Rosenheim – Laufen, Gewichtheben, Rudern oder ein Seil erklimmen: Bei den „Bavarian Steel Games“ kommt jeder auf seine Kosten. Dabei handelt es sich um einen Wettbewerb, den der ehemalige Leistungssportler Michael Schindler ins Leben gerufen hat. Die Premiere findet heute, Samstag, statt.
Was sind die „Bavarian Steel Games“?
Es ist der erste große CrossFit-Wettkampf in Rosenheim. An dem Tag werden verschiedene Disziplinen bei den Athleten abgerufen: olympisches Gewichtheben, Elemente aus dem Turnen, Elemente aus der Ausdauer und aus dem Rudern. Es kann so etwas drankommen wie im Handstand laufen oder doppelte Seilsprünge.
Wie ist der Wettkampf aufgebaut?
Es gibt drei Workouts, die über den ganzen Tag verteilt sind – und unterschiedliche Schwierigkeiten: Division Iron, das sind Fortgeschrittene und Steel, genauer gesagt RX. So nennt man das im CrossFit-Jargon. Das sind die Profis. Insgesamt nehmen 24 Frauen und 24 Männer teil, die in Sechsergruppen starten. Die genauen Workouts stehen bereits, aber die Elemente kennen die Athleten bisher nicht. Das ist geheim und wird erst am Tag selbst bekannt gegeben. So muss man auf alles gut vorbereitet sein.
Was kann in einem Workout vorkommen?
Ein Workout kann ein Zwölf-Minuten-AMRAP, as many rounds as possible, sein. Man hat zwölf Minuten und muss so viele Runden wie möglich schaffen. In der Zeit müssen dann etwa 20 Kalorien gerudert werden (bei hoher Belastung kann das nach 45bis 60 Sekunden erreicht sein, Anm. d. Red.), zehn Clean and Jerks, also mit der Langhantel 60 Kilo umsetzen und dann über Kopf bringen. Dann zweimal das Seil hochklettern, also Rope Climbs, und danach etwa 400 Meter laufen. Wenn die Zeit um ist, kommt die nächste Gruppe. Immer so weiter, bis alle Gruppen fertig sind – dann beginnt Workout Nummer zwei.
Was brauchen die Athleten?
Kraft, Ausdauer und auch richtige Atemtechniken. Man gibt im Wettkampf alles. Die Athleten trainieren hart darauf und um in diesem Moment alles rauszuhauen, was geht. Aber CrossFit ist für jeden zugänglich. Man denkt immer: CrossFit sind diese harten Leute, aber die älteste bei uns ist 74. Man kann die Übungen immer dem Können entsprechend skalieren. Das ist das Schöne an CrossFit und funktionaler Fitness.
Wie ist die Idee zu den Bavarian Steel Games entstanden?
Ich war mit Charis Zach, die zu den Top Ten der Frauen im deutschen CrossFit gehört, auf einem Wettkampf. Auf der Heimfahrt haben wir überlegt: „Das kann doch nicht so schwer sein, so was zu organisieren.“ Dann haben wir letzten September angefangen zu planen. Zusammen mit Max Strasser, dem die CrossFit-Box Rosenheim gehört. Das Judging (die Kontrolle, dass die Übungen richtig ausgeführt werden, Anm. d. Red.) macht Helena. Sie hat schon große Events gejudged, wo es um Preisgelder im fünfstelligen Bereich geht.
Was gibt es am Samstag zu gewinnen?
Die Sponsoren haben einiges bereitgestellt. Für den Erstplatzierten hat der Trachtenauer vom Samerberg originale Trachtenhüte zur Verfügung gestellt. Uns ist es unglaublich wichtig, den Leuten Regionalität zu geben. Denn die Athleten reisen aus ganz Deutschland an. Der Großteil kommt aus München, aber es sind auch Athleten aus Bayreuth, Stuttgart, Augsburg, Regensburg, Innsbruck, Salzburg und Traunstein dabei. Aber auch aus Schweinfurt, Leipzig und Hamburg.
Wie ist der Wettbewerbstag aufgebaut?
Um 8.30 Uhr marschiert der Trachtenverein Pang mit den Kindern ein und macht einen Auftanz. Die Wettkämpfe starten dann um 9 Uhr indoor. Aber draußen stehen Mitmachstationen. Da kann man etwa olympisches Gewichtheben als Kind oder Erwachsener probieren. Die AOK hat einen Stand mit Tombola. Die Strongwomen aus München werden da sein. Die ziehen Lkws oder heben Riesensteine. Und auch die Starbulls sind mit einer kleinen Station vor Ort: Dort kann man Torwandschießen. Außerdem gibt es einen Pizzastand und Kaffee und Kuchen. Und wir haben einen DJ. Der war eine kleine Überraschung für uns. Er ist ehemaliger DJ des KitKatClubs in Berlin und wohnt mittlerweile in Traunstein. Wir sind über unseren Instagram-Aufruf auf ihn gestoßen.
Wie blicken Sie auf Samstag?
An dem Tag muss man viel improvisieren. Ich bin einfach super happy, wie es bisher angenommen wird. Jeder ist voller Begeisterung dabei und das gibt mir so viel. Ich freue mich einfach auf den Tag. Die Steel Games sind wir alle. Nur zusammen kann man so was schaffen.Sophie Mischner