Steckbrief

von Redaktion

Rosenheim – Was sind Ihre Themenschwerpunkte für und in Rosenheim? Das wollten wir von Oberbürgermeister-Kandidatin Anna Rutz (Bündnis 90/Die Grünen) wissen. Das ist ihr Beitrag.

Rutz: Zeit für eine, die anpackt. Schluss mit „weiter so“. Ich bin gebürtige Rosenheimerin, seit 18 Jahren im Stadtrat, gelernte Schreinermeisterin und arbeite seit 25 Jahren in einem international tätigen Unternehmen im Projektmanagement.

Mein Fazit: Unsere Stadt fährt mit angezogener Handbremse.

Wir verwalten den Stau, statt ihn zu lösen. Schauen zu, wie Wohnen für Normalverdiener immer schwieriger wird. Diskutieren viel, entscheiden aber oft zögerlich. Das reicht mir nicht. Rosenheim kann mehr – aber dazu braucht es mutige und kluge Entscheidungen. Freie Fahrt für die, die sie wirklich brauchen:

Verkehrspolitik darf kein Kulturkampf „Auto gegen Rad“ sein. Das bringt uns nicht weiter!

Mein Ansatz ist pragmatisch: Freie Straßen für alle, die auf das Auto angewiesen sind – der Handwerker mit schwerem Werkzeug, der Pflegedienst unter Zeitdruck, der Lieferverkehr für unsere Geschäfte. Sie alle stehen heute im gleichen Stau. Ich möchte Radwege und Busverbindungen so attraktiv gestalten, dass viele Menschen sie gerne nutzen.

Das entlastet die Straßen und schafft Raum für das Gewerbe sowie Rettungs- und Einsatzfahrzeuge. Gute Verkehrspolitik verbindet Verkehrsmittel statt sie gegeneinander auszuspielen.

Wohnraum schaffen:

Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit. Mit dem „Rosenheimer Modell“ haben wir bereits ein starkes Instrument: Wer Baurecht bekommt, muss sich am Gemeinwohl beteiligen.

Ich will dieses Modell konsequent anwenden und weiterentwickeln. Investoren sind willkommen – aber zu klaren Regeln. Es geht nicht um maximale Rendite für wenige, sondern um bezahlbaren Wohnraum für Rosenheimer Familien, unsere Fachkräfte und Seniorinnen und Senioren.

Unsere Heimat klug entwickeln: Rosenheim wächst. Aber Wachstum darf nicht bedeuten, dass wir unser Gesicht verlieren.

Unsere Natur- und Erholungsräume – vom Panger Feld bis zum Happinger See – sind die grüne Lunge unserer Stadt, Rückzugsorte für Familien, SportlerInnen, SeniorInnen, und beste Klimaanlage an heißen Tagen.

Deshalb gilt für mich klar: Innen vor Außen. Bevor wir wertvolle Grünflächen am Stadtrand opfern, müssen Brachflächen genutzt, Leerstände aktiviert werden.

Das ist kein Stillstand, sondern verantwortungsvolle Stadtentwicklung. So bleibt Rosenheim lebenswert, gesund und zukunftsfähig.

Die Innenstadt beleben:

Der Wandel im Einzelhandel ist Realität. Wir können ihn beklagen – oder ihn gemeinsam gestalten. Mein Ziel ist eine Rosenheimer Innenstadt, in der man sich gerne aufhält; mit mehr Grün, attraktiven Sitzmöglichkeiten ohne Konsumzwang, kreativen Nutzungskonzepten für leerstehende Ladenflächen.

Wer Leben in die Stadt bringt – etwa durch Pop-up-Stores, Feste, kulturelle Angebote – soll unterstützt werden, durch Offenheit, kurze Wege und Ermutigung statt unnötiger Bürokratie. Eine lebendige Innenstadt entsteht dort, wo Engagement willkommen ist und Räume für Begegnung geschaffen werden.

Verantwortung übernehmen – handeln:

Eine Stadt lebt davon, dass jemand Verantwortung übernimmt – und handelt. Ich komme aus dem Handwerk. Dort weiß man: Probleme löst man nicht mit endlosen Diskussionen, sondern mit Arbeit. Mit Anpacken. Mit Lösungen.

Mit fast 20 Jahren politischer Erfahrung weiß ich, was möglich ist. Ich bin überzeugt: Rosenheim hat noch viel mehr Potenzial.

Ich mache keine leeren Versprechen. Ich stehe für Einsatz, Verlässlichkeit und Entscheidungsfreude. Unsere Stadt braucht keinen Verwalter. Sie braucht Gestaltungswillen.

Ich habe Mut für Veränderung. Und Sie?

Ihre Anna Rutz

Unsere Stadt fährt mit angezogener Handbremse

Artikel 8 von 9