Rosenheim – Etwas komisch muss einer Anwohnerin die Situation schon vorgekommen sein. An der Ecke Sternstraße/Westernmayerstraße sei ihr ein Fahrzeug ins Auge gefallen, das dort eigentlich nicht hingehörte. „Der Wagen war falsch abgestellt und hat einen abgesenkten Bordstein blockiert“, heißt es später vonseiten der Polizei. Dieser Ansicht war wohl auch die Anwohnerin, denn sie verständigte umgehend die Beamten. Die rückten an, um den Parkverstoß zu ahnden. Vor Ort stellten sie jedoch fest, dass das Fahrzeug Öl verliert, das zusammen mit dem Regenwasser in den Abwasserkanal fließt.
„Welchen Schaden das Auto hatte, konnten wir nicht feststellen, da wir keine Hebebühne vor Ort hatten“, sagt Polizeihauptmeister Thomas Unterlinner auf OVB-Anfrage. Klar sei lediglich gewesen, dass das Öl im vorderen Bereich des Pkw auslief. Umgehend wurde deshalb die Freiwillige Feuerwehr Rosenheim informiert. „Zur Gefahrenabwehr“, wie Stadtbrandrat Hans Meyrl erklärt. „Die Einsatzkräfte streuten die betroffene Fahrbahnfläche mit Ölbindemittel ab und nahmen dieses anschließend wieder auf“, erklärt er. Zusätzlich sei der betroffene Sinkkasten kontrolliert und vorhandene Verunreinigungen entfernt worden. „Ein weiterer Eintrag von Betriebsstoffen in das Kanalsystem konnte so verhindert werden“, sagt der Stadtbrandrat.
In diesem Zusammenhang erinnert er aber auch daran, dass es bei Fahrzeugen immer wieder zu einem Austritt von Betriebsstoffen kommen kann. „Auf regennasser Fahrbahn wird austretendes Öl schnell verteilt und ist durch den schimmernden Film gut erkennbar. Dadurch entsteht insbesondere eine erhöhte Rutschgefahr für den Straßenverkehr“, sagt er.
Bei dem Fahrzeug in der Sternstraße hat es sich laut Polizei um ein abgemeldetes Auto gehandelt. Wie lange es bereits am Fahrbahnrand steht, lasse sich nicht genau eruieren. „Vermutlich aber erst seit wenigen Tagen“, sagt Unterlinner. Der Halter – ein 25-jähriger Mann aus Rosenheim – sei nach kurzer Zeit kontaktiert und informiert worden. „Das hat etwa 20 Minuten gedauert“, sagt der Hauptmeister. Da es dem Eigentümer nicht gelang, das Fahrzeug selbst zu entfernen, ließ die Polizei das Auto abschleppen. Den 25-Jährigen erwartet nun ein Ermittlungsverfahren wegen Gewässerverunreinigung. „Die Kosten der Schleppung werden sich auf rund 200 bis 300 Euro belaufen“, sagt Unterlinner.Anna Heise