Rosenheim/Kolbermoor – Drei Jahre haben elf Teilnehmerinnen intensiv an der Akademie der Bildenden Künste in Kolbermoor gearbeitet. Ihr Ziel im Studiengang Zeichnen und Malerei war es, den künstlerischen Werkzeugkasten mit Techniken zu füllen, die eigenen Perspektiven zu erweitern und sich von der daraus entstehenden Kreativität immer wieder aufs Neue überraschen zu lassen. Denn Bildende Kunst wird in Kolbermoor als eine visualisierte Form des Nachdenkens und als Verbildlichung von Erlebtem verstanden.
Studium ermöglicht
persönliche Entwicklung
Das Studium ermöglicht einen persönlichen Entwicklungsprozess, der von den Professoren und Dozenten als Weggenossen, Ideengeber und Diskussionspartner beratend und ermutigend begleitet wird. So durfte jede einzelne der elf Frauen während des dreijährigen Studiums erleben, dass ihr Traum von der Kunst in Erfüllung ging und weiterhin in Erfüllung geht – auch wenn sie ihn nie hauptberuflich verfolgt hat. Sie arbeiten unter anderem als Anwältin, Psychologin, Ärztin, Biologin und haben im berufsbegleitenden Studium in Kolbermoor Inspiration gefunden sowie ihren eigenen Stil weiterentwickelt.
In der Gesamtschau wirken ihre Arbeiten wie ein Kaleidoskop, das eine unglaubliche Vielfalt an künstlerischen Ausdrucksformen Raum gibt.
Unter den ausstellenden Künstlerinnen sind Karin Bauer und Dagmar Schmid. Bauer hat die Kunst im Leben stets begleitet, aber erst nach ihrer Pensionierung konnte sich die promovierte Psychologin und Philosophin den lang gehegten Traum erfüllen, an der Akademie studieren und ihre künstlerische Sprache vertiefen. Dort lernte sie, Techniken zu verfeinern, den Blick zu schärfen und zugleich ihrer Intuition zu vertrauen. Sie sagt: „Jeder Pinselstrich trägt Rhythmus, jede Farbfläche Harmonie oder Spannung.“
Dagmar Schmid war es als Biologin und Homöopathin gewohnt, präzise und analytisch zu arbeiten. Jede Beobachtung musste exakt sein, da es um die Gesundheit eines Patienten ging. In der Malerei erlebt sie nun das beglückende Gegenteil: Hier dürfen Intuition und persönlicher Ausdruck an die Stelle der Ratio treten, Farbe darf fließen, das Ungeplante wird Teil des schöpferischen Prozesses. „Die Malerei hat mir eine neue Form von Freiheit geschenkt – eine Sprache jenseits von Worten“, sagt Schmid.