Ein Zahnarzt mit einer besonderen Mission

von Redaktion

Der Rosenheimer Zahnarzt Dr. Oliver Spitz hat mit „Eleven Eleven“ eine eigene Zahnpflegeserie entwickelt. Nach zweieinhalb Jahren Forschung setzt er auf regionale Produktion statt Mikroplastik und erklärt, warum Langlebigkeit im Mund beginnt.

Rosenheim – Der Eingangsbereich der Praxis fungiert wie eine Hotelrezeption mit angeschlossenem Wartebereich. Mit dem Aufzug geht es zur Behandlung ins zweite Obergeschoss. „Man soll nicht schon im Wartezimmer den Bohrer hören“, erklärt die Praxismanagerin der Zahnarztpraxis „Salin11“, lächelnd. Im Schaufenster neben der Eingangstüre stehen Vitrinen. Darin Tuben mit Zahnpasta, die der Praxisinhaber Dr. Oliver Spitz entwickelt und kürzlich auf den Markt gebracht hat.

Blick auf die
Anfänge

Spitz studierte im ungarischen Szeged Zahnmedizin und stieg im Jahr 2012 in die Praxis seines Vaters mit ein. „Da war nichts mit Digitalisierung – das war die klassische Zahnmedizin der 80er-, 90er-Jahre“, erinnert er sich noch an die Anfänge. Nach mehreren Umbauten und einer Erweiterung der Praxis ist ihm neben der Digitalisierung der Zahnmedizin auch die Prävention ein Anliegen.

Zusammen mit einer Kollegin hat er daher eine Prophylaxe-Abteilung aufgebaut und sich gefragt, was den Patienten langfristig nützt. So kam die Idee, eine eigene Zahnpasta mit dem Fokus auf Mundgesundheit zu entwickeln. Zusammen mit einem Forschungslabor aus der Region hat er eine Bedarfsanalyse durchgeführt und dann Rezepturen aufgesetzt. „Wir hatten 20 bis 25 Rezepturen pro Zahnpasta bis wir beim finalen Produkt waren“, erklärt Dr. Oliver Spitz. Darauf folgte die sogenannte Bulkproduktion, also die Herstellung größerer Mengen.

Dabei wurde geprüft, wie stabil die Pasten sind oder ob sich mit der Zeit Inhaltsstoffe absetzen. Von der Idee bis zur ersten fertigen Tube lagen zweieinhalb Jahre.

Seit Kurzem verkauft er seine drei Zahncremes „Whitening“, „Coffee, Tea & Red Wine“ und „Gums“ sowie die Mundspülung „Fresh and Clean“ im Internet und in seiner Praxis im Rosenheimer Ärztehaus in der Salinstraße 11. Daher rührt auch der Markenname „Eleven Eleven“, verrät Dr. Oliver Spitz: „Mit der Adresse bin ich schon aufgewachsen und damit habe ich eine Verbundenheit.” Für Dr. Oliver Spitz steht fest, dass Longevity – also ein langes und gleichzeitig vitales, aktives Leben – im Mund beginnt. „Jeder kennt die Darmflora. Jeder kauft sich Nahrungsergänzungsmittel. Jeder gibt dafür gerne Geld aus. Aber über die orale Mikroflora macht sich keiner Gedanken“, merkt der Zahnarzt an. Daher enthält seine Zahnpasta „Gums“ das Postbiotikum Lactobacillus Ferment, das „das orale Mikrobiom stärkt”.

Darüber hinaus setzt Spitz auf Inhaltsstoffe wie Hydroxylapatit, eine Art künstlicher Zahnschmelz, der den Zahn remineralisieren und gesund halten soll. Verzichtet wurde ganz bewusst auf Stoffe, die die Umwelt oder Gesundheit belasten.

Mikroplastik werde beispielsweise in konventionellen Zahncremes verwendet, um eine abschleifende und damit aufhellende Wirkung zu bekommen. Denn es ist günstig. Spitz verzichtete bei seinen Rezepturen darauf. „Mir geht es nicht darum, Kosten zu sparen, sondern einfach sinnvolle Inhaltsstoffe reinzupacken. Gleichzeitig will ich alles, was ich nicht brauche, was schädlich sein könnte, sei es ökologisch oder für den Körper, weglassen.“

Statt Mikroplastik setzt der Zahnarzt in seiner Zahnpasta „Whitening“ auf Calciumperoxid – in niedrigen Dosen. Das soll die Pigmente auflösen, die die Zähne im Lauf der Jahre verfärbt haben. Er warnt aber auch vor zu hohen Erwartungen: „Die Zahnpasta ist natürlich nicht für Patienten oder Kunden, die sagen, ‚ich kaufe mir die Zahnpasta und habe schneeweiße Zähne.‘ Das funktioniert nicht.” Stattdessen wirke die Creme natürlich und sei für den täglichen Gebrauch gedacht. Grundsätzlich spiele das Thema Bleaching, also die Aufhellung verfärbter Zähne, eine immer wichtigere Rolle in seiner Praxis. „Gefühlt hat sich die Nachfrage die letzten drei Jahre verdreifacht“, schätzt Dr. Oliver Spitz. Für ihn sei das ein Trend im boomenden Bereich rund um Schönheit und Gesundheit. Dabei sind aus seiner Sicht nicht nur soziale Netzwerke dafür verantwortlich: „Es sind auch viele Best Ager. Wenn wir bei 35 Jahren eine Teilung machen, ist der Anteil der älteren Patienten im Bereich Bleaching sogar höher.“ Gleichzeitig warnt Spitz vor Bleaching-Produkten aus der Drogerie, denn durch eine zu schnelle, zu hoch dosierte Aufhellung können die Zähne austrocknen. Dadurch werden sie „leichter angreifbar durch Säuren“ und übersensibel.

Regionalität
und Nachhaltigkeit

Für Oliver Spitz waren die Faktoren Regionalität und Nachhaltigkeit bei der Entwicklung wichtig. Sie wurde daher auch in der Region rund um Rosenheim entwickelt, hergestellt und abgefüllt. Der Preis von 22 Euro pro Tube sei für ihn daher auch vertretbar, zumal „Gesundheit kein Luxus, sondern eine Lebenseinstellung“ sei. Mit der Entwicklung der drei Zahncremes und der Mundspülung soll auch noch nicht Schluss sein, bestätigt Spitz: „Produktideen sind definitiv da, die sind aber jetzt noch nicht spruchreif.“

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