Rosenheim – Am vergangenen Wochenende entführte das „Showtheater der Phantasie – Die Traumfabrik“ das Publikum im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim in eine Welt voller Staunen, Poesie und artistischer Eleganz. In drei ausverkauften Vorstellungen spürte man förmlich die Magie, mit der Geschäftsführer und Moderator Ingo Pawelke und Regisseurin Nicole Pawelke und ihr internationales Ensemble dieses Gesamtkunstwerk aus Varieté, Theater, Akrobatik, Musik und Illusionen auf die Bühne zaubern.
Choreografie
aus Träumen
Die Traumfabrik ist keine gewöhnliche Zirkus- oder Varieté-Show; sie ist eine Choreografie aus Träumen, die durch visuelle Geschichten, fein abgestimmte Musik und ein feines Gespür für den Moment zu einem Gesamterlebnis wird, das die Zuschauer in Rosenheim tief berührte.
Ein Höhepunkt, der Applaus und bewunderte Blicke gleichermaßen erntete, war das Akrobatik-Duo Agathe Bisserier und Adrien Malette-Chénier, dessen Chemie und Kunstfertigkeit förmlich Funken sprühte. Das Duo, das 2018 seinen Abschluss an der École de Cirque de Québec gemacht hat, gewann beim renommierten Cirque de demain in Paris sowohl den Publikumspreis als auch den Sonderpreis der Jury – Auszeichnungen, die nicht nur Prestige markieren, sondern auch die absolute Weltklasse ihrer Darbietung.
Auf der Bühne beeindruckten Agathe und Adrien durch perfekte Balance, Liebe zum Detail und eine warme Bühnenpräsenz, die körperliche Stärke und gefühlvolle Verbindung vereinte. Jede Hebung, jeder Hand-zu-Hand-Moment war nicht nur akrobatisch exzellent, sondern auch Ausdruck einer tief empfundenen Partnerschaft, die das Publikum augenblicklich in den Bann zog.
Ein vollkommen anderer, aber ebenso intensiver Teil der Traumfabrik-Welt war die Performance der ukrainischen Sandkünstlerin Olga Lysytska. Mit fließenden Händen und virtuoser Gestaltungskraft erzählte sie eine bewegende Geschichte: „Unsere Erde – ein Sandkorn im All“.
Diese Darbietung war ein stiller, fast kontemplativer Moment im Programm – vergänglich, sinnlich und tief poetisch. In der Dunkelheit des Saals, nur erleuchtet durch den gelblichen Schimmer des Sands auf dem Lichttisch, entstand ein Universum voller Formen und Stimmungen, das im nächsten Augenblick wieder zerfloss. Das Publikum hielt den Atem an, gebannt von dieser flüchtigen Kunst, die ebenso sehr in den Herzen wie in den Augen nachhallte.
Aus Schweden stammend und mit Auftritten in über 40 Ländern sowie zahlreichen internationalen Preisen ausgestattet, brachte Johan Wellton eine weitere Facette künstlerischer Performance ins Spiel. Seine Darbietung war ein gelungenes Zusammenspiel aus Humor, Körperkunst und Interaktion – ein Moment, in dem die Distanz zwischen Bühne und Publikum schmolz. Welltons Leichtigkeit und gleichzeitig beeindruckende Technik sorgten für herzliche Lacher und staunende Blicke gleichermaßen. Neben den genannten Höhepunkten bot die Traumfabrik in Rosenheim weitere beeindruckende Akrobatik-Ensembles, Illusionen und künstlerische Momente, die sich zu einer rundum gelungenen Inszenierung fügte. Die Mischung aus internationaler Artistik, poetischen Momenten und humorvollen Einlagen erzeugte eine Dynamik, die Jung und Alt gleichermaßen begeisterte. Auch das Publikumserlebnis selbst, etwa das anschließende Treffen mit den Künstlern und Sammeln von Autogrammen, zeugte von einer Wertschätzung gegenüber der Kunst und einer sympathischen Nähe zwischen Ensemble und Zuschauern.
Die Traumfabrik in Rosenheim war kein bloßer Abend voller Artistik – sie war ein künstlerisches Kaleidoskop, in dem jedes Element Herz, Sinne und Fantasie ansprach. Von der perfekten Akrobatik von Agathe und Adrien über die stille Magie von Olga Lysytska bis hin zu Johan Welltons charmanter Performance: Jeder Moment hatte seine eigene Poesie. Diese Show bleibt in Erinnerung als eine liebevolle, vielschichtige Hommage an die Vielfalt der darstellenden Künste – ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.