Altes wahren und wieder nutzbar machen

von Redaktion

März verleiht „Preis für Fachkräfte“– Unternehmen „PappenStil“ und Gartencenter Nickl für Leistungen in der Ausbildung ausgezeichnet

Rosenheim – In einer von der Amtsleiterin für Wirtschaft und Tourismus, Carla Kirmis, moderierten und musikalisch vom Aiblinger Duo „nussig“ begleiteten Veranstaltung im Kuko wurden zwei Unternehmen mit dem Martha-Pfaffenberger-Ausbildungspreis ausgezeichnet. Die Buchbinderei „PappenStil“ von Bettina Maier bildet seit 2022 in einem selten gewordenen Handwerk aus, das im Jahr 2021 von der „Unesco“ zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Damit ermöglicht die Buchbinderei jungen Menschen den Zugang zu einem Beruf, der nur noch an wenigen Orten in Deutschland gelehrt wird. In ihrer Laudatio würdigte Christina Inninger die Ausbildung als Beitrag zum Erhalt der Kultur. Ausbildung sei dabei „keine Frage der Stückzahl“. Zwischen München und Salzburg gebe es nur noch vier Buchbindereien, wo junge Menschen als Praktikanten und Auszubildende lernen, „mit eigenen Händen Neues zu schaffen und Altes zu wahren und wieder nutzbar zu machen“. Bettina Maier sieht neben der Pflege der Handwerkskultur auch den Erhalt alten Wissens in Büchern als wesentlichen Aspekt ihrer Arbeit. Zudem würden sich „bei der Arbeit mit Papier oft Gespräche ergeben“, die ihr wichtig seien. Besonderer Dank gebühre ihrer Familie, ohne deren Hilfe ihr vieles im Beruf nicht möglich wäre. Der zweite Preisträger ist das „Gartencenter Rosenheim Nickl GmbH“. Laudator Alexander Haubensak würdigte, dass in dem im Jahr 1969 gegründeten Unternehmen die Menschen schon von Anfang an als „die wichtigste Ressource“ gesehen wurden. Auch in der dritten Generation habe sich daran nichts geändert. Immer noch würden die Auszubildenden auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft individuell begleitet. Die richtige Geschwindigkeit sei wichtig, so Haubensak: „Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht“. Leo Nickl, der heute in dritter Generation zusammen mit Florian Nickl in der Firmenleitung tätig ist, sieht den Erfolg der Ausbildung im Engagement aller Mitarbeiter, die eine Umgebung schaffen, die das Lernen erfolgreich macht.

Oberbürgermeister Andreas März würdigte in seinem Grußwort die Leistung der ausbildenden Unternehmen für die Gesellschaft. Das Geld, mit dem die Stadt wirtschafte, „kommt nicht vom Staat, sondern von den Unternehmen“, so der Oberbürgermeister. Und Unternehmen bräuchten Fachkräfte. Deshalb sei es wichtig, „dass wir diejenigen ehren, die dafür sorgen, dass das Fundament stabil bleibt“. Gleichzeitig würde eine Ausbildung den jungen Menschen helfen, auf eigenen Füßen zu stehen und ihr Leben zu gestalten, was Martha Pfaffenberger schon früh erkannt habe. Der nach ihr benannte Preis sei „ein Preis für die Schaffung von Fachkräften“. „Ein Beispiel für gelungene Generationenfolge“ ist laut März das „Gartencenter Rosenheim Nickl GmbH“. Seit drei Generationen werde in dem Betrieb ausgebildet, wobei 90 Prozent der jungen Leute nach der Ausbildung übernommen würden. Arbeitskräfte in der Region zu halten, stärke den Standort. Dies gelte auch für das Handwerk der Buchbinderei, das durch Ausbildung den Erhalt von Kulturgut sichere.

Der Martha-Pfaffenberger-Ausbildungspreis der Stadt wird zweimal pro Wahlperiode an jeweils höchstens zwei Unternehmen vergeben. Im Jahr 2022 hat ihn die Firma „esmo“ erhalten. Nach einer von Fachleuten durchgeführten Auswahl hatte der Stadtrat am 19. November 2025 einstimmig beschlossen, die beiden Unternehmen auszuzeichnen.

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