Eistauchen im Simssee – THW probt Ernstfall

von Redaktion

Die geschlossene Eisdecke auf dem Simssee bot den Bergungstauchern des THW Rosenheim ideale Bedingungen für eine besondere Übung. Das Tauchen unter Eis stellt höchste Anforderungen an Mensch und Material und erfordert absolute Konzentration.

Rosenheim – Die derzeit geschlossene Eisdecke auf dem Simssee bot den Bergungstauchern des Technischen Hilfswerks (THW) Rosenheim ideale Bedingungen für eine besondere und anspruchsvolle Ausbildungseinheit. Im Mittelpunkt der Übung stand das Tauchen unter dem Eis – ein Szenario, das höchste Konzentration, präzise Abläufe und absolutes Vertrauen im Team erfordert.

Bereits am Ufer bereiteten die Einsatzkräfte die Einstiegsstelle sorgfältig vor. Nachdem eine Öffnung in die Eisfläche geschnitten worden war, stiegen die Taucher nacheinander in das eiskalte Wasser. Unter der geschlossenen Eisdecke herrschen erschwerte Bedingungen: Kein direkter Notaufstieg, eingeschränkte Sicht und Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt verlangen den Einsatzkräften körperlich wie mental alles ab.

Sicherheit durch
starke Teamarbeit

Aus diesem Grund standen Sicherheit und Teamarbeit im Vordergrund. Die Taucher waren untereinander gesichert und zusätzlich über Signalleinen mit einem Sicherungsposten an Land verbunden. Über Sprechfunk hielten sie permanent Kontakt zur Oberfläche.

Im Verlauf der Übung kamen verschiedene Spezialwerkzeuge zum Einsatz, darunter eine Unterwasserkettensäge sowie eine Unterwasserbohrmaschine. Der Umgang mit diesen Geräten unter winterlichen Bedingungen will regelmäßig trainiert sein, da sie im Einsatzfall – etwa bei der Bergung von Fahrzeugen oder größeren Gegenständen – unverzichtbar sind. Die Bergungstaucher des THW Rosenheim gehören zu einer von insgesamt sieben spezialisierten Tauchergruppen in Bayern. Ihr Einsatzspektrum reicht von der Bergung versunkener Fahrzeuge über das Auffinden von Beweismitteln bis hin zu Maßnahmen bei Umweltvergehen. Die Einsätze erfolgen häufig unter schwierigen Sicht- und Wetterbedingungen – professionelle Ausbildung und regelmäßiges Training sind daher unerlässlich. Gruppenführer Helmut Jugler zeigte sich mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden: „Das Tauchen unter Eis stellt besonders hohe Anforderungen an unsere Taucher. Umso wichtiger ist es, solche Szenarien realitätsnah zu trainieren“, betonte er. Die Mannschaft habe konzentriert und routiniert gearbeitet. Mit der erfolgreichen Übung auf dem Simssee sind die Rosenheimer Bergungstaucher nun auch für extreme Wintereinsätze bestens vorbereitet – falls der Ernstfall eintritt.

Artikel 4 von 10