Steckbrief

von Redaktion

Rosenheim – Was sind Ihre Themenschwerpunkte für und in Rosenheim? Das wollten wir von Oberbürgermeisterkandidat Abuzar Erdogan (SPD) wissen. Das ist sein Beitrag.

Erdogan: Rosenheim ist eine starke Stadt – aber sie schöpft ihr Potenzial nicht aus. Unsere Innenstadt zeigt das jeden Tag: zu wenig Leben, zu wenig Aufenthaltsqualität, zu wenig Gründe, länger zu bleiben. Ich bewerbe mich um das Amt des Oberbürgermeisters, weil ich überzeugt bin, dass Rosenheim mehr kann – und weil ich diese Stadt aktiv gestalten will.

Unsere Innenstadt braucht ein Update. Die frühere Einkaufsstadt muss sich weiterentwickeln zu einer lebendigen Stadt für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Gäste. Dafür will ich den Salingarten aufwerten und die Münchner Straße zu einer echten Fußgängerzone machen: mit klarer Gestaltung, mehr Grün, Sitzgelegenheiten, einem ansprechenden Stadtcafé und echten Verweilmöglichkeiten.

Dabei ist mir Barrierefreiheit besonders wichtig. Eine Innenstadt, die für Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren, Familien mit Kinderwagen oder Sehbehinderungen funktioniert, ist eine Innenstadt für alle. Auch Salzstadel und Atrium gehören neu betrachtet – als Orte, die das Stadtbild stärken und Menschen zusammenbringen.

Als Oberbürgermeister will ich Verantwortung für alle Menschen übernehmen – für Jung und Alt, für Familien, Alleinstehende und Seniorinnen und Senioren. Das größte soziale und wirtschaftliche Problem unserer Stadt ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Er trifft Wohnungssuchende ebenso wie Betriebe, die dringend Personal brauchen.

Ich will Genehmigungsprozesse verschlanken, Nachverdichtung ermöglichen und die Umwandlung von Büros und Praxen in Wohnraum erleichtern. Gleichzeitig muss die Stadt selbst stärker handeln: Wohnungen bauen und erwerben, um dauerhaft Einfluss auf den Markt zu behalten. Mein Vorbild ist Wien.

Hochschule und Tourismus verdienen Priorität

Angesichts des demografischen Wandels werden wir zudem mehr seniorengerechte Wohnungen benötigen – und ein klares Bekenntnis dazu, ältere Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft mitzudenken.

Auch beim Umwelt- und Klimaschutz braucht Rosenheim einen klaren Kurs. Mein Ziel ist es, unsere Stadt Schritt für Schritt energetisch unabhängiger zu machen. Der Ausbau der Fernwärme hat für mich oberste Priorität. Ebenso will ich den Ausbau von Photovoltaikanlagen vorantreiben, insbesondere auf öffentlichen Gebäuden. Begrünte Fassaden und Dächer verbessern das Stadtklima und steigern die Lebensqualität – sie sind ein wichtiger Baustein einer umweltbewussten Stadtentwicklung.

Das wirtschaftliche Zukunftspotenzial Rosenheims liegt vor allem in zwei Bereichen: in der Hochschule als Motor für Forschung, Technologie und Innovation – und im Tourismus. Beide Bereiche schaffen Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Sichtbarkeit weit über unsere Stadtgrenzen hinaus. Sie verdienen politische Priorität.

Eine lebenswerte Stadt braucht außerdem einen Verkehr, der funktioniert. Ich setze mich für ein durchdachtes Einbahnstraßenkonzept in der Innenstadt ein. Es schafft Platz für sichere Radwege, Kurzzeitparkplätze und einen besseren Verkehrsfluss. Das erfolgreiche 1-Euro-Ticket an Samstagen im Busverkehr hat gezeigt, dass attraktive Angebote angenommen werden – dieses Modell will ich wieder einführen.

Nicht zuletzt braucht Rosenheim eine Verwaltung, die als Dienstleister verstanden wird. Ich will eine Stadtverwaltung führen, die ermöglicht, begleitet und Lösungen sucht – für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für unsere Wirtschaft.

Ich habe mit Rosenheim etwas vor. Diese Stadt soll ein Ort sein, an dem man gerne lebt – heute und morgen.

Unsere Innenstadt braucht jetzt ein Update

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