Beliebtes Wirtshaus weicht Sparkassenhochhaus

von Redaktion

Die neue OVB-Serie „Rosenheimer Zeitsprünge“ zeigt die Veränderungen der Stadt. In der vierten Folge geht es um die Kufsteiner Straße. Wo früher ein beliebtes Wirtshaus stand, befindet sich heute mit dem Sparkassenhochhaus das höchste Gebäude Rosenheims.

Rosenheim/Landkreis – „Rosenheimer Zeitsprünge“ heißt die neue, einmal wöchentlich erscheinende Serie der OVB-Heimatzeitungen, von OVB online und der 24er-Portale. Was darf der Leser beziehungsweise User von der Serie erwarten? Auf alle Fälle tolle Bilder aus den letzten Jahrzehnten, die sich mit einem Vorher/Nachher-Schieberegler in die Gegenwart verwandeln und mit einem Klick auch vergrößern lassen.

Ursprung und
historische Entwicklung

In Folge vier geht es um die Kufsteiner Straße, die historisch die Landverbindung zwischen Rosenheim und der Stadt Kufstein (Tirol) und damit ein Teil einer wichtigen überregionalen Verkehrsroute ist. Sie führte früher von der Oswaldmühle weiter nach Süden und war zunächst eine Landstraße. Im Jahr 1882 beschloss der Magistrat offiziell den Namen „Kufsteiner Straße“, nachdem sie aus dem lokalen Wegenetz (z. B. Alte Mühlgasse, alter Angerweg) ausgegliedert wurde. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts lag der Bereich außerhalb der damaligen Stadtgrenzen und gehörte zur Gemeinde Roßacker. Mit der Eingemeindung von Roßacker nach Rosenheim wurde die Straße Teil des Stadtgebiets.

Anfangs war die Straße nicht gepflastert, hatte teils tiefer liegende Häuser und wirkte eher „ländlich“. Die Anwohner forderten Pflasterung und Gehwege, die erst 1914 umgesetzt wurden. Als Teil der heutigen B15 ist die Kufsteiner Straße eine wichtige Verkehrsverbindung in und aus der Stadt.

Einige Gebäude entlang der Kufsteiner Straße stammen aus dem 19. Jahrhundert und spiegeln die frühe städtische Bebauung wider. Am südlichen Ende wurde 2000 das Multiplex-Kino „Citydome“ eröffnet. Direkt an der Straße liegt das Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim (Kuko), das seit den 1980er-Jahren für Veranstaltungen, Kongresse und Kultur genutzt wird.

Ein für die Stadtbevölkerung wichtiges Gebäude und sehr beliebt war viele Jahrzehnte lang die Wirtschaft „Bräu am Anger”. Hier wurde Stadtpolitik gemacht. Die Wirtschaft war ein wichtiger Treffpunkt. Bereits im Dreißigjährigen Krieg (von 1618 bis 1648) wurde dort Bier gebraut und ausgeschenkt. 1928 endete der Betrieb von Brauerei und Gaststätte. Danach zog das Arbeitsamt in das Gebäude ein. 1968 wurde das Haus abgerissen und der Straßenname „Zum Anger“ erinnert heute noch an die ehemalige Lage des „Bräu am Anger. Heute steht an dieser Stelle das Sparkassenhochhaus das 1969 und 1970 gebaut und zwischen 2008 und 2010 saniert wurde. Mit 14 Etagen und 47,63 Metern ist das Sparkassenhochhaus das höchste Gebäude der Stadt. Seit 1970 befindet sich in der Kurve, wenn aus der Kufsteiner Straße die Münchner Straße wird, das Rosenheimer Kaufhaus Karstadt. Das Gebäude galt damals mit seiner Waschbetonfassade als das wohl umstrittenste Bauwerk der Stadtgeschichte. Ursprünglich stand an dieser Stelle das Kaufhaus Oberpollinger, vorher Wilhelm. In den 1990er-Jahren wurden die bereits lange bestehenden Erweiterungspläne konkretisiert und am 19. Juli 1994 begannen die Bauarbeiten. Karstadt investierte rund 126 Millionen Mark in die Erweiterung des Rosenheimer Hauses, das 1997 eröffnet wurde.

Am früheren Standort der Isar-Amperwerke in Rosenheim an der Ecke Kufsteiner Straße/Brixstraße wurde in den 1990er-Jahren nach Abriss der Gebäude das Stadtcenter und ein Hotel (Brixstraße) gebaut. Ein Stück weiter stadtauswärts stand die Oswald-Mühle.

Sie befand sich an der Kufsteiner Straße im Bereich des ehemaligen Hammerviertels, einem industriell geprägten Teil der Stadt. Der Name bezieht sich auf die Familie Oswald. Die Mühle lag im Hammerviertel, einem Gebiet mit Mühlen, Schmieden und kleinen Industriebetrieben rund um den Mühlbach.

Die Oswald-Mühle war offenbar ein traditioneller Mühlenbetrieb, der Getreide verarbeitete und später auch mit der „prominenteren” Kunstmühle Rosenheim verbunden war. Das Gebäude war ab den 1970er-Jahren ungenutzt und 2001 erteilte der Bauausschuss schließlich die Abrissgenehmigung für die alte Mühle. An ihrer Stelle entstand ein modernes Wohn- und Geschäftshaus.

„Rosenheimer Zeitsprünge“: Bilder gesucht

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