Die Stars von „Ostwind live“ kommen aus Rosenheim

von Redaktion

Julia Steinbrecher und ihr Pferd Bobby aus Rosenheim sind die Hauptdarsteller in der neuen Bühnenshow „Ostwind live“. Die Influencerin tritt dabei ohne Sattel und Trense auf. Für die Show musste sie ihrem Pferd viel beibringen, wobei ihr die Erfahrung aus der Freiarbeit half.

Rosenheim/München – Julia Steinbrechers „bester Freund“ Bobby grast und spielt meistens mit seinen Pferde-Kumpels auf einer Weide im Landkreis Rosenheim. Doch in den nächsten fünf Wochen steht der Quarter-Horse-Wallach von Freitag bis Sonntag im Rampenlicht. Mit Julia alias Mika auf dem bloßen Rücken trabt und galoppiert der Siebenjährige in der neuen Bühnenshow „Ostwind live“ als vierbeiniger Hauptdarsteller durch die Arena und springt sogar über kleine Hindernisse – ganz ohne Sattel und Zaumzeug.

Das Familienevent feierte am vergangenen Freitag auf der Olympiareitanlage in München-Riem vor ausverkauftem Haus Premiere und ist dort bis zum 29. März zu sehen. Danach gastiert die Produktion in Regensburg und in Nürnberg. Der beheizte, 30 mal 40 Meter große Zeltpalast mit seiner rechteckigen Reitfläche wurde speziell für die Produktion von Kaiser & Kaiser angefertigt. Die Schaustellerfamilie, die durch Ritterturniere bekannt ist, erhielt im vergangenen Jahr den Zuschlag für die Rechte an der Bühnenshow. Die Handlung folgt dem ersten Film der fünfteiligen Ostwind-Reihe. Schaubilder mit verschiedenen Rassen und Reitweisen sowie spektakuläre Stunts wechseln sich mit Spielszenen ab. Das Premierenpublikum war begeistert.

Es geht um die Geschichte des angeblich gefährlichen Pferdes Ostwind und des angeblich schwierigen Mädchens Mika, die am Ende durch ihre Freundschaft gemeinsam über sich selbst hinauswachsen. Die Basis dieser tiefen Verbindung sind Geduld, gegenseitiges Vertrauen und Respekt. „Wenn man eins werden will, muss man den anderen loslassen“, heißt es in „Ostwind live“. Klingt widersprüchlich, stimmt aber für vieles, auch für die Freiarbeit. „Macht man das Seil ab, kommt die Wahrheit ans Licht“, bringt Julia Steinbrecher die Sache auf den Punkt. Noch dazu, wenn Licht- und Toneffekte und rund 850 Zuschauer jede Menge Ablenkung bieten wie in der Live-Show.

„Meine Pferde vertrauen mir. Shows sind trotzdem eine Herausforderung. Damit es in einem Reitstadion oder auf einer kleinen Reitfläche klappt, muss ich interessanter sein als alles drumherum“, weiß die Ausbilderin. Die Rosenheimerin ist mit Pferden und Ponys aufgewachsen. Sie war schon als Kind fasziniert davon, wie Tiere miteinander oder mit dem Menschen kommunizieren. Vor rund zehn Jahren saß sie als Zuschauerin in einer Show und war begeistert, dass freilaufende Pferde einem Menschen folgen und auf feinste Signale reagieren. Damals hatte sie nur ein eigenes Pferd und nahm in der Altersklasse „Junge Reiter“ erfolgreich an internationalen Championaten in der Western-Disziplin Reining teil. Um ihrem Quarter Horse „Wally“ eine Abwechslung zum Training zu bieten, begann sie mit der Freiarbeit. „Das hat uns auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2017 geholfen. Wally hatte mehr Spaß und war dadurch motivierter“, erinnert sie sich. Die Freiarbeit wurde zu ihrer wahren Passion. „Ich habe durch die intensive Beschäftigung mit den Pferden extrem viel über mich selbst gelernt. Das Pferd ist dein Spiegel“, sagt sie.

Heute hat Julia 21 Pferde und Ponys, trainiert ihre Tiere für Shows und Filme und teilt ihre Erlebnisse und Erkenntnisse mit ihren Fans unter dem Label „Libertyhorses“ auf TikTok, YouTube und Instagram. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und kann davon leben“, sagt sie. Das Ende der Fahnenstange ist bei der 28-Jährigen noch längst nicht erreicht. Bei „Ostwind live“ hat sie zum ersten Mal eine Bühnenrolle übernommen. „Der Sprechtext war eine Herausforderung, aber als Influencerin bin ich es gewohnt, live vor Publikum zu sprechen“, sagt sie. Auch für Bobby ist diese Bühnenshow eine Herausforderung. Mit dem Springen von kleinen Hindernissen hatte das Westernpferd bisher nichts zu tun. Steinbrecher übte in ihrer Show-Halle, in der sie ihre vierbeinigen Partner auch an Licht und Toneffekte gewöhnt. Die Übersetzung des ungewohnten Bewegungsablaufs auf die sehr kleine Reitfläche des Palastzelts gelang dann problemlos. Der vierbeinige Ostwind-Star kam vor vier Jahren zu Steinbrecher. „Eigentlich habe ich kein junges Pferd gesucht, aber er war so lustig und unerschrocken.

Das war Liebe auf den ersten Blick“, erzählt sie. Wie alle ihre Pferde ist auch Bobby selbst ausgebildet. Er ging erfolgreich einige Reining-Jungpferdeprüfungen durch und hatte im vergangenen Jahr sein Debüt als Showpferd im Reitstadion der „Pferd International“.

Auch heuer werden die beiden Ostwind-Stars im Rahmenprogramm des Turniers vom 14. bis 17. Mai ihren großen Auftritt haben.

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