Rosenheim/Bad Aibling – Sie war eine derjenigen, die sich in der Tennisszene vor Jahren einen Namen machte und auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken kann. Heute arbeitet die Ex-Profi-Spielerin Miriam Winkler in Rosenheim im Modeladen Sego und vor allen Dingen in der Bad Aiblinger Tennisschule Goodball, wo sie ihr Wissen und ihr Können an den Nachwuchs weitergibt.
Kürzlich lieferte sie sich mal wieder ein Freundschaftsmatch in Rosenheim mit dem Kabarettisten Rolf Miller, der am selben Abend mit seinem Programm in Bad Aibling auftrat. Bei der Gelegenheit erzählte Miriam Winkler im OVB-Interview einiges über Duelle mit dem tennisbegeisterten Künstler, über andere Treffen mit Prominenten und welchen Stellenwert Tennis heute für sie noch einnimmt.
Mit 24 Jahren haben Sie den Schläger an den berühmten Nagel gehängt. Bereuen Sie, Ihre Karriere so früh beendet zu haben?
Bereuen? Sagen wir es mal so: Ich war ja zehn Jahre auf Tour. Und in diesem Alter ist dies schon eine ganz schön lange Zeit. Man muss auch dazu sagen, dass ich auch einen doppelten Bänderriss gehabt habe. Und dann fängst du in dem Alter wieder an. Zudem kommen dann die jungen Spielerinnen schon wieder nach. Zu dem Zeitpunkt war es die richtige Entscheidung.
Welchen Stellenwert nimmt Tennis heute bei Ihnen noch ein?
Ich gebe heute Tennisunterricht. Selbst spiele ich keine Turniere mehr, weil es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich schaue viel Tennis an, aktuell sind ja die Australian Open. Das Interesse ist auf jeden Fall noch da. Angebote habe ich erhalten – bislang bin ich aber hart geblieben.
Würden Sie in der Nacht aufstehen, um Tennis zu schauen?
Nein, ich stehe nicht auf. Es wird ja wiederholt. Ich schaue mir das dann aber auf jeden Fall noch mal an. Auf den Streaming-Diensten kann man die Spiele nachher anschauen.
Besuchen Sie heute noch die eine oder andere Veranstaltung?
Ich wollte letztes Jahr das Turnier in Filderstadt anschauen. Und ich wollte mit meinem Mann auf ein Grand-Slam-Turnier fahren. Da muss ich das interessanteste Turnier aussuchen. Es gibt da zwei Turniere für mich – das sind die US-Open und das ist Wimbledon. Besonders sind auf alle Fälle die US-Open. Das ist schon eine hervorragende Anlage.
Sie haben sich kürzlich mit dem Kabarettisten Rolf Miller, der in Bad Aibling am Abend einen Auftritt hatte, zu einem Freundschaftsspiel getroffen. Gibt es mehrere Treffen dieser Art?
Ja, solche Treffen gibt es des Öfteren. Beispielsweise auch, wenn Rolf Miller einen Auftritt in Ingolstadt hat. Dann kann es schon sein, dass wir uns dort treffen. Ich verbinde das dann auch mit dem Besuch meiner Familie.
Sie spielen nicht nur gegen Rolf Miller. Treffen Sie auch noch andere Promis?
Rolf Miller habe ich über Django Asül kennengelernt. Der spielt richtig gut Tennis. Und beim Finale bei den deutschen Meisterschaften in Mainz hat er zugeschaut. Da hat er auch meinen Vater angesprochen. Wenn ich mehr Zeit hätte, dann könnte ich auch noch mit Barbara Schett (Anm.: österreichische ehemalige Tennisspielerin) spielen. Ich bin ja Ingolstädterin. Alle zwei Jahre findet bei uns ein Fohlen-Weide-Cup statt, Horst Seehofer ist der Schirmherr. Und da habe ich ganz viel mit seiner Frau gespielt. Das mache ich gern. Das ist eine Herzensangelegenheit.
Gehen diese Persönlichkeiten auf Sie zu und bitten Sie, mit ihnen zu spielen?
Ich bin natürlich viel in der Welt herumgereist und da hat man sich nie aus den Augen verloren. Ich bin auch mit Bernd Karbacher (Anm.: ehemaliger Tennisspieler und Davis-Cup-Sieger) befreundet. Und ich habe mit der Schwester von Tommy Haas, mit Sabine Haas, gespielt.
Wenn man Rolf Miller einmal ausnimmt, fällt Ihnen noch jemand ein, dem Sie ein großes Tennis-Talent zusprechen würden?
Ich gebe ja Tennisstunden. Da gibt es gute junge Leute. Etwa einen Felix Stocker, der in Neubeuern spielt. Der ist zehn Jahre alt – und wenn ich mit dem spiele, muss ich schon Gas geben. Und dann ist da aber auch noch Vincent Szabados, der großes Talent mitbringt. Allerdings gibt es mehr Buben als Mädchen. Das ist eigentlich schade.
Wenn Sie sich mit jemandem zum Tennis treffen, geschieht dies hauptsächlich in Bad Aibling und Rosenheim oder besuchen Sie ihre Gegner auch auswärts?
Das kommt darauf an. Karin Kschwendt, die Nummer zwei in Österreich, habe ich beispielsweise in Wien besucht. Das geht aber nur, wenn es die Zeit zulässt.
Gibt es jemanden, gegen den Sie noch nie gespielt haben und gegen den Sie gerne spielen würden?
Das hätte ich vielleicht früher sagen können. Jetzt eigentlich nicht mehr. Ich hätte früher gerne mehr gegen die Williams-Schwestern gespielt – egal gegen welche von beiden. Einmal habe ich gegen Venus Williams gespielt. 3:6 und 3:6 habe ich da verloren. Das ist eigentlich ganz gut.
Sie haben sehr viel zu tun. Unter anderem sind Sie geprüfte Tennislehrerin. Bleibt da noch Zeit für etwas anderes?
Ja, da bleibt schon noch Zeit. Aber sagen wir mal so: Mir wird nicht langweilig.
Gerhard Erlich