Rosenheim – Mit einem symbolischen Spatenstich ist am gestrigen Dienstag der Startschuss für den neuen Kinderspielplatz im Salingarten gefallen. Die bislang vor allem aus Rasenflächen, Baumreihen und einzelnen Sitzgelegenheiten bestehende Grünanlage soll dadurch deutlich an Aufenthaltsqualität gewinnen.
Die Entscheidung für eine umfassende Aufwertung des Areals war bereits im Frühjahr 2025 gefallen. Ein zentrales Anliegen der Stadträte war dabei die Schaffung eines Spielplatzes. Nun wird dieses Vorhaben konkret umgesetzt. Der neue Spielplatz ist nach Angaben der Stadt der 46. im Rosenheimer Stadtgebiet. „Wir wollen die Aufenthaltsqualität im Salingarten deutlich erhöhen. Familien sollen hier während ihres Stadtbummels verweilen und eine entspannte Pause machen können, während die Kinder sich austoben. Die Gestaltung soll eine Atmosphäre schaffen, in der man sich gerne aufhält“, erklärte Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März.
Geplant sind unter anderem eine Kletterpyramide sowie Türme mit Röhrenrutsche. Ein Wasser- und Matschbereich soll an warmen Tagen für Abkühlung sorgen. Der Spielplatz ist als erster konkreter Schritt einer umfassenderen Neugestaltung des Salingartens gedacht und soll ein sichtbares Zeichen für die Familienfreundlichkeit der Stadt setzen.
Der Salingarten war in den vergangenen Jahren wiederholt Thema im Stadtrat. Kritisiert wurden sowohl die geringe Aufenthaltsqualität als auch die Sicherheitslage. Insbesondere in den Abend- und Nachtstunden wird die Grünfläche von vielen Bürgern als unsicher wahrgenommen. Sie gilt als Treffpunkt der Trinker- und Drogenszene. In der Vergangenheit kam es dort zu Zwischenfällen, darum fanden wiederholt Kontrollaktionen der Polizei statt. Auch die Sicherheitswacht ist regelmäßig im Einsatz, in diesem Jahr wurde zusätzlich der Einsatz von zwei Streetworkern beschlossen.
Durch die gezielte Belebung des Areals mit einem attraktiven Angebot für Familien soll auch das Sicherheitsgefühl gestärkt werden. „Wo Kinder spielen, Eltern verweilen und Menschen sich begegnen, entsteht soziale Kontrolle ganz selbstverständlich“, heißt es dazu von der Stadt.
Die lange Planungsphase ist auch der besonderen Geschichte des Salingartens geschuldet. Bis zum Jahr 1808 befand sich dort der Rosenheimer Salvator-Friedhof. Mit dem Bau der Salinanlagen wurde der Friedhof verlegt. An der Stelle des heutigen Haupteingangs des Kultur- und Kongresszentrums befand sich einst die Friedhofskapelle.
Nach der Auflassung entstand auf dem Gelände die Saline, die über mehr als 150 Jahre das Stadtbild prägte. In einer Ausschusssitzung wurde deshalb auch diskutiert, ob und wenn, in welcher Form, dieser historische Hintergrund bei der Neugestaltung berücksichtigt werden soll. Karin Wunsam