Stichwahl-Sonntag in der Region steht bevor

von Redaktion

Im Landkreis Rosenheim, in der Stadt Rosenheim und in mehreren Gemeinden wie Brannenburg oder Raubling stehen am morgigen Sonntag Stichwahlen an. Nachdem im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichte, wird es nun in einigen Duellen besonders spannend.

Rosenheim – Zwei Wochen nach der Kommunalwahl am 8. März geht es nun noch einmal los. Die Stichwahlen stehen an. Und für den ein oder anderen Kandidaten dürfte dieses Mal ein echter Wahl-Krimi bereitstehen, der jeden sonntäglichen „Tatort“ in den Schatten stellt. Es wird spannend.

Lederer muss gegen Hofer
in die zweite Runde

So beispielsweise im Landkreis Rosenheim. Denn der amtierende Landrat Otto Lederer (CSU) konnte sich als einer von insgesamt sieben Kandidaten nicht die absolute Mehrheit sichern. Dennoch dürfte er wohl noch recht ruhig schlafen, konnte er immerhin im ersten Wahlgang schon ganze 45,1 Prozent der Stimmen einsammeln. Sein Gegner Sepp Hofer (Freie Wähler) schaffte es auf 18 Prozent. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Lederer nach dem ersten Wahlgang. Immerhin konnte er vier Prozent mehr einsammeln als bei seinem Debüt vor sechs Jahren. Etwas knapper für den CSU-Kandidaten war es dagegen bei der Oberbürgermeisterwahl in der Stadt Rosenheim. Bei ebenfalls sieben Gegenkandidaten erreichte der derzeitige Oberbürgermeister Andreas März (CSU) 39,1 Prozent der Stimmen. Sein Stichwahl-Gegner Abuzar Erdogan (SPD) konnte 26,6 Prozent der Wähler für sich gewinnen. Dass es überhaupt zu einer Stichwahl kam, sei „historisch“, sagte Erdogan nach der Wahl. „Rosenheim hat seit dem Zweiten Weltkrieg erst zwei Stichwahlen hinter sich.“ März gab sich nach dem Bekanntwerden des Ergebnisses zuversichtlich. Knapp 40 Prozent der Stimmen seien für ihn ein Vertrauensbeweis. Einen noch größeren „Vertrauensbeweis“ als Lederer und März erhielt der CSU-Bürgermeisterkandidat Stephan Schlier aus Bad Aibling am 8. März. Er holte 48 Prozent der Stimmen – was zwar viel ist, aber dennoch nicht für die Direktwahl reicht. Nun muss er gegen Kirsten Hieble-Fritz (FW/ ÜWG) in die Stichwahl. Und auch sie konnte mit 33,1 Prozent der Stimmen ein beachtliches Ergebnis einfahren.

Kopf-an-Kopf-Rennen
in Kolbermoor

Anders sieht es in der Nachbarstadt Kolbermoor aus. Denn dort konnte nicht der CSU-Kandidat Leonhard Sedlbauer die meisten Stimmen einfahren. Mit 20,6 Prozent lieferte er sich sogar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem SPD-Kandidaten Christian Morgenroth, der 19,9 Prozent holte. In absoluten Zahlen: Morgenroth fehlten nur 60 Stimmen im Kampf um die Stichwahl gegen Thomas Rothmayer (Parteifreie Kolbermoor). Er ging als klarer Favorit mit 40,8 Prozent aus dem ersten Wahlgang.

Wer nun denkt, dass es beim Duell zwischen Sedlbauer und Morgenroth haarscharf war, sollte einen Blick nach Raubling werfen. Denn noch knapper hätte das Ergebnis dort nicht ausfallen können. Dementsprechend spannend dürfte es auch bei der Stichwahl werden. Zur Wahl standen drei Kandidaten: Michael Linnerer (CSU), Franziska Pfaffenhuber (Freie Wähler Raubling) und Martin Rutz (Grüne). Rutz erhielt 647 Stimmen der Raublinger.

Hochspannung in Raubling:
Eine Stimme Unterschied

Doch der Wahl-Wahnsinn folgte dann mit Linnerer und Pfaffenhuber. Linnerer holte 2.615 Stimmen, Pfaffenhuber 2.614. Somit landeten beide bei einem Wert von 44,5 Prozent. Entscheidend wird also am Sonntag sein, für wen sich die bisherigen Wähler von Rutz entscheiden – oder ob der ein oder andere vielleicht gar nicht mehr zur Wahl geht.

In Brannenburg stehen am Sonntag Hubert Estner (CSU) und Christian Zweckstätter (Junges Dorf Brannenburg) zur Wahl. Das Außergewöhnliche in dieser Inntal-Gemeinde: Die beiden Kandidaten verzichten auf einen erbitterten Wahlkampf vor der Stichwahl. „Uns beiden geht es ums Dorf“, machten die beiden nach dem ersten Wahlgang gegenüber dem OVB deutlich. Im ersten Durchgang der Bürgermeisterwahl kam Estner auf 1.451 und damit 43,5 Prozent der Stimmen, Zweckstätter sammelte 1.314 und damit 39,4 Prozent. Nun rufen beide Kandidaten gemeinsam zur Wahl auf.

Brannenburger Kandidaten
setzen auf Gemeinsamkeit

Der Hintergrund: „Wir wollen, dass möglichst viele ihre Stimme abgeben, damit das Ergebnis dem Willen der Brannenburger entspricht.“

In Rimsting überzeugte mit Thomas Schuster ebenfalls ein CSU-Kandidat am meisten. An einer Stichwahl kommt er mit seinen 45,5 Prozent der Stimmen aber dennoch nicht vorbei. Er muss sich am 22. März Christian Moser (UWG) stellen, der 36,1 Prozent der Stimmen geholt hatte und sich gegen zwei weitere Kandidaten durchsetzte. „Nur knapp zehn Prozent Vorsprung vor einer Stichwahl ist schwierig“, sagte Schuster nach dem ersten Wahlgang. „Wir, der Christian und ich, werden 14 Tage weiterkämpfen und schauen, was rauskommt.“

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