Rosenheim – „Ich kann nicht versprechen, dass das neue Feuerwehrgerätehaus bis zu eurem 150. Gründungsfest am Samstag 2028 fertig ist. Aber wir werden die Pläne dafür jetzt zügig umsetzen“, versprach Oberbürgermeister Andreas März den Happinger Feuerwehrleuten bei deren 148. Mitgliederversammlung. Wenige Tage zuvor hatte der Rosenheimer Stadtrat einstimmig den Neubau an der Heilig-Blut-Straße 1 in Happing beschlossen. Bei der Versammlung im derzeitigen Feuerwehrhaus aus dem Jahr 1949 bekamen die Gäste, darunter zahlreiche Stadträte, einen Eindruck, wie beengt es dort ist. In der Fahrzeughalle stehen die beiden Einsatzfahrzeuge hintereinander, knapp daneben an der Wand hängt die Einsatzkleidung, dazu sind dort auch noch Ausrüstungsgegenstände gelagert.
46 Menschen gerettet,
betreut und versorgt
Dies sind schwere Bedingungen für eine Feuerwehr, die nach der Hauptwache in Rosenheim die meisten Einsätze bewältigen musste. 89 Einsätze hatten die Happinger Feuerwehrleute im vergangenen Jahr, wie Kommandant Marco Höllmüller berichtete. Bei 13 Brandeinsätzen und 57 technischen Hilfeleistungen wurden 46 Menschen gerettet, betreut oder versorgt. Dazu kamen acht Sicherheitswachen und elf Fehlalarme. Es gab belastende Einsätze, etwa wenn eine Tür geöffnet werden musste, weil der Bewohner schon lange tot in der Wohnung lag. Aber auch besondere Begegnungen gehörten dazu, wie im vergangenen Jahr mit einer großen, leicht giftigen Krabbenspinne, die mit einer Bananenkiste in einen Happinger Supermarkt gelangte. Die Spinne bekam den Namen Gustav und wurde zu einem Tierarzt gebracht. Ein Fall, der auch überregional Beachtung fand. 46 Aktive zählt die Happinger Feuerwehr, dazu kommen acht Mitglieder der Jugend- und Ausbildungsgruppe. Höllmüller konnte drei neue Feuerwehrleute begrüßen. Er führt den erfreulichen Zuwachs von Ehrenamtlichen auch auf die gezielte Nachwuchsgewinnung durch die Nutzung sozialer Medien zurück.
Vorsitzender Sebastian Hauser bedankte sich bei allen, die sich für die Feuerwehr engagieren, bei Einsätzen, Übungen, Veranstaltungen und im Hintergrund. Er berichtete von vielen gemeinsamen Aktionen, unter anderem einem Fußballturnier zusammen mit der Feuerwehr Aising oder dem regelmäßigen Treffen der ehemaligen Aktiven. Mit Blick auf die anstehende 150-Jahr-Feier 2028 appelliert Hauser an alle, gemeinsam anzupacken, um die vielen Arbeiten für solch ein großes Fest bewältigen zu können.
Die Jugendgruppe hat acht Mitglieder, zur Freude von Jugendleiterin Michelle Becker-Emich und den anderen Jugendbetreuern. Ein Jugendlicher ist gerade in den aktiven Dienst gewechselt, der Nachwuchs für die Feuerwehr kommt also auch immer wieder aus den eigenen Reihen. 34 Übungen, darunter eine gemeinsame mit der THW-Jugend und ein Zeltlager, machten die Jugendfeuerwehr für ihre jungen Mitglieder attraktiv.
Schriftführer Denis Deljkic ließ das vergangene Jahr mit all seinen Veranstaltungen ausführlich Revue passieren. Kassier Matthias Becker berichtete von einem geringen Minus in der Kasse wegen noch ausstehender Zahlungen, die aber bald eingehen würden. Die Kassenprüfer Werner Stiglauer und Erlafried Hiltl hatten keine Beanstandungen und empfahlen die Entlastung der Vorstandschaft, die auch bei einer Enthaltung beschlossen wurde.
In seinem Grußwort dankte Oberbürgermeister Andreas März den Ehrenamtlichen für ihr Engagement zum Wohl der Bürger in Rosenheim: „Wir schlafen deshalb gut, weil wir wissen, dass ihr euch für uns einsetzt.“ Sein Dank galt aber auch den Familien und Angehörigen der Einsatzkräfte und den Arbeitgebern für deren Verständnis. Gute Nachrichten brachte Stadtbrandrat Hans Meyrl mit. Das neue Löschfahrzeug LF 20 wird im April an die Happinger Wehr übergeben. Das Fahrzeug sei ein „Riesengerät“ mit modernster Ausstattung und Platz für neun Feuerwehrleute. Es passt in die derzeitige Fahrzeughalle mit Einschränkungen „gerade noch so“. Dies ist noch ein Grund mehr für die Happinger Feuerwehrleute, sich auf das neue Feuerwehrhaus zu freuen.