Wo Träume gelebt werden

von Redaktion

Stehende Ovationen bei Frühjahrskonzerten des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums im Ballhaus

Rosenheim – Einen bunten Frühlingsblumenstrauß, ein Fest für Augen und Ohren, boten die beiden Frühlingskonzerte des Sebastian-Finsterwalder-Gymnasiums im Ballhaus Rosenheim. Ausgehend von Gedanken zum Lebensgefühl im Frühling leitete Schulleiterin Brigitte Würth zum musikalischen Teil der beiden Abende hin, die das Orchester unter der Leitung von Rainer Heilmann-Mirow mit den jazzigen Klängen von Broadway or Bust (Kathy und David Blackwell), gefolgt von bekannten Klassikern, der Rockballade I do it for you (Bryan Adams), dem nicht nur aus den zugehörigen Filmen geläufigen Thema The Pink Panther (Henry Mancini) und abschließend Highlights of Harry Potter (John Willams) eröffnete.

Die ganze Wucht
des „Großen Chores“

Von Rock und der Welt der Zauberer in zauberhafte Klänge aus dem Barock entführten anschließend mit dem Concerto in C von Antonio Vivaldi (RV 533) Jara Luttenberger und Julia Schober an der Altflöte und Emma Dreßler an der Bassflöte, die das Werk mit italienischem Esprit virtuos ausgestalteten.

Wie sehr Musik verbindet und das Zusammenwirken mit anderen in einer Gemeinschaft dem Wesen des Menschen entspricht, zeigte sich gerade auch bei den Jüngeren im Unterstufenchor unter der Leitung von Michael Eschlbeck, die konzentriert und begleitet von der Schulband zuerst mit Budapest (George Ezra) ihr Können zeigten, und anschließend perfekt aufeinander abgestimmt Alles nur geklaut (Die Prinzen) darboten. Ihre Begeisterung und Freude am Singen bewiesen die jungen Talente besonders im Song Memories (Maroon 5).

Dass diese Freude am gemeinsamen Singen nicht nur anhält, bis man zu den „Großen“ gehört, sondern dann auch noch mit einem humorvollen, mit viel Kreativität zusammengestellten Vortrag verbunden werden kann, stellte das Vokalensemble der Oberstufe unter Beweis. Für ihr Medley unter dem Motto „Echte Liebe“, arrangiert und einstudiert von Alexander Gell, bestehend aus solistischen Einlagen, einer durchgehenden Story über die Suche nach der wahren Liebe mit einigen Missverständnissen aufseiten der vermeintlichen Adressaten, ernteten die Sänger vom Publikum nicht nur begeisterten Beifall, sondern auch viele Lacher und boten damit Anlass für lockere Gespräche in der Pause.

Dass der „Große Chor“ nicht nur so heißt, weil in ihm die „größeren“ Schüler singen, sondern auch schlichtweg die Anzahl der Chormitglieder überwältigt, zeigte sich, als die vielen Stimmen der voll besetzten Bühne bei Parkplatzregen (Oliver Gies) zeigten, wie mühelos sie das Ballhaus mit ihrem Klang füllen können. Bei Fix you (Coldplay) wurde das Konzert dann zu einem interaktiven Event, denn das Publikum wurde aufgefordert, in den Gesang einzustimmen und damit die harmonische Basis für den Chor zu legen.

Diese Aufhebung zwischen Akteuren und Publikum bewirkte im Ballhaus ein großes Wir-Gefühl, dem sich keiner mehr entziehen konnte. An den dritten Song des „Großen Chores“ unter der Leitung von Alexander Gell, Africa von Toto, schloss sich die Schulband „Six guys, no plan“ mit zwei weiteren mit lässiger Coolness vorgetragenen Hits an, Ring of fire (Johnny Cash) und La Grange (ZZ Top). Mit Flashdance (Giorgio Moroder) groovte sich das bestens gestimmte Publikum auf den Sound der Big Band unter Leitung von Walther Senz ein, das bei Don’t stop me now von Freddy Mercury wirklich nicht mehr zu stoppen war. Überall wippten Köpfe und Füße im Rhythmus mit. Jazzige Klänge mit solistischen Passagen, in denen die Instrumentalisten ihr Können zeigen konnten, bot Jumpin‘ at the Woodside (Count Basie), um dann mit einem rhythmisch präzisen satten BigBand-Sound vom Feinsten in Locked out of Heaven von Bruno Mars noch einmal einen draufzusetzen.

150 Musiker sorgen
für starkes Wir-Gefühl

Zum Abschluss versammelten sich alle 150 Sänger und Musiker der Ensembles, um gemeinsam zusammen in Solang man Träume noch leben kann (Münchner Freiheit) einzustimmen, was das begeisterte Publikum zu stehenden Ovationen hinriss und die Mitwirkenden schließlich zu einer Zugabe animierte.

Ein Abend, der rundum frühlingshaft bezauberte und wieder einmal bewies: Wenn so viele Mitwirkende voller Freude und mit innerem Feuer bei einer Sache dabei sind, dann wird aus Träumen vitales musikalisches Leben, das Menschen bewegt. Ein traumhaft-lebendiges Konzert der kreativen SFG-Gemeinschaft.

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