Rosenheim – Manuela Badziong steckt mitten in Kundengesprächen. Die Leute kommen zu der Agenturinhaberin des Tui-Reisebüros in Rosenheim, um sich über die Angebote und Reiseziele für 2026 beraten zu lassen. „Wir sind jetzt in der Frühbucherphase“, erklärt sie.
Beim Fortbewegungsmittel in den Urlaub bleiben sich laut Badziong die Rosenheimer treu: „Das Flugzeug ist wie jedes Jahr die Lieblingsreiseart.“ Doch 2026 seien bei ihr auch Camper-Reisen in Kanada beliebt. Schiffe würden den Rosenheimern ebenfalls zusagen. „Aktuell merke ich eine vermehrte Nachfrage nach Kreuzfahrten“, sagt Badziong. Hierbei sei allerdings wieder das Flugzeug bei der Reise dabei, schließlich müssen die Rosenheimer zum Hafen kommen, von dem das Schiff ablegt.
Den Trend hin zu den Kreuzfahrten hat auch Yvonne Wieland bemerkt, doch gab es den in ihrem Reisebüro bereits vergangenes Jahr. Wieland ist die Geschäftsführerin der „travel and more Reiseagentur“ in Raubling. „Schiffsreisen geben den Reisenden die Möglichkeit, in kurzer Zeit mehrere tolle Destinationen zu besuchen“, erklärt sie. Gleichzeitig gäbe es bei ihr aber auch eine stabile Nachfrage nach Autoreisen, besonders in Richtung Italien, Kroatien und Österreich. Bei den Schiffsreisen ziehe es ihre Kunden ans Mittelmeer.
Das Mittelmeer ist wie im vorherigen Jahr auch 2026 wieder ein beliebtes Reiseziel bei den Rosenheimern, da sind sich die beiden Reise-Expertinnen einig. „Griechenland, Türkei und Spanien sind vorn mit dabei“, sagt Badziong. Auch die Kanaren, Tunesien und Ägypten sind gefragt. Yvonne Wieland merkt hier etwas Neues: „Der Drang weg von den klassischen Inseln und Städten hin zu neuen Orten mit mehr Ruhe“, sagt sie. So seien im Mittelmeerraum in Spanien Andalusien, in Griechenland Zakynthos und in der Türkei Bodrum 2026 sehr gefragt.
Im Tui-Reisebüro in Rosenheim bemerkt Manuela Badziong eine jahreszeitliche Veränderung bei den Buchungen. Ziele wie die Malediven, die Karibik, Thailand oder auch Vietnam seien Fernreiseziele, die klassisch für den November-Urlaub gebucht wurden. Jetzt sind sie auch im Sommer gefragt. „Ich erwähne dabei immer, dass es am Reiseziel zu Regenschauern kommen kann. Aber das spielt nicht mehr eine so große Rolle wie die Jahre zuvor“, erklärt Badziong. Auf solche Probleme und Situationen vor Ort hinzuweisen, gehöre zu ihrem Beruf in der Reiseagentur dazu.
Auf solche Hinweise sind die Kunden der Reisebüros bei einigen Ländern angewiesen – so auch aktuell bei einem Urlaub in den USA. „Ziele, die als unsicher oder politisch instabil wahrgenommen werden, werden zurückhaltender gebucht“, sagt Wieland. Die Türkei gehöre nicht zu diesen Ländern, aber eben die Vereinigten Staaten. „Bei den USA gibt es einen Einbruch und spürbar mehr Gesprächsbedarf“, erklärt Wieland. Manuela Badziong sieht beim Thema USA-Reise zwei Seiten: „Die einen lieben die USA und fahren weiter dahin. Bei einer kleinen Gruppe merkt man aber eine gewisse Unsicherheit.“
Manche Kunden von Badziong seien sich bei den USA in Bezug auf Einreisebestimmungen unsicher. Yvonne Wieland stellt bei ihrer Kundschaft außerdem Bedenken über die Sicherheit im Land fest. „Einige zögern oder verschieben die Reise nach hinten“, erklärt die Geschäftsführerin der „travel and more Reiseagentur“. Die Ursachen hierfür seien laut ihr die politischen Entwicklungen, das Waffenrecht oder auch die gesellschaftlichen Spannungen in den USA.
In solchen Situationen würden die Reisebüros ihre Kunden individuell beraten und auf die Lage hinweisen. „Wir informieren den Kunden umfassend über Einreisebestimmungen und stellen einen Link zur Verfügung. Da kann er die aktuelle Situation einsehen“, sagt Manuela Badziong. Grundlegend raten Wieland und ihre Kollegen von Reisen in akute Krisen- oder Kriegsgebiete ab. „Bei politisch angespannten Ländern beraten wir sehr individuell und transparent“, sagt Wieland.
Die Weltlage hält die Rosenheimer allerdings nicht davon ab, zu reisen: „Die Reiselust ist weiterhin sehr hoch. Viele Menschen wollen unbedingt verreisen und holen teilweise auch Reisen nach“, sagt Wieland. Dabei würden die Rosenheimer länger überlegen und die Preise mehr vergleichen. Allerdings fallen die Entscheidungen manchmal kurzfristiger als früher, sagt Wieland.
Mit Blick auf den eigenen Urlaub sind sich die beiden Rosenheimer Reise-Expertinnen einig: Afrika reizt sie sehr. Wieland ziehe es dieses Jahr nach Botswana. „Dort faszinieren mich vor allem die beeindruckende Natur, exklusive Safari-Erlebnisse und die besondere Ruhe der afrikanischen Wildnis“, sagt sie. Auch Badziong ist fasziniert, aber von Südafrika. Dort habe sie bereits eine Radreise gemacht und das würde sie gerne wiederholen. „Das ist Wahnsinn, wenn man vom Kap der guten Hoffnung mit dem Rad runterfährt“, erzählt sie. Sie überzeugen in Südafrika das Land, die Leute und die Tiere.