Rosenheim – Franziska Mächl hat sich einen Traum erfüllt. Schon seit einigen Jahren spielt die Konditormeisterin mit dem Gedanken, einen eigenen Laden zu eröffnen. „Ich habe schon immer gerne gebacken und hatte auch immer das Ziel, mich selbstständig zu machen“, sagt sie im Gespräch. Mit einem Café an der Heilig-Geist-Straße hat sie dieses Ziel nun erreicht.
Dabei hatte Mächl zu Beginn ihrer beruflichen Karriere einen komplett anderen Weg eingeschlagen. „Ich habe lange Zeit im Büro gearbeitet“, sagt sie. Das Handwerkliche sei ihr in dieser Zeit allerdings abgegangen. Kurzerhand kündigte sie ihren Job und begann eine Ausbildung zur Konditorin – ein Beruf, den bereits ihre Mutter ausübt. „Die Ausbildung hat zwei Jahre gedauert“, sagt Franziska Mächl. Ihr Ehrgeiz war dabei von Anfang an groß: Bereits in der ersten Woche ihrer Ausbildung meldete sie sich für den Meisterkurs an. In den zwei Jahren arbeitete sie im Hotel Neuer in Prien, sammelte Eindrücke in einer Pralinenmanufaktur. Im Anschluss absolvierte sie ihren Meisterkurs. „Die Prüfung habe ich dann abgelegt, als ich im achten Monat schwanger war. Da bin ich nicht mehr hinter den Tisch gekommen“, sagt sie und lacht. Sie bestand die Prüfung, brachte ihre Tochter Marie auf die Welt und baute sich eine erste kleine Bäckerei auf dem Bauernhof ihrer Eltern in Bad Aibling auf. „Wir haben aus der Speisekammer meiner Großeltern eine Backstube gemacht“, sagt sie.
Schon nach einiger Zeit bekam sie die ersten Aufträge. Sie buk Hochzeitstorten und Kuchen für Geburtstage. Doch optimal war die Situation nicht. „Die Backstube war sehr klein, zudem musste ich immer eine halbe Stunde fahren“, sagt Franziska Mächl. Während sie noch überlegte, wie sich das Problem lösen lässt, hatte ihr Mann bereits die Lösung parat. „Er hat beschlossen, einfach eine Backstube bei uns in Prutting zu bauen“, sagt sie. Er sei so jemand, der Ideen entwickle und sofort umsetze.
Im Dezember 2024 entstand die Auftragskonditorei „Marys“. Gemeinsam mit ihren Kollegen beliefert Franziska Mächl seitdem verschiedene Cafés und Restaurants mit Kuchen, Torten und anderen Desserts. Auch Hochzeiten sind bei ihr nach wie vor hoch im Kurs. Mal backt sie einfache Blechkuchen, mal gibt es mehrstöckige Torten. Es gibt Zitrone-Mohn, Maracuja-Vanille, Oreo-Frischkäse oder Apfel-Zimt. Sie fertigt Cupcakes an, stellt Cake Pops her oder backt Donuts mit getrockneten Früchten.
Es gibt kaum etwas, das es nicht gibt.
Und doch ließ Franziska Mächl in dieser ganzen Zeit der Traum vom eigenen Laden nicht los. „Ich wollte gerne einen Ort schaffen, wo ich meine Kuchen, Pralinen und Torten auch verkaufen kann“, sagt sie. Immer, wenn sie in einer Stadt unterwegs sei, schaue ich mir die Läden, die gerade leer stehen, genauer an. So auch an der Heilig-Geist-Straße in Rosenheim.
Seit Juni 2024 steht der Laden leer. Bis jetzt. „Die Fläche ist genau das, was wir gesucht haben“, sagt Franziska Mächl. Sie unterschrieb den Mietvertrag, begann schon wenige Tage später mit den ersten Arbeiten.
Die Wasserleitungen mussten saniert werden, Wände hochgezogen werden. Im Anschluss ging es hauptsächlich um die Dekoration. Und nun ist es so weit: Heute, Donnerstag, 7. Mai, ab 10 Uhr wird das kleine Café eröffnet. Angeboten werden Törtchen, Macarons und Pralinen. Dazu Kaffee, Matcha und verschiedene Limonaden. „Die große Sahnetorte wird es hier nicht geben“, sagt sie. Stattdessen ähnele ihr Café mehr einer Patisserie.
Neben der kleinen Torte können im Geschäft auch Deko-Artikel gekauft werden – unter anderem Bioblumen von ihrer Schwester. „Ich freue mich sehr darauf, dass es bald losgeht“, sagt sie. Auch, wenn die letzten Wochen stressig waren. Ruhiger wird es aller Wahrscheinlichkeit nach auch nach der Eröffnung nicht. „Die Hochzeitssaison beginnt bald“, sagt Franziska Mächl. Hinzu kommt, dass die Pruttingerin wieder schwanger ist. „Die Idee ist deshalb, dass den Laden in Rosenheim erst einmal meine Mitarbeiter schmeißen“, sagt sie. Wenn es ihre Zeit zulässt, wird Franziska Mächl auch selbst vorbeischauen. Schon alleine deshalb, um sich selbst davon zu überzeugen, dass aus ihrem Traum mittlerweile Realität geworden ist. „Ohne die Unterstützung meiner Familie, meines Mannes und meines Backstuben-Teams wäre das alles nicht möglich gewesen“, sagt sie.