Polizei verschärft Kontrollen am „Carfreitag“

von Redaktion

Zum Saisonstart der Autoposer-Szene am sogenannten „Carfreitag“ geht die Polizei in Rosenheim verstärkt gegen Lärm, illegale Rennen und getunte Wagen vor. Mit intensiven mobilen und stationären Kontrollen reagieren die Beamten auf die zahlreichen Beschwerden von Anwohnern.

Rosenheim – Der Karfreitag wird traditionell in der Autoposer-Szene auch „Carfreitag“ genannt und läutet offiziell deren Saison ein. Für Hauptkommissar Robert Maurer und seine Kollegen bedeutet das wieder zusätzliche Arbeit. Denn während es in den vergangenen Monaten eher ruhig war, nehmen die Beschwerden über die Poser mit den steigenden Temperaturen in der Regel wieder zu.

Röhrende Auspuffe,
quietschende Reifen

„Vor allem Anwohner in der Innenstadt und der Äußeren Münchener Straße melden sich dann bei uns“, sagt Maurer auf OVB-Anfrage. Sie würden sich über die aufheulenden Motoren beschweren, aber auch über die quietschenden Reifen und die röhrenden Auspuffe. Viele kritisieren, dass sie aufgrund des Lärms schon lange nicht mehr bei offenem Fenster schlafen können. Wenn sie denn überhaupt einschlafen könnten.

Ein nächtliches Durchfahrtsverbot von 22 bis 6 Uhr rund um den Salingarten erzielte einzelne Verbesserungen und Reduzierungen des Lärms. Die Probleme aber bleiben. „Wir hatten immer noch etliche Beschwerden“, sagt Maurer.

Für ihn und seine Kollegen Grund genug, die Kontrollen im Stadtgebiet in diesem Jahr noch einmal zu intensivieren. „Uns ist es wichtig, dass die Rosenheimer sehen, dass wir ihre Beschwerden ernst nehmen“, sagt Maurer.

Geschwindigkeiten
werden kontrolliert

Deswegen finden ab Karfreitag, 3. April, wieder verstärkt Kontrollen statt. Neben stationären Kontrollen wird die Polizei auch auf mobile Überprüfungen setzen. „Wir werden auch Geschwindigkeiten messen“, sagt der Hauptkommissar. Denn oft würden sich die Autoposer auch nicht an das vorgeschriebene Tempolimit halten.

Wenn die Beamten nicht mit dem Lasergerät unterwegs sind, fahren sie selbst durchs Stadtgebiet und überprüfen die Fahrzeuge. „Wir haben speziell geschulte Kollegen, die ein Auge für getunte Fahrzeuge haben“, sagt Maurer. Überprüft wird unter anderem, ob alle baulichen Veränderungen zulässig und von zertifizierten Einrichtungen abgenommen worden sind. Manipulationen am Katalysator, um Lärm zu erzeugen, seien genauso illegal wie ein Wagen, der so tiefgelegt ist, dass der Mindestabstand zwischen Rad und Radkasten nicht mehr eingehalten wird.

Neben Bußgeldern und Punkten in Flensburg können die Polizisten das getunte Fahrzeug bei schwerwiegenden Mängeln auch direkt vor Ort sicherstellen. „Im vergangenen Jahr haben wir insgesamt 46 Bußgeldverfahren gegen sogenannte Poser eingeleitet“, sagt Hauptkommissar Robert Maurer. Der Grund seien meist technische Veränderungen an den Fahrzeugen gewesen. „Einige hatten etwa die Auspuffanlagen verbaut, die den vorgeschriebenen Lärmpegel deutlich überschritten haben“, sagt Maurer.

Mit Tempo 85 unterwegs – statt mit 50

Besonders auffällig ist laut Maurer die Situation in der Äußeren Münchener Straße in Rosenheim. Hier seien außergewöhnlich viele Autoposer unterwegs. Das wiederum macht sich in den Zahlen bemerkbar. „Wir haben im vergangenen Jahr 50 Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt“, sagt der Hauptkommissar. Der Schnellste sei mit 85 Stundenkilometern unterwegs gewesen – bei erlaubten 50.

„Insgesamt mussten wir in dem Bereich 26 Bußgeldverfahren mit Punkten in Flensburg einleiten. Drei davon haben zudem noch ein einmonatiges Fahrverbot bekommen“, sagt Maurer. Die Zahlen seien also nach wie vor auf einem hohen Niveau. „Das ist an sich aber nicht verwunderlich. Je mehr wir kontrollieren, umso mehr steigen natürlich auch die Zahlen“, sagt er.

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