Rosenheim – Wie geht es weiter mit der Stadtkirche? Welche Veränderungen stehen den Gläubigen bevor? Antworten auf diese und weitere Fragen gab es jetzt bei der Pfarrversammlung für Oberwöhr, Heilig Blut und Pang. Reinhold Gietl, Vorstand vom Stadtteilkirchenrat, moderierte die Veranstaltung, die alle zwei Jahre im Pfarrheim in Aising stattfindet.
Laut Pfarrer Thomas Schlichting braucht das Zusammenwachsen der neun Rosenheimer Pfarreien Zeit. „Wir werden nicht durchrationalisieren, sondern uns in langsamen Schritten nähern“, sagte er. So ist das pastorale Team auf einem guten Weg und war schon mehrmals in Klausur. Klar ist laut dem Geistlichen aber auch: Die hauptamtlichen Seelsorger werden immer weniger. Wenn kirchliche Angebote flächendeckend aufrechterhalten werden sollen, braucht es mehr Engagement von Ehrenamtlichen. „Das Verhältnis wird sich verlagern“, prophezeite er auf die Frage von Hans Demberger, was der Zusammenschluss zur Stadtkirche konkret bedeute. Zudem sollen die Bereiche der Verwaltungen zu einer Einheit zusammengeführt werden, um Synergien im gesamten Stadtgebiet besser zu nutzen.
Der Pfarrsaal war gut gefüllt. Unter den Gästen waren die Stadträte Anna Rutz, Ulrike Plankl, Monika Fischbacher, Georg Kaffl, Reinhard Tomm, Josef Gasteiger und Karl Mooslechner. Für Musik sorgte das Duo „Da oane und de ander“ (Robert Gsinn und Resi Busch).
Eingangs hatten die drei Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Michaela Nagel, Elisabeth Schuch und Veronika Wylezol die Kandidaten für die bevorstehende Pfarrgemeinderatswahl vorgestellt und der Panger Kirchenpfleger Christian Wylezol einen Überblick über aktuelle Projekte gegeben. So wird demnächst die ehemalige Priesterwohnung in Pang neu vermietet und im Frühjahr folgen Restarbeiten in Westerndorf. In Aising steht der Austausch des Weges am Friedhof an. Zudem ist das Kirchendach undicht und die Dachrinnen sind defekt.
Breiten Raum nahm die offene Aussprache ein. Stadtrat Georg Kaffl bedankte sich bei Marlene und Franz Unterlinner für deren Einsatz bei der Renovierung der Rundkirche in Westerndorf. „Ich würde Euch gerne die Goldene Bürgermedaille von Westerndorf überreichen“, sagte er verschmitzt. Günter Reichelt, Kirchenpfleger von Heilig Blut, sprach seinen Dank Pfarrer Schlichting, Verwaltungsleiter Florian Weindl und Ruppert Weingast aus Happing für deren Einsatz aus. Lob gab es von Bärbel Kronast für das Feierabendgebet in Oberwöhr, von Manfred Dirrigl für die Arbeitskreise auf Ebene der Stadtkirche, von Josef Hauser für Angebote wie Kirchenkaffee, Weltwaren-Verkauf und Fastensuppenessen und von Hans Bachmaier für das pastorale Team und die gute Organisation der Seelsorge. Maria Fischbacher sprach sich für eine bessere Beleuchtung am Weg zum Friedhof in Pang aus und Renate Buys für weniger englischen Gesang in Westerndorf sowie die Priorisierung lokaler Empfänger bei Spendenaktionen. Paul Deutschenbaur, Vorsitzender vom Rosenheimer Dekanatsrat, bedankte sich bei allen haupt- und ehrenamtlichen Kräften und regte an, die Kirchen jeweils mit einigen in Großschrift gedruckten Gesangsbüchern auszustatten. „Es ist nicht selbstverständlich, dass heute noch alle Ämter so gut besetzt werden können wie im Rosenheimer Süden“, gab er einen Einblick in seine Erfahrungen im überregionalen Vergleich.
In Bezug auf die Gottesdienstordnung gab es etliche Wünsche aus den Reihen der Besucher: die Wiedereinführung einer Osternacht in den frühen Morgenstunden in Heilig Blut, die Vermeidung von Gottesdiensten während der landwirtschaftlichen Stallzeit, ein Engelamt für Männer in Pang und das Einbeziehen der Brunnenkapelle in Heilig Blut. aez