WM-Jubel in Rosenheim ruft die Polizei auf den Plan

von Redaktion

Hunderte türkische und bosnische Fans verwandeln die Innenstadt nach den WM-Qualifikationssiegen in eine Partymeile

Rosenheim – Ausnahmezustand am Atrium in Rosenheim: Hunderte Menschen haben sich am vergangenen Dienstagabend um kurz nach 23 Uhr in der Innenstadt versammelt. Fans schwenkten Fahnen, stimmten Gesänge an und lagen sich vor Freude in den Armen. Der Grund: Sowohl die Türkei als auch Bosnien-Herzegowina haben sich am Abend für die Fußballweltmeisterschaft qualifiziert. Erst gewann die Türkei mit 1:0 gegen Kosovo, später legte Bosnien nach und bezwang Italien im Elfmeterschießen mit 4:1.

Autokorsos
durch die Stadt

Bereits Minuten nach dem Schlusspfiff machten sich die Anhänger der beiden Mannschaften auf den Weg in die Rosenheimer Innenstadt. „Ein Passant hat sich bei uns gemeldet, da am Atrium zahlreiche Menschen mitten auf der Straße standen“, sagt Hauptkommissar Robert Maurer auf OVB-Anfrage. Seine Kollegen hätten sich daraufhin auf den Weg zum Einsatzort gemacht. Die Menschenmasse vor Ort sei nicht zu übersehen gewesen. Etliche Fußballfans hätten mitten auf der Straße gefeiert. Zudem habe es einen Autokorso gegeben. Die Fahrer hupten und schwenkten Fahnen aus den Fenstern.

„Die Situation war nicht ganz ungefährlich“, sagt Maurer. Seine Kollegen hätten daraufhin versucht, die Menschen dazu zu bewegen, ihre Feier von der Straße auf den Gehweg zu verlegen.

Weitere Streifen kümmerten sich um den Verkehr. „Unser Ziel war es, die Verkehrs- und Lärmbeeinträchtigungen weitestgehend in Grenzen zu halten“, sagt der Hauptkommissar. Nach circa 30 Minuten sei es gelungen, die Lage in den Griff zu bekommen.

Allerdings war die Stille nur von kurzer Dauer. Denn auch die Fans der bosnischen Nationalmannschaft zog es zum Feiern in die Innenstadt.

„Fünf Minuten nach dem Ende des Autokorsos kam es erneut zu einem massiven Personenaufkommen am Atrium“, sagt Maurer. Er spricht von 200 bis 300 feiernden Fans. Wieder gab es einen Autokorso, erneut musste sich die Polizei um den Verkehr kümmern. „Einige Fans hatten sogar Trommeln dabei“, sagt der Hauptkommissar. Vereinzelt sei Pyrotechnik gezündet worden. „Aufgrund der Masse der Fans konnten wir die Verantwortlichen nicht feststellen“, sagt Maurer. Anzeigen aufgrund einer Ordnungswidrigkeit seien jedoch erstattet worden.

Kaum Verstöße
geahndet

„Wir hatten Glück, dass nach 20 Minuten ein starker Regen eingesetzt hat“, sagt der Hauptkommissar. Dadurch habe sich das Geschehen relativ schnell aufgelöst. „Anderweitige Verstöße hat es aber nicht gegeben“, fügt er hinzu.

Dass das Atrium ein beliebter Treffpunkt für Fußballfans ist, sei nichts Ungewöhnliches. „Seit 2002 ist das ein beliebter Treffpunkt“, so Maurer. Dabei spiele es keine Rolle, um welche Mannschaft es sich handele. „Wenn die Deutschen gewinnen, gibt es auch immer Autokorsos.“ Anna Heise

Artikel 2 von 11