Rosenheim – Wer benötigt schon den Guide Michelin, wenn es auch Maxi (20), Vinci (21) und Michi (21) gibt? Denn die drei Jungs haben nicht nur die Haute Cuisine in Rosenheim und der Region auf dem Schirm. Sie testen alle Restaurants, die ihnen unterkommen. Und das Urteil wird anschließend mit inzwischen knapp 2.500 Fans geteilt. Doch wieso entscheiden sich eigentlich drei Anfang-20-Jährige, Restauranttester zu werden?
Keine Foodblogger
in Rosenheim?
„Wir hatten ein Fußballspiel und danach hatten wir richtig Hunger“, erzählt Maxi dem OVB. Beim anschließenden gemeinsamen Essen in einem Rosenheimer Burgerlokal sei dann das Thema „Foodblogger“ aufgekommen. Also Social-Media-Stars, die ihren Abonnenten Restauranttipps mit auf den Weg geben. „Da ist uns dann aufgefallen, dass es das in Rosenheim nicht gibt”, sagt Maxi. „Und dann dachten wir uns, jetzt fotografieren wir einfach mal unser Essen”, ergänzt er und lacht. Die Idee, die spontan und aus einem kleinen Spaß bei einem gemeinsamen Essen entstanden ist, ist mittlerweile relativ ernst. Auch wenn die drei Jungs die ganze Sache immer noch mit viel Humor nehmen. In den Restaurantbewertungen steckt dennoch sichtlich Arbeit. Denn der Fokus liegt nicht nur auf dem Essen selbst. Die Gesamtbewertung ergibt sich aus Ambiente, Preis-Leistung, Service und eben der Bewertung der einzelnen Speisen. Dabei gibt jeder der drei eine Einzelbewertung ab, aus der sich schließlich eine Gesamtbewertung ergibt. „Es ist schon irgendwie ernst“, bekräftigt Michi. Man wolle dafür sorgen, dass die Rosenheimer am Ende einen Überblick über die Restaurants der Stadt haben. Am besten abgeschnitten hat bisher der Rosenheimer Italiener „Angelo“. Das Restaurant überzeugte die drei Tester besonders durch seine Authentizität und seine „traditionellen, aber trotzdem detailreichen Speisen”. Der Service brachte dem Restaurant in der Gesamtwertung sogar glatte zehn von zehn Punkten ein. Den zweiten Platz belegt „Omeranos Mangal“. Dorthin wurden die Tester sogar kurz nach der Eröffnung eingeladen – zu deren großer Freude. Denn bekanntlich sind regelmäßige Besuche im Restaurant nichts für den schmalen Geldbeutel. Zumal zwei der drei Tester derzeit noch in Ausbildung sind. Zudem sparten sie sich somit die Qual der Wahl aus der eigens erstellten Liste von 112 Restaurants in der Region.
Streetfood, Mexikaner
und fehlender Mut
Doch selbst bei diesen 112 ist nicht alles dabei, was sie sich gerne in Rosenheim wünschen würden. Ganz vorne mit dabei: Streetfood. Etwa türkische Manti oder vietnamesisches Banh Mi. Aber auch über einen „richtig guten Mexikaner”, sowie leckere Tacos würden sich die drei freuen. „Es braucht einfach mehr Mut“, sagt Michi. Es gebe zwar viele gute, durchschnittliche Restaurants – das besondere Etwas fehle aber oftmals. Ähnlich kritisch zeigen sich die Tester beim Döner in der Region. Denn im Vergleich mit Großstadt-Dönern wie in Berlin schneide Rosenheim nicht allzu gut ab. Doch die drei bleiben offen für neue Restaurant-Entdeckungen. Und vielleicht überzeugt doch der ein oder andere Gastronom die selbst ernannten Gourmets so sehr, dass es eine Zehn-Punkte-Bewertung gibt.