„Die Rosenheimer haben noch immer Reiselust“

von Redaktion

Drohende Kerosinknappheit und gestrichene Flüge verunsichern Reisende. Viele Fragen sich: Klappt mein Urlaub noch? Die Rosenheimer Reiseexpertinnen Yvonne Wieland und Manuela Badziong erklären, worauf sich Reisende jetzt einstellen sollten.

Rosenheim – Erst ist die Rede von einer möglichen Kerosinknappheit, dann stellt die Lufthansa ihre Tochtergesellschaft „CityLine“ ein. Damit fallen im Sommer 20.000 Flüge weg. Bahnt sich eine Reise-Krise an?

Yvonne Wieland, die Geschäftsführerin der „travel and more Reiseagentur“ in Raubling, und Manuela Badziong, Agenturinhaberin des Tui-Reisebüros in Rosenheim, sind Expertinnen auf dem Gebiet. „Wichtig ist die richtige Einordnung: Die angekündigten rund 20.000 gestrichenen Flüge betreffen überwiegend Kurzstrecken innerhalb Europas“, sagt Yvonne Wieland von „travel and more“. Das würde insgesamt weniger als ein Prozent der gesamten Kapazität im Sommerflugplan ausmachen.

Dadurch trifft Yvonne Wieland und ihre Kunden die Situation um die gestrichenen Flüge nur in Einzelfällen. „Wenn Kunden betroffen sind, informieren wir sie natürlich sofort und kümmern uns um Alternativen“, sagt sie.

Flüge in den Osten
teurer geworden

Im Reisebüro Tui in Rosenheim betreffen die Streichungen aktuell noch keinen Kunden von Manuela Badziong. Auch die Lage rund um die Kerosinverfügbarkeit ist ihr zufolge aktuell noch ruhig. „Im Mittelmeerraum merken wir die Knappheit noch gar nicht“, sagt sie. Flüge in den Osten seien teurer geworden. Das liege allerdings eher daran, dass man versuche, Drehkreuze wie Abu Dhabi und Dubai zu umgehen. „Bei Flügen nach Mauritius machen wir jetzt viel mit Air France und nicht mehr mit Emirates. Außerdem achten wir immer mehr auf Direktflüge“, sagt Badziong. Bei Flügen in den Westen hätten ihre Kunden keine Bedenken.

„Die Rosenheimer haben immer noch Reiselust“, berichtet Badziong. Ein paar ihrer Kunden wären zögerlich, aber es gäbe niemanden, der durch die aktuelle Situation überhaupt nicht mehr fliegen möchte. „Es gibt eine allgemeine Unsicherheit“, so die Agenturinhaberin. Allerdings würden sie und ihr Team dann mit den Kunden reden, ihnen alles erklären und dadurch lege sich das wieder. „Wir haben bei Tui ein Krisenteam. So bekommen wir jeden Morgen Informationen über die aktuelle Lage.“. Wenn sich etwas ändert, würde sie die betroffenen Kunden informieren.

Viele buchen um,
anstatt zu stornieren

Auch bei der „travel and more Reiseagentur“ ist eine „allgemeine Unsicherheit durchaus spürbar“, wie Yvonne Wieland berichtet. „Dennoch beobachten wir keine große Stornierungswelle. Stattdessen entscheiden sich viele für Umbuchen“, sagt Yvonne Wieland. So würden die Kunden auf andere Ziele, alternative Flugrouten oder europäische Destinationen zurückgreifen. Denn auch bei „travel and more“ merken sie: „Der Wunsch zu reisen ist nach wie vor sehr groß.“

Doch bei Neubuchungen zeige sich ein leichter Trend zu näher gelegenen Zielen. „Viele Rosenheimer entscheiden sich aktuell für Urlaub innerhalb Europas oder für Reisen, die auch mit dem Auto erreichbar sind“, sagt Wieland. Dabei seien Klassiker wie Italien, Kroatien, Griechenland und Spanien besonders gefragt. „Traditionell ist der Gardasee für Rosenheimer ein großes Thema“, sagt Badziong.

Aber trotzdem gibt es in beiden Reisebüros immer noch eine Nachfrage nach Fernreisen. „Vor allem dann, wenn sie gut organisiert und abgesichert sind“, sagt Wieland.

Wichtig: „Gelassenheit
und gute Vorbereitung“

Das sei vor allem bei einer Pauschalreise der Fall. „Da können sich die Kunden direkt an den Veranstalter wenden“, sagt Badziong. Dann kümmert sich der Veranstalter um mögliche Flüge – auch bei Änderungen oder Problemen. Habe man den Flug aber einzeln gebucht, müsse man sich selbst mit der Airline in Verbindung setzen.

Für alle, die in der kommenden Zeit reisen, hat Yvonne Wieland einen Rat: „Gelassenheit und eine gute Vorbereitung.“ Die Reisenden sollten die aktuellen Informationen der Airlines im Auge behalten und ausreichend Zeit am Flughafen einplanen. „Das Fazit ist ganz klar: Die Situation sollte ernst genommen werden, aber sie ist aktuell kein Grund, auf Reisen zu verzichten“, sagt Yvonne Wieland.

Auch über eine spontane Preiserhöhung müssten sich Kunden keine Sorgen machen. „Bei Tui gibt es keine Preiserhöhungen für gebuchte Reisen. Obwohl die Kerosinpreise steigen“, sagt Manuela Badzoing. Aber alles rund um die mögliche Kerosinknappheit und die 20.000 gestrichenen CityLine-Flüge beschäftige ihre Kundschaft. „Wir werden immer wieder danach gefragt“, sagt sie.

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