschaft einig: Es braucht weitere Hallen. Das sei auch eine politische Aufgabe, sagt Perner. Doch es sei kein hoher Standard notwendig: „Wir brauchen nur das Nötigste, keine Tribünen. Einfach eine Halle gegen Wind, Regen und Kälte.“ Eine voll ausgestattete Halle stehe ihnen mit der Gaborhalle bereits zur Verfügung.
Neue, sportliche Möglichkeiten wollen Perner, Bonke und Erdogan ihren Mitgliedern trotz fehlender Hallenzeiten ermöglichen. So bringen sie eine Trendsportart in die Stadt: Paddle-Tennis. „Das boomt total. Das muss in Rosenheim angeboten werden“, sagt Perner. Die Pläne stehen schon und auch Vorgespräche mit der Stadt seien geführt worden. Vier Plätze, barrierefrei mit Umkleiden – das sei geplant. Diese sollen gegenüber der Tennisanlage auf dem Campusgelände entstehen.
„Das haben wir aber diesmal anders gelöst: Wir haben einen externen Investor ins Boot geholt“, erklärt Erdogan. Dieser Investor habe die Fläche vom Sportbund DJK Rosenheim gepachtet. So trage der Verein nicht das Risiko, schließlich sei der Bau rund 250.000 Euro teuer. Die Plätze gehören damit zwar nicht dem Verein, trotzdem würden Mitglieder profitieren: „Sie bekommen voraussichtlich 20 Prozent Vergünstigung“, sagt Perner. Den dreien liegt es am Herzen, das Angebot zu schaffen. „In Rosenheim gibt es sowas bis jetzt noch gar nicht. Das wird der allererste Standort“, sagt Erdogan. „Wir haben in den nächsten Jahren ungefähr zwei Millionen Euro Investitionsbedarf, sowohl in der Wolfgang-Pohle-Halle als auch draußen am Campus“, erklärt Willi Bonke. Das sei eine finanzielle Belastung, die sie als Verein selbst stemmen müssen. Doch das wird nicht über die Mitgliedsbeiträge finanziert, sondern über öffentliche Zuschüsse, Spenden oder erwirtschaftetes Kapital über Mieten, so Perner.
In den nächsten Jahren möchten die drei Vorsitzenden auch ein Multifunktionsgebäude auf dem Campus errichten. „Das ist ein extrem wichtiges Projekt“, betont Perner. Die Pläne dafür seien bei der Stadt schon eingebracht worden. „Wir brauchen die Seminarräume, Umkleidekabinen, Büro- und Lagerflächen, weil wir mehr Mitglieder haben“, sagt Perner. Warum das so wichtig ist? „Es gibt wenige Bereiche im täglichen Leben, bei denen so viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen wie beim Sport“, betont Erdogan. Als Verein würden sie versuchen, jeden zusammenzubringen. „Wir möchten eine gemeinsame Philosophie einbringen: Miteinander, Breitensport gegen jegliche Form des Rassismus“, sagt Erdogan.
Schwerpunkt
Inklusion
Aber auch Inklusion ist den Vorsitzenden vom Sportbund DJK Rosenheim wichtig, und so sind sie auch sehr stolz auf ihre Handicap-Abteilung. „Die ist aufgeteilt in körperliche und geistige Beeinträchtigungen“, sagt Bonke. „Wenn man die Menschen sieht, mit welcher Freude und welchem Spaß die bei den Spielen einlaufen und abklatschen, das finde ich schön.“ Das sei das Tolle am Verein: Er bilde die ganze Gesellschaft ab. Und das soll der Sportbund DJK Rosenheim auch in der Zukunft, dafür wollen Bernd Perner, Willi Bonke und Abuzar Erdogan mit Projekten wie Paddel-Tennis und dem Multifunktionsgebäude sorgen.