Rosenheim – Mit einem mitreißenden Konzertabend im restlos ausverkauften Ballhaus hat das Karolinen-Gymnasium Rosenheim die musikalische Bandbreite seiner Ensembles präsentiert.
Vor dem Auftritt herrschte reges Treiben: Zwischen Gästen, Kindern mit Instrumenten, Technikern und Sängern koordinierte Maestro Heilmann-Mirow backstage die letzten Vorbereitungen. Die Aufregung vor einem Auftritt sei normal, erklärte er, während er weiter Anweisungen an die Schüler gab. Schulleiterin Rechenauer behielt im Saal den Überblick und freute sich darauf zu sehen, was die Kinder in dreitägigen Musikprobentagen erarbeitet hatten. Auf der Empore und rund um die Bühne stand das Technikteam bereit, wie aus einer Mitteilung der Schule hervorgeht.
Der Abend begann mit dem Orchester, das den Saal mit dem schwungvollen „Grillenbanner Marsch“ eröffnete. Anschließend begrüßte Schulleiterin Rechenauer die rund 500 Gäste und namentlich Staatssekretärin des Bundesinnenministeriums Daniela Ludwig, den ehemaligen Schulleiter Magnus Nieger, Mitglieder des Elternbeirates sowie die Vorstandschaft des Fördervereins. Die von ihr angekündigte besondere Atmosphäre der Veranstaltung stellte sich im Verlauf des Abends ein. Mit dem Walzer des „Münchner Kindl“ des österreichischen Komponisten Komzák jr. verwandelte das Orchester das Rosenheimer Ballhaus in die Wiener Hofburg.
Für einen Stimmungswechsel sorgte der Unterstufenchor unter der Leitung von Edith Kaltenbrunner. Mit bunten Klangrohren gaben die Kinder den Rhythmus zu „Sarà perché ti amo“ vor und rissen das Publikum mit. In der vokal unterlegten Polka „Leichtes Blut“ von Johann Strauß zeigten sie zusätzlich schauspielerisches Talent, als ein Unruhestifter über die Bühne gejagt wurde. Mit sauberer Intonation überzeugte anschließend das Bläserensemble unter der Leitung von Gerrit Arntz, in dem der Solist Mika Droste (10a) an der Trompete hervorstach. Das Vokalensemble der zwölften und 13. Jahrgangsstufe bezog das Publikum in ein Stück um Hans und seine Lisl ein, dessen Ausgang bewusst offen blieb.
In der Pause verkauften Abiturienten selbstgemachte Leckereien, während die Gäste über die „goldigen“ Kinder des Unterstufenchors und den sauberen Gesang des Vokalensembles ins Gespräch kamen. Man betonte sich gegenseitig, wie traditionell und lustig der Abend sei.
Den zweiten Teil leitete das Querflötenensemble mit „Bella ciao“, dem Klassiker der Resistenza, ein. Das Rhythmusensemble unter der Leitung von Christoph Leonbacher präsentierte im Anschluss Musik mit Klangrohren und Trommeln, sorgte für gute Stimmung und brachte das Publikum auch zum Mitwippen und Mitklatschen. Tosender Applaus belohnte den Auftritt.
Als das Licht erlosch und der große Chor die Bühne betrat, wurde es still im Saal. Unter dem Dirigat von Edith Kaltenbrunner inszenierten rund 50 Sänger Bill Whithers‘ „Believer“, dessen Dramatik das Publikum sprachlos zurückließ. Auch die folgenden Stücke „Wir hatten eine gute Zeit“ und „Another Day of Sun“ aus dem Kinofilm „Lalaland“ überzeugten durch Stimmgewalt. Die Gesangssoli von Anna Hainzl (11b) und Felicitas Mirow (Q12) gelangen trotz stimmlicher Herausforderungen präzise und sicher.
Nach einer Umbaupause kündigte das Surren verzerrter Verstärker einen Genrewechsel an: Die Schulband betrat die Bühne. Frontsängerin Felicitas Betz (Q13) zog mit starker Stimme und Bühnenpräsenz die Aufmerksamkeit auf sich. Unter der Leitung von Gerrit Arntz intonierten die Musiker Presleys „A little less Conversation“ und „Skank for Christmas“. Für einen erkrankten Schüler sprang der Karo-Absolvent Konstantin Schiller ein, der mit seinem Auftritt und das Trompetensolo von Ferdinand Ganslmaier (11a) den Saal zusätzlich anheizte.
Während des folgenden Umbaus für den Auftritt der „Karo-Allstars“, bei dem alle Mitwirkenden des Abends gemeinsam auf Bühne und Empore musizierten, bedankte sich Schulleiterin Rechenauer bei den Ensembleleitern. Mit besonderer Vorfreude kündigte sie die „Bohemian Rhapsody“ der britischen Band Queen an, die sie nach eigenen Angaben als junges Mädchen bei ihrem ersten Konzertbesuch in der Münchner Olympiahalle live erlebt hatte.
Unter der Leitung von Heilmann-Mirow drängten sich Instrumentalisten und Sänger dicht an dicht, um die Rockhymne in all ihren Facetten zu präsentieren. Die Karo-Allstars bündelten die Vielfalt der Ensembles zu einem gemeinsamen Höhepunkt, der im Ballhaus für einen Gänsehautmoment sorgte. Nach dem letzten Ton erhoben sich die Gäste zu „standing ovations“ und verabschiedeten die Musiker von der Bühne.
Der besondere Konzertabend zeigte eindrucksvoll Vielfalt und Qualität der Musiker am Karolinengymnasium. Nervosität und Aufregung brachten nach Angaben der Schule das Beste hervor, alle Probenarbeit zahlte sich aus. Mitwirkende und Zuhörer dürften diesen besonderen Abend im Ballhaus so schnell nicht vergessen.