Rosenheim – Was klingt, als wäre es bärtigen Männern tief im kanadischen Wald vorbehalten, gibt es jetzt auch in Rosenheim. Die Rede ist vom Axtwerfen. Ab sofort kann man in der „Black Fox World“ im Klepperpark Äxte und sogar Messer fliegen lassen. Wie die Idee für dieses Freizeitangebot entstanden ist und warum es nicht so gefährlich ist, wie man zunächst denkt, erklärt der „Black Fox World“-Geschäftsführer Sebastian Posse im OVB-Interview.
Wie ist die Idee, hier
Axtwerfen anzubieten, überhaupt entstanden?
Die Idee hatten wir eigentlich vor Jahren schon mal. Da hat sie aber noch nicht so richtig ins Konzept gepasst. Nun haben wir aber nach etwas Geselligem gesucht, was sich auch abends für Erwachsene eignet. Und nach etwa zwei Monaten Planung und Aufbau ist es nun fertig.
Heißt, die Idee ist nicht
aus einem aktuellen
Trend geboren?
Die Idee gibt‘s bei uns in den Köpfen eigentlich schon ziemlich lange. Meine Kumpels und ich haben früher natürlich auch Blödsinn gemacht, wie die meisten jungen Leute. Und einer meiner Freunde ist großer Werkzeugfan, der einige Äxte daheim hatte. Mit ihm haben wir das dann im Wald getestet – was natürlich überhaupt nicht geklappt hat. Mit 17 oder 18 war ich dann mal in Kanada beim Axtwerfen. Da konnte ich mir das ganze schon mal anschauen, und so blieb die Idee irgendwie immer im Hinterkopf.
Axtwerfen klingt
gefährlich. Wie gefährlich sind die Äxte, mit denen hier gespielt wird?
Die sind ungefähr so gefährlich wie ein Küchenmesser. Sie sind einigermaßen scharf. Und wenn man im Internet nach „Axtwurf-Fail“ sucht, findet man zahlreiche Videos von Unfällen beim Axtwerfen. Der Unterschied ist, dass in diesen Videos klassische Äxte genutzt werden, die man sonst zum Holzspalten nutzt. Bei unseren handelt es sich um klassische Wurfäxte.
Was ist da der
Unterschied?
Bei einer regulären Axt ist nur die Klinge scharf. Alles andere ist stumpf und prallt dementsprechend ab. Unsere Wurfäxte sind aus Metall und nicht nur vorne scharf, sondern auch an den anderen Seiten. Heißt: Es ist egal, wie man wirft, sie bleibt so gut wie immer stecken.
Dass die Axt auf den
Werfenden zurückprallt, ist also unwahrscheinlich?
Das ist extrem unwahrscheinlich, da die Axt eigentlich immer stecken bleibt. Außer man wirft zu schwach, dann fällt sie aber einfach nur auf den Boden. Bei dem Messer ist das anders. Das kann nur mit der Spitze steckenbleiben. Passiert das nicht, fällt es einfach in die Schnitzelgrube vor der Zielscheibe.
Hier kann man auch
Geburtstage oder Junggesellenabschiede feiern. Und da ist oft Alkohol im Spiel – wie passt das mit „Waffen“ zusammen?
Da haben wir natürlich ein Auge drauf. Wenn Leute alkoholisiert kommen, dürfen sie nicht werfen. Das ist zu gefährlich. Wenn die Leute hier beim Axtwerfen sind und nur ein Bier trinken oder so, dann ist das kein Problem. Die Gäste sollen sich einfach noch unter Kontrolle haben – und das erkennt man meistens schon am Indikator Lautstärke. Hohe Lautstärke bedeutet meist wenig Selbstkontrolle.
Ab welchem Alter darf man bei Ihnen Axtwerfen?
Ab 16 Jahren.
Der ein oder andere dürfte das Angebot als martialisch empfinden. Was entgegnen Sie solcher Kritik?
Solche Leute jagen wir mit den Äxten hier raus (lacht). Man hat immer jemanden, der sich darüber echauffiert. Dabei kommt es auch immer auf die Person an. Manchen kann man es erklären, die testen es dann auch selbst – und können es dadurch am Ende auch selbst beurteilen. Es gibt aber auch immer wieder Leute, die einfach dagegen sein wollen.
Patricia Huber