„Es ist normal, verschieden zu sein“

von Redaktion

Bildungswerk Rosenheim zeigt inklusive Porträtfotos

Rosenheim – „Einzigartig und selbstbewusst“ ist der Titel einer Ausstellung von Porträtfotos von Menschen mit Behinderung, die das Bildungswerk Rosenheim zeigt. „Die Bilder haben eine besondere Ausstrahlung“, so Regina Georg vom „Fachbereich Pastoral für Menschen mit Behinderung“ am Erzbischöflichen Ordinariat München zu den 30 Gästen, die zur Vernissage gekommen waren. Die Porträts hätten eine „besondere Ausstrahlung“. Der Betrachter könnte in ihnen die Einzigartigkeit jedes Einzelnen entdecken.

„Wir sehen hier nicht nur Bilder, wir sehen Menschen“, so Christine Mayer. Die Beauftragte der Stadt Rosenheim für Menschen mit Behinderung zitierte in ihrer Rede zur Vernissage Äußerungen von betroffenen Menschen. „Ich habe das Down-Syndrom – aber sonst bin ich ganz normal“, habe einmal ein junger Mann zu ihr gesagt. „Normal ist Menschsein“, so Mayer.

Entstanden sind die Fotos als Projekt des Franziskuswerks. In der Einrichtung in Schönbrunn im Landkreis Dachau leben etwa 800 Menschen mit Behinderung. Außerdem bietet das Franziskuswerk 450 Arbeitsplätze, so die Kuratorin der Ausstellung, Claudia Staben-Obst. Inklusion sei wichtig, auch bei den rund 1600 Mitarbeitern, die aus 43 Ländern kommen. Für sie würden eigene Deutschkurse angeboten, da auch die Sprache für die Integration wichtig sei.

Die Fotos hat Anja Kustermann aufgenommen, die 23 Jahre als Fotografin arbeitete. Dann machte sie eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegehelferin und qualifizierte sich weiter zur Fachkraft und zur Heilpädagogin. Bei ihrer Arbeit im Franziskuswerk beeindruckte sie das Selbstverständnis der Menschen mit Behinderung, was sie dazu bewegt, die Fotografie in ihre heilpädagogische Arbeit einzubinden. Mit ihren Bildern will sie zeigen, wie Menschen mit Beeinträchtigung durch das Fotografieren ihr Selbstverständnis stärken können. Die Ausstellung im Bildungswerk „St. Nikolaus“ in der Pettenkoferstraße 5 ist noch bis 8. Mai geöffnet. Sie kann während der Öffnungszeiten des Hauses von Montag bis Freitag, jeweils von 8 bis 12.30 Uhr, und bei Veranstaltungen besichtigt werden. Größere Gruppen werden gebeten, sich anzumelden. Für den 5. Mai, den „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung“, der auch als „Tag der Inklusion“ bezeichnet wird, kündigte Juliana Spindler vom Bildungswerk Rosenheim eine Finissage der Ausstellung an. Zu der Veranstaltung, die um 18.30 Uhr beginnt, wird auch Anja Kustermann erwartet. als

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