Große Pläne für Bereich rund um Salingarten

von Redaktion

Stadtcafé könnte zeitnah in Rosenpavillon einziehen – Fußgängerzone erneut Diskussionsthema

Rosenheim – Dr. Wolfgang Bergmüller kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als im Rosenpavillon am Salingarten Eis verkauft wurde. „Das war richtig gut“, sagte der Fraktionsvorsitzende der CSU während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Verkehrsfragen und ÖPNV. Es folgte eine Sanierung, anschließend hatte das Verkehrsbüro seinen Sitz in dem kleinen Pavillon, bevor Hedwig Pielorz dort jahrelang die unterschiedlichsten Rosen verkaufte. Im Juni gab sie bekannt, dass sie den Rosenpavillon schließen muss. Seitdem steht das Gebäude leer.

Jetzt gibt es neue Pläne. So hatten sich SPD und CSU in einem Antrag dafür starkgemacht, dass am Salingarten ein neues Stadtcafé geschaffen werden soll. Anbieten würde sich der kleine Pavillon. „Derzeit gibt es viele Interessenten“, sagte Oberbürgermeister Andreas März. Zeitnah soll ein Ortstermin stattfinden, im Anschluss will er etwas mehr verraten.

Realisierung bereits
im Frühjahr 2026

Fest steht, dass ein Umbau für eine Café-Nutzung mit wenig Aufwand verbunden und in relativ kurzer Zeit möglich ist. „Eine Realisierung könnte bereits im Frühjahr 2026 als kurzfristige Maßnahme zur Belebung des Salingartens möglich sein“, heißt es vonseiten der Verwaltung.

Stadträtin Ricarda Krüger (SPD) lobte die Idee, erinnerte aber – ähnlich wie Bergmüller – auch an die Toilettensituation im Salingarten. Diese sei derzeit alles andere als zufriedenstellend. „Es sieht so aus, als ob wir das Problem temporär lösen könnten“, sagte März.

Lob für die Idee eines Stadtcafés gab es parteiübergreifend. Eben auch, weil alle daran interessiert sind, den Bereich rund um den Salingarten aufzuwerten.

„Ein Stadtcafé kann als lebendiger Treffpunkt dienen, die Frequenz in der Innenstadt erhöhen und einen positiven Beitrag zum städtischen Leben leisten“, heißt es in dem Antrag. Neben der Schaffung von konsumfreien Räumen, zusätzlichen Sitzgelegenheiten und weiteren Begrünungen soll auch darüber nachgedacht werden, ob man die Münchener Straße nicht doch zur Fußgängerzone machen könnte.

Bereits Anfang 2025 wagte man einen ersten Vorstoß. Schilder wurden aufgehängt, Fahrradständer und vier Pflanzentröge aufgestellt. Polizei und Ordnungsamt stellten sich auf die Straße, machten die Autofahrer auf die neue Regel aufmerksam. Doch die Akzeptanz blieb aus. Im April beschloss man, den Versuch frühzeitig abzubrechen – zum Unverständnis mancher Stadträte.

Jetzt will man es also erneut versuchen. „Wir haben im vergangenen Jahr schon gesagt, dass es ein wünschenswertes Ziel wäre. Allerdings darf der Bus nicht mehr durchfahren“, sagte Oberbürgermeister Andreas März. Also wurde gemeinsam überlegt, wie der Busverkehr umgeleitet werden könnte. Kein leichtes Unterfangen, fährt durch die Münchener Straße sowohl der Regional- als auch der Stadtbusverkehr. „Es handelt sich um eine Stammstrecke“, so die Verwaltung. Zudem sei die Haltestelle „Atrium“ stark frequentiert und werde von Fahrgästen gut angenommen.

Vorstellbar wäre, die Busse ab der Gillitzerstraße über die Kufsteiner Straße, Reifenstuelstraße und Salinstraße umzuleiten. Anschließend könnte wieder die Haltestelle „Atrium“ angefahren werden. Der Nachteil: deutlich längere Fahrzeiten. Zudem würden in der Salinstraße Parkplätze wegfallen. Eine andere Alternative sei eine Fahrt von der Stollstraße über die Prinzregenten- und Samer-
straße zur Münchener Straße. Die Fahrzeiten würden sich kaum verändern, allerdings würde die Haltestelle „Atrium“ wegfallen.

Variante drei wäre eine Umfahrung über die Prinzregenten-, Samer- und Riederstraße. Das Problem: In der Riederstraße gilt derzeit eine Einbahnstraßenregelung. Auch sind die Fahrbahnen in der Rieder- und Samerstraße nicht breit genug, damit zwei Busse problemlos aneinander vorbeifahren könnten. Die Fahrbahn müsste also wieder verbreitert werden, dafür müssten Parkplätze gestrichen und Bäume gefällt werden.

„Da keine eindeutige Ideallösung erkennbar ist, empfiehlt sich eine Überprüfung durch den MVV“, heißt es aus dem Rathaus. Eine Umsetzung lasse sich dann wohl frühestens im Dezember realisieren.

Robert Lappy (Grüne) erinnerte in diesem Zusammenhang noch einmal daran, dass es sinnvoll wäre, die komplette Strecke von der kleinen Fußgängerzone bis hin zur Salinstraße als Fußgängerzone umzuwidmen. „Alles andere ist für Fußgänger nicht logisch“, sagte er während der Sitzung. Er plädierte dafür, „mutiger zu planen“.

In der Vergangenheit konnten Autos von der Gillitzerstraße zum Schalter der Hypovereinsbank fahren. Dadurch wurde die Fußgängerzone unterbrochen. „Natürlich wäre es wünschenswert, wenn man vom Max-Josefs-Platz bis zur Gillitzerstraße eine durchgehende Fußgängerstraße hat“, sagte auch Oberbürgermeister März.

Blick in die

Münchener Innenstadt

Hans Peter Lossinger (CSU) war es wichtig, dass sich die Umfahrung für die Busse „ganz genau angeschaut wird.“ Stadträtin Christine Degenhart (Freie Wähler/UP) gab zu bedenken, dass es viele Städte gibt, in denen Busse, Fußgänger und Fahrradfahrer nebeneinander existieren können. „Die Münchener Straße muss so gestaltet werden, dass alle miteinander auskommen“, sagte sie.

Peter Weigel (Grüne) erinnerte in diesem Zusammenhang an den Viktualienmarkt in München. „Auch Busse und Radfahrer sind hier unterwegs. Es funktioniert sehr gut“, sagte er. „Wir reden von einer Fußgängerzone. Das heißt keine Busse und keine Radfahrer“, widersprach Andreas Kohlberger, Fraktionsvorsitzender der AfD. Zumal in allen Fußgängerzonen in der Stadt auch keine Fahrräder erlaubt seien.

Ohne Gegenstimme sprachen sich die Mitglieder des Verkehrsausschusses dafür aus, zu überprüfen, ob die Münchener Straße als Fußgängerzone umgewidmet und ein Stadtcafé im Salingarten eingerichtet werden kann.

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