Rosenheim – Was sind Ihre Themenschwerpunkte für und in Rosenheim? Das wollten wir von Oberbürgermeister-Kandidatin Hannah Rohs (Die Linke) wissen. Das ist ihr Beitrag.
Rohs: Seit einigen Monaten sind wir in Rosenheim wieder an den Haustüren. Wir sprechen mit den Leuten über ihre Sorgen und ihre Wünsche für die Zukunft in Rosenheim. Und die meisten Menschen berichten uns von den gleichen Problemen.
Die Mieten sind zu hoch
Die Mieten in Rosenheim werden immer weiter erhöht. Das ist nicht nur ein Problem für Leute, die her- oder umziehen wollen, sondern für alle. Es hagelt eine Mieterhöhung nach der anderen, falsche Nebenkostenabrechnungen, Heizungen und Aufzüge funktionieren über Monate nicht, und der Vermieter macht nichts.
Aber eine neue, bezahlbare Wohnung in Rosenheim finden? Na, viel Glück! Also bleiben die Menschen immer öfter in unzureichenden Wohnungen. Wir haben viele solche Geschichten gehört. Von der Familie, die mit zwei Jugendlichen in einer viel zu kleinen Wohnung lebt. Von der Seniorin, die die Stadt verlassen musste, weil sie sich ihre Wohnung nicht mehr leisten konnte.
Die Stadt muss hier endlich aktiv werden. Es ist höchste Zeit, den Hebel der Zweckentfremdungssatzung zu nutzen, um gegen spekulativen Leerstand und AirBnBs vorgehen zu können. Wohnraum muss wieder bewohnbar gemacht werden. Dafür möchten wir eine städtische Stelle schaffen, die Mietwucher, Leerstand und Vernachlässigung des Mietgegenstandes durch den Vermieter verfolgt und Mietende tatkräftig unterstützt.
Zudem fordern wir eine höhere Quote für Sozialwohnungen bei Projekten der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, da der Bedarf auch hier durch die hohen Mieten steigt und die Wartezeiten viel zu lang sind.
Die Busse fahren zu wenig
Das andere Thema, das die Menschen in Rosenheim bewegt – oder besser, nicht bewegt: die Busse. Sie fallen dauernd aus, kommen zu spät, zu selten und an Sonntagen gar nicht. Ja, es ist besser geworden mit dem MVV. Aber besser ist eben noch lange nicht gut. Eine Stadt, die für die Zukunft fit sein will, braucht ein gutes Busnetz. Damit man sich auf den Bus verlassen kann, um pünktlich zur Schule, zur Uni oder zur Arbeit zu kommen. Oder am Sonntag zum Sport.
Gute und schnelle Busse machen es möglich, auch ohne Auto Sachen zu unternehmen. Das ist besonders wichtig für junge Menschen und die, die sich kein eigenes Auto leisten können. Deswegen wollen wir eine Fahrplanverdichtung, Fahrspuren nur für Busse und Fahrräder, Busse auch an Sonntagen und eine Abstimmung der Abfahrtszeiten, auch mit der Bahn. Die Verkehrsplanung der Stadt richtet sich immer noch hauptsächlich nach den Bedürfnissen der Autofahrer, anstatt in gute Alternativen zu investieren.
Zeit, es anzugehen
Wir haben in den letzten Monaten viel zugehört und uns unterhalten, über die Probleme und Ärgernisse, über Mieterhöhungen und verspätete Busse. Aber wir wollen nicht nur zuhören, wir wollen es auch ändern. Im Stadtrat und außerhalb. Deswegen werden wir auch weiter an den Haustüren unterwegs sein, um Mietende über ihre Rechte aufzuklären und Nebenkostenabrechnungen kostenlos auf Fehler zu überprüfen.
Jeden Mittwoch findet von 18 bis 20 Uhr unsere Sozialsprechstunde in unserem Büro statt. Hier nehmen wir uns länger Zeit, um mit Anträgen und anderen Problemen zu helfen. Kein Thema ist zu klein, einfach vorbeikommen oder einen Termin ausmachen.
Mein Name ist Hannah Rohs und ich kandidiere am 8. März für Die Linke für das Amt der Oberbürgermeisterin, gemeinsam mit einer Liste voller starker Mitstreiter*innen. Wir freuen uns, wenn du mit deiner Stimme unsere Vision von einem sozialen Rosenheim unterstützt.
Anmerkungen der Redaktion, zum Inhalt: Die Antworten der Kandidaten wurden in der Regel „eins zu eins“ übernommen, inhaltlich nicht überarbeitet und spiegeln nicht die Redaktionsmeinung wider. Gendern/Stil: Die OVB-Heimatzeitungen verzichten in der Berichterstattung aufs Gendern, also auf Zeichen, die gendergerechtes Schreiben fördern sollen. Da es sich um politische Statements handelt, belassen wir die Zeichensetzungen in den Texten so, wie sie die Kandidaten gesetzt haben.