Rosenheim – Mit einem Frühjahrskonzert unter dem Motto „Fundstücke“ hat das Ignaz-Günther-Gymnasium an zwei Abenden im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim ein musikalisches Panorama auf höchstem Niveau präsentiert. Die Schule zeigte dabei eindrucksvoll, welche künstlerische Reife ihre Schüler bereits haben.
Eröffnet wurden die Konzertabende von Schulleiter Dieter Friedel. Traditionell begann das Programm mit dem gemeinsamen Lied „Der Winter ist vergangen“, das von allen Gästen angestimmt wurde und die besondere Gemeinschaft des Gymnasiums spürbar machte.
Musikalisches Feingefühl
schon bei den Jüngsten
Der Unterstufenchor unter der Leitung von Stefan Unterhuber zeigte anschließend, wie viel musikalisches Feingefühl bereits in den jüngsten Jahrgangsstufen steckt. Vom schlichten Volkslied bis zu groovigen Klassikern wie „Isn’t she lovely“ oder „Hit the Road Jack“ meisterten die jungen Sänger stilistische Wechsel mit bemerkenswerter Selbstverständlichkeit. Präzision, Rhythmusgefühl und sichtbare Freude am Singen verbanden sich zu einem lebendigen Vortrag, getragen vom sensiblen Klavierspiel von Ronja Sitte.
Mit den Rosenheimer Zauberflöten unter Christiane Kneer folgte ein fein abgestimmtes Ensemble, das sich mit der Ouvertüre aus Mozarts „Zauberflöte“ einer anspruchsvollen Vorlage widmete. Klare Linienführung und ausgewogenes Zusammenspiel zeigten, wie differenziert hier gearbeitet wurde. Das Rosenheimer Metronom unter Susanna Mette entführte das Publikum dann mit dem „Hogwarts Marsch“ in die Welt von Harry Potter.
Ein besonderer Moment des Abends war die Verleihung des Sozialpreises des Elternbeirats an Lotte Glaser (Q13), die für ihr Engagement gewürdigt wurde. Ein Zeichen dafür, dass an der Schule nicht nur musikalische, sondern auch soziale Werte gelebt werden.
Das Kammerorchester unter Stephan Robens überzeugte mit einem anspruchsvollen klassischen Programm. Bottesinis „Elegie“ stellte hohe Anforderungen an Ausdruck und Klangkultur, die insbesondere von Kontrabassist Raphael Bauer sensibel erfüllt wurden.
In Robens‘ eigenem Werk „Meditation und Scherzo“ beeindruckte die Oboistin Franziska Gartner mit feiner Klanggestaltung. Mit Haydns spritzigem Finale und Dvoráks lyrischer Serenade zeigte das Ensemble seine stilistische Bandbreite und technische Reife.
Einen weiteren Höhepunkt setzte das Symphonieorchester unter Susanna Mette. Dvoráks Cellokonzert verlangte große musikalische Gestaltungskraft, die Solistin Sophie Gratzl mit bemerkenswerter Intensität entfaltete. Die dramatische Ouvertüre aus Webers „Freischütz“ sowie Saint-Saëns‘ klangmalerischer „Danse Macabre“ stellten höchste Anforderungen an das Orchester, wobei besonders die solistische Violine von Leonhard Kunst hervorragte. Mit Schuberts 8. Symphonie bewies das Ensemble seine Fähigkeit, große sinfonische Bögen zu gestalten.
Der Oberstufenchor unter Stefan Unterhuber präsentierte vokale Klangkultur auf hohem Niveau. Ob im innigen „The Rose“ oder im rhythmisch komplexen „Africa“ – die Sänger überzeugten durch Ausdruck und stilistische Sicherheit. Fein begleitet von Yume Hanusch am Klavier und bereichert durch die Harmonika von Jakob Kastner entstand ein vielschichtiges Klangbild.
Mitreißend und energiegeladen zeigte sich dann im Anschluss die Big Band unter Wolfgang Gahabka. Anspruchsvolle Arrangements wie „The Jazz Police“ oder „Uptown Funk“ verlangten rhythmische Präzision, klangliche Balance und solistische Stärke. Besonders der Gesang von Lena Huber in „All of me“ verlieh zusätzliche Strahlkraft.
Das junge sinfonische Orchester unter Susanna Mette setzte mit den „Highlights from Jurassic Park“ einen weiteren Glanzpunkt.
Rhythmische Präzision
und ansteckende Energie
Der Mittelstufenchor unter Wolfgang Gahabka präsentierte sich mit einem vielseitigen Programm zwischen Pop und Filmmusik. Bei „Walking on Sunshine“ zeigten die Sänger rhythmische Präzision und ansteckende Energie, getragen von einer lebendigen Begleitung am Klavier durch Stefan Unterhuber und dem prägnanten Puls des Cajon von Tobias Seidl.
Einen heimatverbundenen Schlusspunkt setzten die „Goldhirschen 3.0“ unter Martin Anetzberger. Mit traditioneller Volksmusik brachten sie musikalische Virtuosität und Bodenständigkeit auf die Bühne.
So wurde das Frühjahrskonzert seinem Motto „Fundstücke“ mehr als gerecht: Vor ausverkauftem Haus im Kultur- und Kongresszentrum entfaltete sich eine musikalische Vielfalt, die verdeutlichte, wie Musik Menschen verbindet und berührt. Susanne Grun