Rosenheim – Es war mehr eine Randnotiz. Vor einigen Tagen hatte der Bürgerverein Happing die Oberbürgermeisterkandidaten zu einer Frage- und Diskussionsrunde eingeladen. Es ging um die Entwicklung des Gewerbegebiets am Oberfeld, die Situation an den Naherholungsgebieten am Happinger See und Happinger Ausee sowie die Verbesserung der aktuellen Verkehrssituation.
Lärmbelästigung und
Wegfall von Parkplätzen
Jüngst hatte eine Bushaltestelle in der Dorfmitte in Happing für Unmut gesorgt. „Der Bus ist meistens komplett leer, fährt aber trotzdem sechsmal die Stunde bei uns durch“, sagte Anwohner Franz Keller. Er spricht von einer Lärmbelästigung, kritisiert den Wegfall von Parkplätzen und die Tatsache, dass die Haltestelle direkt neben der Feuerwehrzufahrt liegt, was immer wieder zu erheblichen Problemen beim Ausrücken geführt hat.
Im Dezember 2024 entschied man sich schließlich dafür, die Haltestelle zu verlegen. Wer zum Dorfplatz will, musste ab sofort an der Bushaltestelle am Happinger Hof aussteigen und die rund 200 Meter zu Fuß gehen. Die Welt schien in Ordnung, doch dann kamen die ersten Beschwerden. Eltern kritisierten, dass es für ihre Kinder zum Teil zu gefährlich ist, zum Bus zu gelangen.
Alternativen wurden gesucht, über Lösungen diskutiert. Am Ende kam die Haltestelle am Dorfplatz zurück. Zum Unverständnis der Anwohner. Sie sammelten Unterschriften, die AfD reichte einen Antrag ein. In diesem forderten sie die Verwaltung auf, die Bushaltestelle an der Dorfmitte zu verlegen. Mehrheitlich sprachen sich die Mitglieder des Verkehrsausschusses gegen den Vorschlag aus.
Die Entscheidung schien gefallen. Bis Oberbürgermeister Andreas März während der Frage- und Diskussionsrunde überraschend bekannt gab, dass die Haltestelle an der Dorfmitte verlegt wird. „Wir freuen uns riesig“, sagte Anwohner Franz Keller. Und doch bleibt die Frage, woher der plötzliche Sinneswandel kommt.
„In den vergangenen Monaten haben wir versucht, sowohl die Haltestelle am Happinger Dorfplatz als auch die Haltestelle „Happinger Hof“ aufrechtzuerhalten“, sagt Christian Baab, Pressesprecher der Stadt Rosenheim, auf OVB-Anfrage. Im praktischen Betrieb sind ihm zufolge jedoch Probleme aufgetreten.
So störe der Busverkehr unter anderem das Ausrücken und die Rückkehr der Feuerwehr. „Weil die Happinger Feuerwehr mit ihrer Autobahnnähe die Stadtteilfeuerwehr mit den meisten Einsätzen ist, stellte sich der Busverkehr am Dorfplatz dauerhaft als Störfaktor und damit als Sicherheitsrisiko heraus“, erklärt Baab.
Die Lösung: Ab März soll nur noch die Haltestelle „Happinger Hof“ angefahren werden. „Die Eltern, die Nachbarschaft und insbesondere die Autofahrer sind angehalten, zusammenzu- helfen und Rücksicht zu nehmen, damit Kinder und auch alle anderen Busfahrgäste sicher zur Haltestelle am Wirtshaus kommen“, sagt Baab. Zeitnah sollen an der Haltestelle „Happinger Hof“ auch Sitzgelegenheiten und ein Witterungsschutz installiert werden.
Doch kann ein Beschluss, der im Verkehrsausschuss getroffen wurde, einfach so gekippt werden? Auch hier liefert Pressesprecher Christian Baab eine Antwort: „Diese Entscheidung wurde anhand der Beobachtungen der vergangenen Monate über eine verkehrsrechtliche Anordnung getroffen“, sagt er.
Erhoffter Erfolg
blieb aus
Im Vorfeld habe man versucht, die Situation für den Busverkehr verträglicher zu gestalten, beispielsweise durch neue Markierungen und den Verzicht der Fahrer, an dieser Stelle Ruhezeiten wahrzunehmen. „Leider hatten die Vorkehrungen nicht den erhofften Effekt“, sagt Baab. Aus diesem Grund blieb der Verwaltung nichts anderes übrig, als die Haltestelle an der Dorfmitte zu verlegen. Zur Freude zahlreicher Anwohner.