Rosenheim – „Rosenheimer Zeitsprünge“ heißt die regelmäßig erscheinende Serie der OVB-Heimatzeitungen, von OVB online und der 24er-Portale. Was dürfen Leser und User von der Serie erwarten? Auf alle Fälle tolle Bilder aus den letzten Jahrzehnten, die sich mit einem Vorher-Nachher-Schieberegler in die Gegenwart verwandeln und sich mit einem Klick auch vergrößern lassen.
Im Esbaum-Viertel hat
sich baulich einiges getan
Das Wohnviertel „Am Esbaum“ und die nähere Umgebung gehören zu den charmanteren, eher kleinräumigen Lagen direkt an der Innenstadt. Das Esbaum-Viertel gilt als ruhig, gemütlich und fast „altstadtartig“, obwohl es mitten in der Stadt liegt. Typisch sind kleinere Straßen und Plätze mit harmonischer Bebauung, ältere Gebäude, Stadtvillen und teils Gärten. Es ist weniger hektisch als direkt in der Innenstadt, und baulich hat sich in diesem Viertel in den vergangenen Jahrzehnten einiges getan.
Es gab und gibt immer noch viele inhabergeführte, kleine Geschäfte und damit kaum große Ketten oder Filialisten. Dazu kommen individuelle Gastronomie und Cafés. So wie das Café am Esbaum, in dem in den 1970er-Jahren das Rosenheimer Sportgeschäft Huber mit dem Werbeslogan „Donnerwetter Huber-Bretter“ beheimatet war. Gegenüber befindet sich das Café „Genuss:Raum“.
Auf dieser Seite gab es in den vergangenen 50 Jahren unter anderem eine Pils-Kneipe, einen Friseur und ein Modegeschäft. Diese kleinen Geschäfte sorgten trotz zentraler Lage für ein eher persönliches, fast dörfliches Gefühl.
Dieses Gefühl vermittelt darüber hinaus das jährlich stattfindende Esbaum-Viertel-Straßenfest mit Musik, kulinarischen Höhepunkten, Tombolas und Kinderprogramm. Organisiert wird das Straßenfest von den lokalen Gewerbetreibenden. Am Esbaum gehört offiziell zur Innenstadt von Rosenheim.
Ursprünglich
ein Weideplatz
Der Esbaum war ursprünglich die Bezeichnung für einen der Gemeinde gehörenden Weideplatz, auf dem mangels einer Einzäunung das Großvieh „gespannt“ wurde. Den Pferden wurden die Vorderfüße, den Rindern Kopf und ein Vorderfuß zusammengeseilt. Die Bezeichnung „Esbaum“ übertrug sich dann meist auf Ortschaften, die auf einer solchen Flur entstanden. So entwickelte sich auch der Name für den Ort Esbaum, der vor dem Münchener Tor Rosenheims lag und zur Gemeinde Roßacker gehörte.
1837 wurde diese Gemeinde und damit auch der Esbaum dem Markt Rosenheim einverleibt und am 1. Mai 1903 die ehemalige Hauptstraße der Ortschaft „Am Esbaum“ benannt. In diese Straßenbezeichnung ging ein Jahr später ein Teil der alten Kellerstraße, die von der Samer- zur Münchener Straße führte, auf. Der andere Teil wurde in die Herzog-Otto-Straße einbezogen.
Heute ist das Viertel Am Esbaum eine kleine und ganz besondere Innenstadtlage: ruhig, individuell und ideal für Leute, die zentral wohnen wollen, aber kein Großstadtgefühl suchen.