Das „Festival mit V“ geht in die dritte Runde

von Redaktion

Kunst und Kultur im Zeichen der Gleichberechtigung – mit Drag-Shows, Yoga und Achtsamkeitsräumen

Rosenheim – Die Vorfreude steigt. Sowohl bei Cécile Pierrot als auch bei Ramona Weiß. Die beiden Frauen haben gemeinsam mit ihrem achtköpfigen Team das „Festival mit V“ auf die Beine gestellt. Bereits zum dritten Mal in Folge. „Nach dem tollen Feedback aus den vergangenen Jahren war für uns sofort klar, dass das Festival in diesem Jahr erneut stattfinden muss“, sagt Ramona Weiß.

Das Ziel: Flinta-Personen
sichtbarer machen

Das Ziel ist auch in diesem Jahr klar: Flinta-Personen sichtbarer machen und sich für mehr Gleichberechtigung einsetzen. Flinta steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans- und agender Personen. „Wir machen das Festival jetzt so lange, bis Künstlerinnen gleichberechtigt in der Szene Platz bekommen“, sagt Cécile Pierrot. Auch deshalb legen die beiden Frauen Wert darauf, dass im Festival-Programm mindestens 80 Prozent Flinta-Personen vertreten sind. „Aktuell sind wir bei über 90 Prozent“, sagt Ramona Weiß.

45 Veranstaltungen
finden an 17 Orten statt

Stolz zeigt sie auf den Flyer, auf dem über 40 Veranstaltungen aufgelistet sind. Offiziell eröffnet wird das Festival heute, Freitag, um 19 Uhr im Stadtjugendring. Im Anschluss finden die Kunstausstellung „trust the process“ sowie zwei Konzerte von „Honeylane“ und „Vandalisbin“ statt. Ab 22 Uhr startet eine Afterparty im Le Pirate.

Am morgigen Samstag können sich die Festivalbesucher ebenfalls auf ein buntes Programm freuen. Es gibt unter anderem eine Kunstausstellung in der kleinen Werkraumgalerie an der Heilig-Geist-Straße 4, die die multidisziplinäre Künstlerin Veronica Burnuthian zeigt, einen Collagen-Workshop im H3ecke-Makerspace mit Franziska Eslami, Lesungen, einen Live-Podcast und Yogastunden im Bewegungs- und Yogastudio „Momo Yoga“ in der Herzog-Otto-Straße 8a.

„Das Festival schafft Raum für Austausch, Vielfalt und neue Perspektiven – etwas, das unser Rosenheim wirklich bereichert“, sagt Marina Pfeffermann, Inhaberin von „Momo Yoga“. Solche Initiativen würden zeigen, wie wichtig Gemeinschaft, gegenseitige Unterstützung und Sichtbarkeit sind. „Mit unseren Yogaklassen möchten wir einen Ort bieten, an dem Menschen durchatmen, bei sich ankommen und neue Energie tanken können“, fügt sie hinzu.

Ein weiterer Höhepunkt an diesem Tag sind die Drag-Shows im Stadtjugendring mit Lydia Kayn, Marie Conna und Pinay Colada. Eine Drag-Show ist eine künstlerische Performance, bei der Darsteller Geschlechternormen durch Make-up, Kostüme und Schauspiel glamourös in Szene setzen. Oftmals beinhalten die Auftritte Lip-Sync-Performances, Tanz, Comedy und Interaktion mit dem Publikum. „Je später die Show, desto expressiver wird es“, verrät Ramona Weiß. Im Anschluss legt sie selbst im Wuid Club auf. Beginn ist um 22.30 Uhr.

Weißwurstfrühstück
und ein Löt-Workshop

Auch am Sonntag ist viel geboten. Neben einem Weißwurst-Brunch im Stadtjugendring gibt es eine Clean-up-Aktion der Trashbusters, einen Lindy-Hop- Tanzkurs sowie einen Kunst- und Handwerksmarkt in der Alten Druckerei. Zudem gibt es einen Poetry-Slam, einen Löt-Workshop und einen Linoldruck-Workshop. „Das vielfältige Programm ist ein Parcours durch die ganze Stadt“, sagt Cécile Pierrot. Es gebe auch Veranstaltungen, die zeitgleich stattfinden. „Die Besucher und Besucherinnen können durch Rosenheim von Location zu Location spazieren, Kunst genießen, sich vernetzen und austauschen“, sagt sie. Zahlreiche Kooperationspartnerschaften, darunter das Flötzinger Bräustüberl, das Café am Esbaum, die Städtische Galerie, der Kunstverein sowie die Lausa Bar, unterstützen das Festival. So gibt es unter anderem Rabatte auf Getränke und Speisen oder freien Eintritt.

Um die zahlreichen Veranstaltungen zu besuchen, können Interessierte einen Festivalpass kaufen. Dieser ist online erhältlich unter rausgegangen.de oder an der Abendkasse. Auch Tagestickets sind erhältlich.

„Wir sind froh, dass es jetzt endlich losgeht“, sagt Ramona Weiß. Die vergangenen Wochen seien sehr intensiv gewesen. Flyer mussten erstellt, etliche Gespräche geführt werden. Zudem wurden Mülltrennsysteme gebaut, eine Kronkorken-Sammelaktion ins Leben gerufen und ein Awareness-Team gebildet. „Es geht darum, für alle Beteiligten einen achtsamen Ort zu schaffen“, sagt Ramona Weiß.

Alle „brennen“ auf den
Start am heutigen Abend

Noch immer kann sie es nicht so richtig glauben, wie sich das Festival in den vergangenen drei Jahren entwickelt hat. Sie schwärmt von den zahlreichen Ehrenamtlichen, davon, dass viele Künstlerinnen, die beim „Festival mit V“ ihren ersten Auftritt hatten, mittlerweile deutschlandweit bekannt sind – und trotzdem wieder zurück nach Rosenheim kommen. „Wir brennen alle gemeinsam für dieses Festival“, betonen die beiden.

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