Zum Internationalen Frauentag hat ein von Carlotta Wittenberg organisierter Frauenstreiktag in Rosenheim zentrale feministische Themen in den Fokus gerückt. Im Mittelpunkt standen Care-Arbeit, die zunehmende Altersarmut von Frauen, Gewalt gegen Frauen sowie die medizinische Unsichtbarkeit weiblich gelesener Körper. Über den gesamten Tag hinweg kamen immer wieder Frauen zusammen, um Solidarität zu zeigen und Erfahrungen zu teilen. Besonders präsent waren Frauen, die von Altersarmut betroffen sind oder trotz Rentenalters weiter arbeiten müssen. Viele von ihnen berichteten, dass ihre Erwerbsbiografien durch Kindererziehung unterbrochen wurden – mit langfristigen finanziellen Folgen. Gleichzeitig beteiligten sich auch junge Frauen an der Aktion, die bewusst keine Kinder bekommen möchten. Sie verwiesen darauf, dass strukturelle Probleme – etwa mangelnde staatliche Unterstützung oder unzureichende Care-Infrastrukturen – häufig zu individuellen Entscheidungen umgedeutet werden. Bei der Aktion entstanden Gespräche, Kontakte und Verbindungen zwischen Frauen unterschiedlicher Generationen und Lebensrealitäten. Rund 100 Menschen beteiligten sich zudem an einer Demonstration, um auf strukturelle Ungleichheit und patriarchale Gewalt aufmerksam zu machen.
Foto J. Müller