Rosenheim stärkt Schutz vor häuslicher Gewalt

von Redaktion

Zum Weltfrauentag wird ein „starkes Netz“ für Frauen und Kinder aufgespannt

Rosenheim – Mit Blick auf den Weltfrauentag am morgigen Sonntag rückt Rosenheim den Schutz vor häuslicher Gewalt und die bestehenden Hilfsangebote in den Mittelpunkt. Wie die Stadt mitteilt, wird das Schutz- und Hilfesystem von einem breiten Fachnetzwerk getragen: Polizei, Kliniken, Beratungsstellen, Justiz und Stadt arbeiten im Rahmen des „runden Tisch Häusliche Gewalt“ eng zusammen. Der Schutz vor häuslicher Gewalt gehöre zu den wichtigsten Aufgaben der Stadt, betont Oberbürgermeister Andreas März. Frauen und Kinder müssten sich auf ein starkes Netz verlassen können, die Stadt habe den Auftrag, Betroffene zu schützen und nehme diesen ernst. Gewalt gegen Frauen sei eine Haltungsfrage, so März.

Unterstützung für schnelle
Hilfe und gute Beratung

Zentrale Anlaufstellen für Opfer häuslicher Gewalt sind das Frauenhaus des Sozialdienstes katholischer Frauen und die Beratungsstelle MaVia, der ehemalige Frauen- und Mädchennotruf. Dort finden Betroffene Schutz, psychosoziale Beratung, Unterstützung im Kontakt mit Behörden sowie Hilfe in der Sorge für ihre Kinder. Diese Einrichtungen werden nach Angaben der Stadt seit vielen Jahren finanziell tatkräftig unterstützt. Ziel sei es, rund um die Uhr Schutz, Beratung und eine verlässliche Perspektive zu bieten.

Die Stadt verweist darauf, dass Schutz nicht erst an der Tür des Frauenhauses beginne. Angebote der Jugendarbeit, der Obdachlosenhilfe, der Migrationsberatung und weiterer sozialer Einrichtungen wie der Telefonseelsorge erreichten Menschen, die in besonderem Maß gefährdet seien. Auch hier investiere die Stadt erhebliche finanzielle Mittel und stärke damit indirekt den Schutz vor Gewalt. Wichtige Beiträge leisten zudem Sozialamt und Jugendamt für Familien, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind. Mit früher Beratung, enger Zusammenarbeit mit Schulen und Beratungsstellen sowie gezielten Unterstützungsangeboten arbeite die Stadt daran, häusliche Gewalt bereits im Ansatz zu verhindern und betroffene Familien besser zu schützen.

Nach städtischen Angaben beginnt häusliche Gewalt oft leise: Kontrolle über den Alltag, Demütigungen, Drohungen, das Überwachen des Handys oder der Entzug von Geld gehörten ebenso dazu – lange bevor es zu körperlichen Übergriffen komme. Häusliche Gewalt umfasse alle Formen körperlicher, psychischer, sexueller und wirtschaftlicher Gewalt zwischen Personen in familiären oder (ex-)partnerschaftlichen Beziehungen. Sie geschehe im vertrauten Umfeld und betreffe überwiegend Frauen und ihre Kinder. Sie könne schnell zur existenziellen Bedrohung werden. Rosenheim setzt nach eigenen Angaben die Vorgaben der Istanbul-Konvention konsequent um. Diese verpflichtet neben Bund und Ländern auch die Kommunen, Schutzräume, Beratungsstellen und Präventionsangebote vorzuhalten. Aktionen wie der „Orange Day“ sorgten dafür, dass das Thema Gewalt gegen Frauen und Kinder regelmäßig in den öffentlichen Fokus rücke.

Auch der von der Stadt eingerichtete Platz für Kinderrechte und die damit verbundenen Beratungsangebote setzten ein klares Zeichen. Er stehe zugleich für das Recht jedes Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung und sei ein sichtbares Signal dafür, dass Schutz, Respekt und ein liebevolles Miteinander zentrale Werte der Stadt seien. Durch regelmäßige Infoveranstaltungen werde das Bewusstsein für Kinderrechte und gewaltfreie Erziehung weiter gestärkt. Gerade im Präventionsbereich suche die Stadt mit starken Partnern den Schulterschluss, um die Öffentlichkeit bestmöglich zu erreichen.

Klare Forderung an den
Bund und den Freistaat

Mit dem Zusammenspiel aus Schutzraum, Beratung, Prävention und sozialer Unterstützung soll nach Darstellung der Stadt sichergestellt werden, dass Betroffene schnell Hilfe finden und nicht allein bleiben. Gleichzeitig könne der Schutz vor häuslicher Gewalt nicht allein von den Kommunen getragen werden, betont März. Auch Bayern und der Bund stünden in der Verantwortung, insbesondere der Freistaat mit einer klaren Finanzierungs- und Sicherstellungsverantwortung. Er selbst stehe fest hinter dem Frauenhaus und MaVia, auch finanziell, erklärt März. Rosenheim setze sich seit vielen Jahren konsequent für den Schutz und die Unterstützung von Betroffenen häuslicher Gewalt ein und verstärke ihren Einsatz kontinuierlich.

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