Rosenheim – Ein neues Zuhause zum 150. Geburtstag – das wäre das ideale Geschenk für die Happinger Feuerwehr. Jedenfalls, wenn es nach CSU-Stadtrat Georg Kaffl ginge. Doch Wunsch und Wirklichkeit liegen derzeit ein paar Monate auseinander. Aktuelle Prognosen gehen derzeit davon aus, dass die Einsatzkräfte erst im Sommer 2029 die Schlüssel für ihren Neubau in den Händen halten.
2.431 Quadratmeter große
Grundstücksfläche
Die Freude über den Neubau dürfte das wohl kaum trüben. Schließlich warten die Feuerwehrler bereits seit über zwei Jahrzehnten darauf, dass sich endlich etwas tut. Doch die Suche nach einem geeigneten Grundstück gestaltete sich schwierig. Bis jetzt. So wurde in der Februar-Sitzung des Stadtrats bekannt gegeben, dass an der Heilig-Blut-Straße 1 ein geeignetes Grundstück gefunden wurde. Die Grundstücksfläche beträgt 2.431 Quadratmeter.
Derzeit befinden sich auf dem Grundstück ein Mehrfamilienhaus, acht Stellplätze sowie ein Nebengebäude, in welchem derzeit die Heizungsversorgung untergebracht ist. Mit Blick auf den Neubau des Feuerwehrhauses müsste lediglich das Nebengebäude aufgrund von Platzgründen abgerissen werden. „Die Heizungsversorgung soll zukünftig dann über das Feuerwehrhaus erfolgen“, heißt es aus der Verwaltung.
Dass an einem Neubau kein Weg vorbeiführt, zeigt ein Blick auf die Historie. Das Feuerwehrhaus ist Baujahr 1949 und ist längst zu klein geworden.
„Aufgrund der unzureichenden Größe und des baulichen Zustands des Feuerwehrgerätehauses in Happing ist die Einsatzfähigkeit der Stadtteilfeuerwehr mit den meisten Einsätzen in vielen Punkten gefährdet“, heißt es von der Verwaltung. Eine Lösung musste her. Und genau die scheint jetzt gefunden. Einstimmig sprachen sich die Stadträte für den Neubau an der Heilig-Blut-Straße 1 aus. Wenn das Wetter mitspielt, könnten die Bagger im Winter 2027/28 anrollen.
Dass die Fertigstellung Zeit braucht, liegt vor allem an den massiv gestiegenen Anforderungen. Ein modernes Feuerwehrhaus ist heute weit mehr als eine bloße Garage für Fahrzeuge.
Als Teil der „kritischen Infrastruktur“ muss das Gebäude auch bei extremen Umweltbedingungen, Stürmen oder einem totalen Stromausfall voll funktionsfähig bleiben.
Bei aller Technik soll auch im Neubau der Mensch im Vordergrund stehen. In dem neuen Zuhause der Happinger Kameraden soll laut Stadt ausreichend Platz für die Jugendarbeit und das Vereinsleben entstehen. Aktuell zählt die Feuerwehr Happing 58 aktive Feuerwehrdienstleistende, 47 aktive Mitglieder sowie elf Mitglieder der Jugendfeuerwehr. Die neu zu schaffenden Kapazitäten werden auf 70 Feuerwehrkräfte ausgelegt.
Geplant ist, das Funktionsgebäude parallel zum Bestandsgebäude auszurichten. Der Zugang soll zwischen dem geplanten Feuerwehrgerätehaus und dem Bestandsgebäude erfolgen. Die Fahrzeughalle ist etwas schräg an das Funktionsgebäude angebaut, um einen zusätzlichen Grundstücksankauf zu vermeiden und die Abstandsflächen einzuhalten.
Eine Unterkellerung des Funktionsgebäudes ist derzeit nicht vorgesehen. Insgesamt können 19 Stellplätze im südöstlichen Bereich des Grundstücks untergebracht werden. Zwei weitere Parkplätze können weiter nördlich entstehen.
In der Fahrzeughalle sollen drei Stellplätze für Feuerwehreinsatzfahrzeuge entstehen. Das Funktionsgebäude bietet Platz für Umkleiden, Sanitärräume, Lagerflächen, eine Werkstatt, einen Schulungs- und Bereitschaftsraum, einen Jugendraum, Büroflächen für Verein und Feuerwehr, eine Küche sowie Erschließungs- und Technikflächen. Die grob geschätzten Baukosten liegen laut Verwaltung bei rund 6,4 Millionen Euro.
Im Stadtrat stießen die Pläne auf breite Zustimmung – wichtig war allen Beteiligten eine zügige Umsetzung. Ganz so zügig, wie es sich CSU-Stadtrat Georg Kaffl wünscht, dürfte es dann aber doch nicht gehen.