Neue Park- und Halteverbote eingerichtet

von Redaktion

„Richtige und wichtige Entscheidung“ für mehr Sicherheit in der Mangfallstraße

Rosenheim – Die Situation ist ungut. Das machte CSU-Stadtrat Hans Peter Lossinger während der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses deutlich. Der Politiker hat sein eigenes Busunternehmen und ist selbst immer wieder in der Mangfallstraße unterwegs. „Es ist schwer, da mit dem Bus durchzukommen, wenn auf einer Seite immer Autos parken“, sagte er. Hinzu kommen Fahrradfahrer, die „keine Rücksicht nehmen“.

Gefährliche Situationen
vor allem in der Früh

Noch gut erinnert sich Lossinger an Situationen, an denen sich der Verkehr am Abend mehrere hundert Meter lang staute. „Die Autofahrer sind stellenweise sehr ungeduldig. Dadurch entstehen gefährliche Situationen“, sagte er. Auch in der Früh sei die Situation vor allem für Schulkinder unübersichtlich. Eine Lösung muss her. Darüber waren sich Lossinger und seine Fraktionskollegen bereits im November 2025 einig.

„Die Mangfallstraße ist eine Ortsverbindungsstraße mit sehr hohem Verkehrsaufkommen“, sagte Dr. Wolfgang Bergmüller, Fraktionsvorsitzender der CSU. Das Problem: Die Breite von stellenweise nur circa 5,50 Meter ist für eine Straße dieser Ordnung „extrem schmal“. Hinzu kommt, dass Fahrzeuge am Fahrbahnrand den Verkehrsfluss erheblich behindern. „Dies führt zu Stauungen mit ständigem Abbremsen und Anfahren“, sagte Bergmüller. Für die Anwohner bedeute das eine Belastung durch Verkehrslärm und Abgasemissionen.

Pünktlichkeit des ÖPNV
beeinträchtigt

Zudem würden die Stauungen Radfahrer und Fußgänger gefährden. Auch die Pünktlichkeit des ÖPNV werde durch die abgestellten Fahrzeuge stark beeinträchtigt. Deswegen setzte sich die CSU in einem Antrag an Oberbürgermeister Andreas März (CSU) für den Erlass eines Halteverbots auf der Ostseite der Mangfallstraße ein – also von der Mangfallbrücke bis zur Miesbacher Straße. Auf der Westseite der Mangfallstraße soll im gleichen Bereich ein zeitlich befristetes Halteverbot werktags von 7 bis 19 Uhr gelten.

„Dadurch wird die Sicherheit auf dieser Straße für alle Verkehrsteilnehmer deutlich erhöht“, ist Bergmüller überzeugt. Die Verwaltung hat sich den Vorschlag angeschaut. Sie erinnert an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde, aber auch daran, dass in Teilbereichen zwischen Blumenweg und Weidenweg bereits ein Halteverbot besteht. Grund hierfür waren geparkte Fahrzeuge am Fahrbahnrand unweit der dortigen Arztpraxis. Dadurch sei es zu Verkehrsbehinderungen in der Nähe der Bushaltestelle sowie an der Einmündung Waldeckweg gekommen.

Im Abschnitt zwischen Am Hirschbichl und der Miesbacher Straße sei das Halten und Parken aufgrund der örtlichen Gegebenheiten unzulässig – also aufgrund von Grundstückszufahrten, Bushaltestellen und der Mittelinsel. Bleibt also nur der Bereich zwischen Weidenweg und Tassilostraße. „Hier werden vorwiegend mehrere Fahrzeuge hintereinander am Fahrbahnrand abgestellt“, heißt es aus dem Rathaus. Dies führe zu Rückstauungen und Behinderungen im Verkehrsablauf.

Eine Nachfrage bei der Verkehrsgesellschaft Rosenheim habe das bestätigt. „Allein durch Stauungen auf der Mangfallstraße sind in den Hauptverkehrszeiten Verspätungen von bis zu fünf Minuten zu verzeichnen“, teilte die Verwaltung während der Sitzung mit. Ein Halteverbot würde helfen. Davon waren an diesem Nachmittag alle überzeugt.

Allerdings erfolgt die Umsetzung etwas anders, als im CSU-Antrag vorgeschlagen. Denn ein beidseitig angeordnetes Halteverbot würde bedeuten, dass in dem Bereich auch keine Liefer- und Ladetätigkeiten ausgeführt werden dürfen. Um die Anwohner nicht allzu sehr vor den Kopf zu stoßen, einigte sich das Gremium einstimmig auf ein Parkverbot auf der westlichen Seite.

Auf der Ostseite, zwischen der Zufahrt zum OVB Media Forum bis zur Mangfallbrücke soll es – soweit nicht schon vorhanden – ein absolutes Halteverbot geben. Stadtrat Peter Weigel (Grüne) hinterfragte, inwieweit es sinnvoll wäre, einen elektronischen Zeigefinger aufzustellen, der die Autofahrer daran erinnert, dass Tempo 30 gilt. „Dadurch würde man die Geschwindigkeitsbegrenzung noch einmal ins Bewusstsein rücken“, sagte er. Sein Fraktionskollege, Robert Lappy, unterstützte den Vorschlag der Verwaltung, gab gleichzeitig aber auch zu bedenken, dass eine Straße ohne parkende Autos dazu einlade, schneller zu fahren.

Ist ein elektronischer
„Zeigefinger“ notwendig?

Diese Befürchtung äußerte auch ein Anwohner. „Wenn die Mangfallstraße jetzt weitgehend wieder frei ist, wären Geschwindigkeitskontrollen auch im südlichen Teil gut, denn auf diesem geraden Stück rasen viele“, sagte er auf OVB-Anfrage. Generell begrüße er die Entscheidung des Verkehrsausschusses aber. „Es ist eine richtige und wichtige Entscheidung. Zu Stoßzeiten, insbesondere wenn Busse ins Spiel kamen, wurde es an den üblichen ‚Parkplätzen‘ nicht nur unübersichtlich, sondern auch richtig gefährlich“, sagt er.

Tempolimit wird teils
deutlich überschritten

So hätten viele Autofahrer durch hartes Beschleunigen versucht, noch schnell an den parkenden Autos vorbeizukommen. Das mache nicht nur Krach, sondern habe auch dazu geführt, dass das Tempolimit von 30 km/h immer wieder deutlich überschritten wurde. „Das war schon schwer einzuschätzen für entgegenkommenden Verkehr, die Ausfahrt aus der Tassilostraße geriet sogar manchmal zur Mutprobe“, sagt er. Der Beschluss ist in seinen Augen ein Schritt hin zu mehr Sicherheit.

Seit Dienstag, 17. Februar, gelten sie – die neuen Park- und Halteverbote in der Mangfallstraße.

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