Konsens statt Konfrontation

von Redaktion

Auf Einladung des Bürgervereins Happing stellten sich die OB-Kandidaten den Fragen der Bürger. Im vollen Saal des Happinger Hofs wurden lokale Themen wie Verkehr und Bebauung diskutiert und die Kandidaten gaben einen Ausblick auf ihre Vorstellungen für die Zukunft.

Rosenheim – Der Bürgerverein Happing hatte die Kandidatin und die Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl der aktuell im Rosenheimer Stadtrat vertretenen Fraktionen zu einer öffentlichen Frage- und Diskussionsrunde zu Themen des Rosenheimer Stadtteils Happing und Kaltmühl eingeladen. In dieser Fragerunde haben sich die Oberbürgermeisterkandidaten in sachlicher Form zu klar gestellten Fragen fair auseinandergesetzt.

Vier zentrale
Fragenkomplexe

Das Bürgerinteresse für diese Veranstaltung war groß, denn der große Saal im Happinger Hof füllte sich bis zum letzten Platz. Erlafrid Hiltl, Erster Vorsitzender, zeigte sich darüber bei seiner Begrüßung mehr als zufrieden.

Die Verantwortlichen des Bürgervereins formulierten vier Fragen, denen sich auf der Bühne Oberbürgermeister Andreas März (CSU), Anna Rutz (Grüne/Bündnis 90), Abuzar Erdogan (SPD), Christopher Ehrenböck (FW/UP) und Maximilian Leucht (AfD) stellten.

Die Themen befassten sich mit der Entwicklung des Gewerbegebietes am Oberfeld, der Bebauung in Alt-Happing/Kaltmühl/Kaltwies im Hinblick auf Nachverdichtung, der Verbesserung der aktuellen Verkehrssituation speziell bei den Bushaltestellen, Bahnübergängen und Durchgangsverkehr sowie der zukünftigen Ausgestaltung in den beliebten Naherholungsbereichen Happingerausee und Happinger See. Für alle Fragenkomplexe präsentierte Vorstandsmitglied Werner Stiglauer punktgenaue Informationen mittels Powerpräsentation, die den Befragten präzise Antworten ermöglichten.

Dass es trotz der bevorstehenden Kommunalwahlen zu keinem aufgeregten Schlagabtausch kam, ist der Disziplin der Beteiligten zu verdanken. Es war nicht zu verhehlen, dass sich Andreas März, Anna Rutz und Abuzar Erdogan als aktuell im Stadtrat sitzende Personen doch mit mehr Insiderwissen profilieren konnten.

Spürbar war für die interessierten Gäste aber auch, dass sich in Happing keine unvorhersehbaren Situationen anbahnen und sich Eigenmächtigkeiten breitmachen. Dies reicht von der Notwendigkeit einer behutsamen Ansiedlung von Gewerbe bis hin zur zumutbaren Bebauung im Naherholungsgebiet.

Die SPD mahnt klare Transparenz und Trägheit an, die Grünen/Bündnis 90 warnen vor Bodenversiegelung und fehlenden Radwegen, die CSU weiß um die dringende Ausgewogenheit bei Straßenführungen und hat die Finanzen im Blick. Der UP-Kandidat plädiert für die Entschärfung neuralgischer Punkte und der Bewerber von der AfD möchte direkte Kollisionen im Umfeld der Bewohner vermeiden. Ein erkennbarer Gleichklang machte sich breit und bewies darüber hinaus, dass es im kommunalen Bereich um die direkte Lebensqualität der Menschen geht – und Happing ist da keine Ausnahme.

Gerade ein Bürgerverein macht sich da bezahlt. Diese und andere Veranstaltungen haben gezeigt, wie wichtig die Auseinandersetzung mit den gewählten Volksvertretern ist, wie wichtig es ist, miteinander zu reden, sich zuzuhören und dadurch den Kenntnisstand auf beiden Seiten auf Augenhöhe zu bringen. So ging diese vom Bürgerverein Happing initiierte Fragestunde mit der Überzeugung zu Ende, dass man sich durchaus nähergekommen ist.

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