Rosenheim – Die Bauarbeiten laufen auf Hochtouren: Von dem Gebäude an der Münchener Straße 26, in dem jahrelang Accessoires und Kleidung verkauft wurden, ist kaum noch etwas übrig. „Im nächsten Schritt wird es auch einen Abriss an der Herzog-Otto-Straße geben“, sagt Michael Juen von der Wohnbaugesellschaft „Beck & Fraundienst“.
Erst zu Beginn des Jahres wurden die Pläne für die Münchener Straße 26 vorgestellt. Das Erdgeschoss soll auch weiterhin gewerblich genutzt werden. Zudem sei eine Aufstockung geplant. Vorgesehen ist ein Beherbergungsbetrieb. Entstehen sollen vollmöblierte Hotelzimmer, die kurz- oder mittelfristig gemietet werden können – beispielsweise für Leute, die wegen ihres Jobs für mehrere Wochen in Rosenheim bleiben müssen, oder für junge Reisende.
Nach Abriss
Wiederaufbau
„Nach dem Abriss erfolgt ein Wiederaufbau des Gebäudes“, sagt Juen. Derzeit rechnen er und seine Kollegen damit, dass die Ladenfläche Ende 2026 in Betrieb genommen werden kann. „Wir versuchen, so schnell wie möglich zu arbeiten, um sowohl die Fußgängerzone als auch unsere Nachbarn von den Bautätigkeiten zu entlasten, gerade mit Blick auf die Straßensperrung“, fügt er hinzu. Derzeit ist die Münchener Straße an der Stelle vor dem Gebäude nur einspurig befahrbar. Immer wieder kommt es deshalb zu kleineren Staus. Am Wochenende, also von Samstag, 31. Januar bis Sonntag, 1. Februar, kommt es jetzt noch einmal zu größeren Einschränkungen. „Wir müssen den Abschnitt komplett sperren“, sagt Juen.
Der Grund: An den beiden Tagen wird ein sogenannter Obendreherkran angeliefert und aufgestellt. Dabei handelt es sich um einen Baustellenkran, bei dem sich das Drehwerk ganz oben am Turm befindet. Nur der Ausleger dreht sich, der Turm ist fest auf dem Boden verankert. Mit einem solchen Kran ist es Juen zufolge möglich, schneller und modularer zu bauen, da schwere Lasten weit transportiert werden können. „Weil der Kran am Boden zusammengebaut wird, müssen wir die Münchener Straße komplett sperren“, sagt Juen hinzu. Ab Montag, 2. Februar, kann die Straße dann wieder für den Verkehr freigegeben werden. „Die Teilverengung vor unserem Gebäude wird aber bleiben.“
Auto- und Busfahrer stellt das zumindest am Wochenende vor die eine oder andere Herausforderung. Für Rosenheimer, die auf den ÖPNV setzen, heißt das: Die Haltestelle Gillitzerstraße entfällt, ersatzweise kann die Haltestelle Stadtmitte genutzt werden. Die Haltestelle Atrium wird in Fahrrichtung Bahnhof an die Kreuzung Samer-/Münchener Straße verlegt. In Fahrtrichtung Stadtmitte fahren die Busse wie gewohnt.
„Der Aufwand hielt sich in Grenzen, da wir hier auf ein bewährtes Umleitungskonzept zurückgreifen konnten“, sagt Jean-Luc Rohner von der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft. Da die Sperrung den ÖPNV nur an einem Tag betrifft und lediglich die Haltestelle an der Gillitzerstraße betrifft, hätten die Fahrpläne nicht so umfangreich angepasst werden müssen.
„Über das MVV-System und unser System haben wir einen Haltestellenausfall gesetzt, für das Atrium ist eine ‚Haltestelleninformation‘ in der MVV-App hinterlegt“, erklärt er. Neben einem entsprechendem Social Media Post wurden auch Fahrer- und Kundenaushänge erstellt. „Zudem mussten unsere Schichtleiter eine Ersatzhaltestelle aufstellen“, sagt Rohner.
Prinzipiell hänge der Arbeitsaufwand immer von der Größe und Dauer der Baustelle ab. So gibt es laut Jean-Luc Rohner einmal in der Woche ein Treffen mit den Kollegen der Stadt Rosenheim, bei dem über Baustellen gesprochen wird. Es gibt einen Überblick über anstehende Maßnahmen und eine mögliche Umsetzung. „In der Regel haben wir mindestens eine bis zwei Wochen Zeit für die Planung und Umsetzung“, sagt Rohner. Je nach Umfang der Baumaßnahmen muss dann geprüft werden, ob die Buslinie überhaupt umgeleitet werden kann, oder ob eine Haltestelle entfallen muss. „Das ist aber immer das letzte Mittel“, sagt Rohner. Handelt es sich um eine bekannte Strecke – wie im Fall der Münchener Straße – wird auf die bewährten Konzepte zurückgergriffen. Wenn die Situation auch für die Mitarbeiter der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft neu ist, verschaffen sich die Schichtleiter erst einmal einen Überblick.
„Sie fahren mit dem Auto und später gegebenenfalls mit einem Bus raus und prüfen vor Ort, ob die Umleitungsstrecke bustauglich ist“, erklärt Rohner. Falls erforderlich, wird an kritischen Punkten ein zeitlich begrenztes Park- und Halteverbot beantragt. „Benötigen wir eine Ersatzhaltestelle, klärt das Ordnungsamt für uns, ob und wo wir ein Ersatzhaltestellenschild aufstellen dürfen“, sagt er.
Fokus liegt
auf Schülerverkehr
„Die oberste Priorität bei Fahrzeiten- und Linienwegsänderungen ist – zumindest an Schultagen – der Schülerverkehr“, sagt Rohner. Damit die Schüler sicher und pünktlich in die Schule kommen, wird bei Bedarf und falls möglich ein Verstärker-Bus eingesetzt. „Hier sind wir auch immer im engen Austausch mit dem Schul- und Sportamt sowie den betroffenen Schulen“, sagt er. Ein Großteil dieser Maßnahmen bleibt den Mitarbeitern der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft bei der Vollsperrung in der Münchener Straße aber erspart.