Andreas März zieht sich aus dem Stadtrat zurück

von Redaktion

Nach seiner Niederlage bei der Oberbürgermeister-Stichwahl in Rosenheim hat Andreas März (CSU) nun auch seinen Rückzug aus dem Stadtrat bekannt gegeben. Er will sich beruflich und politisch neu orientieren. Seinen Platz im Gremium wird Listennachfolger Hans Peter Lossinger einnehmen.

Rosenheim – Innerhalb von fünf Minuten war alles vorbei. „Damit können wir die Sitzung um 9.05 Uhr auch schon wieder schließen“, sagte Franz Höhensteiger. Er ist der Wahlleiter der Stadt Rosenheim und Mitglied des Wahlausschusses, der im kleinen Sitzungssaal des Rathauses zusammengekommen ist. An diesem Vormittag hat sich alles um niedergelegte Mandate und Listennachfolger für den Stadtrat gedreht.

Platz im Gremium
war ihm sicher

Lediglich ein Name ist auf der Liste von Franz Höhensteiger zu finden gewesen. „Andreas März hat uns schriftlich mitgeteilt, dass er sein Mandat nicht antreten will“, sagte der Wahlleiter. Der amtierende Oberbürgermeister hatte bei der Wahl 15.156 Stimmen auf sich vereinen können. Den Kampf um den Rathaus-Posten hat er gegen seinen Herausforderer Abuzar Erdogan (SPD) verloren. Doch der Platz im Stadtrat wäre ihm eigentlich sicher.

Und doch hatte schon der ein oder andere spekuliert, dass März sein Mandat nicht antreten würde. Wieder andere vermuteten, dass er womöglich doch in den Stadtrat einziehen würde, um sich in sechs Jahren erneut als Oberbürgermeister-Kandidat aufstellen zu lassen. Franz Höhensteiger hat die Gerüchte nun gestoppt: Andreas März wird in den kommenden sechs Jahren kein Teil des Gremiums sein.

„Nach dem Ergebnis der Stichwahl ist es für mich an der Zeit, mich beruflich und politisch neu zu orientieren. Darauf liegt nun meine Konzentration und meine Zeit. Aber ein Stadtratsmandat erfordert auch viel Zeit und Hingabe, die ich derzeit nicht aufbringen kann. Darum finde ich es richtig, das Mandat jemandem zu überlassen, der es auch ausfüllen kann“, sagt Andreas März auf OVB-Anfrage.

Die Mitglieder des Wahlausschusses haben die Niederlegung des Mandats einstimmig angenommen. Zum einen, weil alle Formalien erfüllt worden sind, zum anderen, weil insgeheim wohl jeder die Entscheidung von Andreas März nachvollziehen kann. Zumal ihn die Wahlniederlage schwer getroffen hat. Seit Tagen ist er krankgeschrieben.

Die Leitung der Sitzungen haben seither seine Stellvertreter übernommen. Mal Daniel Artmann in seiner Funktion als Zweiter Bürgermeister der Stadt, mal SPD-Stadtrat Robert Metzger als Dienstältester. Ab der kommenden Woche wird März die Sitzungen wieder selbst leiten. Sein Nachfolger Abuzar Erdogan ist derzeit dabei, sich einzuarbeiten und auf seinen Amtsantritt vorzubereiten.

Für die nächsten sechs Jahre ist damit Hans Peter Lossinger weiter dabei – eben, weil Andreas März sein Mandat nicht antritt. Der CSU-Stadtrat ist mit 7705 Stimmen erster Nachrücker.

„Die Umstände sind bedauerlich, aber natürlich freue ich mich, dass ich nach wie vor Mitglied des Stadtrats bin“, sagt Lossinger am Telefon. In der vergangenen Legislaturperiode sind primär Verkehrsthemen sein Steckenpferd gewesen. Wohl auch aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit als Busfahrer.

Schwerpunkt auf
Verkehrsthemen

„Meine Schwerpunkte in den kommenden sechs Jahren liegen nach wie vor im Verkehrsausschuss“, sagt er am Telefon. Ein besonderes Augenmerk hat er auf den Busverkehr, der sich mittlerweile in städtischer Hand befindet. „Der Stadtbus läuft recht gut, aber man kann immer etwas verbessern“, sagt Lossinger. Darum will er sich bemühen. Kurz wird es leise am Telefon. „Ich hätte mir nur andere Umstände gewünscht“, schiebt Lossinger dann noch hinterher.

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