Regenüberlaufbecken schützt die Rosenheimer Innenstadt

von Redaktion

Mehrfache Absicherung bei Starkregen und Hochwasser – Anpassungen an klimatische Verhältnisse

Rosenheim – Das Regenüberlaufbecken an der Ebersberger Straße erfüllt für Rosenheim eine zentrale Schutzfunktion für Gewässer, Hochwassersicherheit und Abwasseranlagen. Der CSU-Ortsverband Westerndorf St. Peter hat die Anlage auf Anregung von Stadtrat Georg Soyer besichtigt, wie der Ortsverband mitteilt. Werkleiter Werner Willeitner und Projektleiter Martin Hainzl von der Stadtentwässerung Rosenheim erläuterten dabei Aufgaben und Betriebsweise des Bauwerks.

Aus einem Einzugsgebiet von rund 320 Hektar im westlichen Innenstadtbereich einschließlich Fürstätt wird Schmutz- und Niederschlagswasser über ein gemeinsames Mischwasserkanalnetz zu dem Becken geführt. Bei Trockenwetter und leichten Regenfällen kann das ankommende Abwasser vollständig zur Kläranlage weitergeleitet werden. Bei intensiveren Niederschlagsereignissen und Gewitterregen gerät die Kanalisation jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen, sodass das Regenüberlaufbecken planmäßig geflutet wird. Mit knapp 80 Metern Länge, einer Breite von 18,50 Metern und einer mittleren nutzbaren Höhe von rund 3,20 Metern können darin etwa 4.500 Kubikmeter Abwasser zurückgehalten, zwischengespeichert und vorgereinigt werden.

Seit der Inbetriebnahme im Jahr 1995 wird damit nach Angaben der Stadtentwässerung aktiver Gewässerschutz betrieben. Bei durchschnittlich 80 Tagen pro Jahr, an denen das Becken eingestaut ist, kommt es demnach im Mittel 30- mal jährlich vor, dass vorgereinigtes Mischwasser in den Herderbach überläuft. Nach Abklingen der Regenfälle wird das Becken ausgepumpt und in den Kanal Richtung Kläranlage entleert.

Die zunehmend stärkeren sommerlichen Regenereignisse erforderten eine stetige Weiterentwicklung der Stadtentwässerung. Unter anderem deshalb wurde im Jahr 2013 der Zulaufbereich zum Regenüberlaufbecken aufwendig umgebaut. Im Katastrophenfall kann eine sieben Meter breite und knapp zwei Meter hohe Notentlastungsklappe umgelegt werden, sodass eine Wassermenge von bis zu 15.000 Litern pro Sekunde schnell am Becken vorbeigeleitet werden kann. In Verbindung mit einem Hochwasserpumpwerk lässt sich dieser große Abfluss bewältigen und zur Entlastung des Herderbaches direkt in den Hammerbach pumpen. Große Teile der westlichen Innenstadt sowie die Anlieger am Herderbach in den Ortsteilen Erlenau und Wehrfleck werden nach Angaben der Verantwortlichen bei extremen Starkregenfällen auf diese Weise geschützt. Bereits mehrmals konnten durch das Zusammenspiel von Notentlastungsklappe und Hochwasserpumpwerk in den vergangenen Jahren kritische Situationen gemeistert werden.

Für den Betrieb der Anlage ist eine komplexe Steuerung installiert, die zahlreiche Messwerte für die automatisierten Funktionsweisen auswertet und bei Störungen umgehend das Betriebspersonal alarmiert. Durch regelmäßige Routinekontrollen werde laut Stadtentwässerung dauerhaft ein sicherer Anlagenbetrieb gewährleistet.

In der anschließenden Diskussion mit Stadtrat Georg Soyer und den zahlreichen Besuchern wurde auf die mehrfache Schutzfunktion der Anlage für die Bürger, insbesondere in Überschwemmungsbereichen, sowie für die städtische Abwasseranlage hingewiesen.

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